Laufgemeinschaft der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung e.V.

Vereinskollege Franz Holzleitner hatte sich entschieden, nicht beim Iller-Marathon zu starten. So hoffte ich bis zur Grenze, wo mein Auto steht etwas schlafen zu können. Doch Franz wurde selber müde, auch eine Kaffeepause änderte daran nix, so fuhr ich weiter, dann eben ohne Schlaf heute Abend starten. An der Grenze verabschiedeten wir uns, Franz legte sich wohl erstmal hin, ich beeilte mich, da mein Navi mir angezeigt hat es wird knapp vor 17:30Uhr, um das Marathonziel in Kempten zu erreichen. Von dort würde mich ein Bus zum Start nach Immenstadt bringen. Ich habe so mein Auto am Ziel und das war für mich ein entscheidender Vorteil. Doch der Verkehr war zähflüssig, es war nicht zu schaffen und so steuerte ich nach Immenstadt. Dort bevölkerte sich gerade das Anmeldegelände im Schulzentrum neben dem Auwaldstadion, auf dessen Laufbahn der Marathon und später der Illertrail gestartet wurde. Ich ging mich schurstracks nachmelden und bekam dort auch noch einen Kaffee und Kuchen. Als ich die anderen Läufer mit Leuchtwesten sah, fiel mir ein, ich habe meine zuhause vergessen – dabei habe ich ja bei meinen vorhergehenden Starts schon welche bekommen, da sie zur Pflichtausrüstung gehört. Nun ist sie eben zuhause und ich kramte aus meinen Auto die Warnweste heraus; die erfüllte auch den Zweck. Der Akku meiner Stirnlampe war bereits wieder gut geladen und eine Reservetaschenlampe wurde im Trinkgurt verstaut, Gels und Trinkflaschen neu bestückt und die Laufklamotten entsprechend gewählt -auch heute versprach es gutes Laufwetter (eher zu warm) zu werden. Ein Abendlauf in die nacht hinein, hat eben auch den Vorteil, dass man nicht so abhängig von der Sonneneinstrahlung ist. Es wurden noch ein paar Fotos geschossen und vom Marathon4You-Reporter Greppi musste ich mir anhören: „Da behaupten manche, ich hätte einen an der Klatsche, da schaue Dir den Roland an – vor 12Std in Biel gefinisht und nun hier" – na ja so ganz Unrecht hat er ja nicht, aber ich empfand das nun nicht als „besonders ungewöhnlich". Bevor es zum Start ins Stadion hinübergeht traf ich noch meine Lauffreunde Udo (Pitsch) und Kraxi, sie haben einen klassischen „Doppeldecker" geplant und wollen morgen früh dann beim Frankenweg-Lauf starten, einem sehr trailigen Marathon mit 1.000HM – und ich gestehe, ich habe mir dort auch einen Platz reservieren lassen, vorbehaltlich der Tatsache, dass ich alles wohlbehalten überstehe …. Was hatte da Greppi eben über mich gesagt?

Iller Start

Im Schulzentrum vom Immenstadt kurz vor dem Start

20Uhr Auwaldstadion, der Startschuß fiel und ca 200 Marathonis bzw Staffelläufer starteten zu einer ersten Stadionrunde, dann ging es raus aus dem Stadion und direkt ans Illerufer. Ich war gespannt, wie sich meine Beine in Kürze anfühlen werden, so 12Std nachdem sie 100km gerannt sind und nun wieder 42km laufen sollen. Der erste KM in 5:10, doch das will ja nix heißen, ich spürte den Vorwärtsdrang und die Frische in meinen Beinen hielt sich in Grenzen, aber damit hatte ich ja gerechnet und ein Finish unter 4:30 Std würde mich schon sehr überraschen. Ich kannte die Strecke in großen Teilen (auch hier gab es eine Streckenänderung gegenüber dem letzten Jahr), sie hatte kaum HM, die einzigen Schwierigkeiten könnten ein paar Wurzeln und Steine werden, wenn man sie nicht beachtet. Wir liefen zum großen Teil am Illerufer entlang. Dabei liefen wir erst mal von Kempten weg, also Richtung Sonthofen. Nach ca 9km überquerten wir die Iller und hatten somit den Wendepunkt erreicht. Nun ging es wieder gen Immenstadt und ich griff relativ schnell zum ersten Gel, nur in keinen Hungerast hineinlaufen, es wird schwer genug. Bei KM16 liefen wir wieder an Immenstadt vorbei, doch auf dieser Illerseite war wenig von der Stadt zu sehen. Als wir wieder mal die Iller überliefen und uns der Weg ein Stück vom Ufer wegführte, stand dort ein Betreuer und ermahnte uns, die Stirnlampen sollten unbedingt eingeschaltet werden. Na klar, die Dämmerung war weit fortgeschritten. Es war wohl überfällig und so lief ich nun mit dem Leuchtkegel vor mir. Die Schritte fielen schwerer und meine Pace war eher schon bei 5:45, als bei 5:30 und wie nicht anderes zu erwarten näherte sie sich den 6min pro KM, bei VP’s bin ich schon darüber. Nichts was mich bei diesem Lauf verunsichern müsste, ich musste es hinnehmen, auch meine Ressourcen sind begrenzt – doch der Wille war ungebrochen. Er sagte weiter so, weiter so, du schaffst das und daran zweifelte ich nun bei KM30 auch nicht mehr. Ein kleines Stück über Landstraßen mit einem kleinen Hügel war mir aus vorangegangenen Teilnahmen bekannt. Doch bald liefen wir wieder nahe der Iller. Die ersten Geher sammelte ich ein, auch einige langsameren Läufer durfte ich überholen – ich redete mir ein, so langsam kannst du gar nicht sein, wenn du hier überholst – alles relativ!

Ein heranrausendes Auto von hinten – ich vermutete zunächst einen Sani – reißt mich aus meiner Lethargie, doch es entpuppte sich als ein Quad, der vermutlich zum Veranstalter gehörte. Ich war doch irritiert, wie heftig das Fahrzeug an mir vorbei düst, dabei reichlich Staub aufwirbelte und meine Sicht mit der Stirnlampe erheblich einschränkte. Der Spuk war jedoch so schnell vorbei, dass er zumindest bewirkte, dass ich wieder etwas munterer wurde. So versuchte ich mit der Kraft, die noch in meinen Beinen steckte ein klein wenig zu forcieren und so erreichte ich irgendwann den letzten Staffelwechselpunkt bei KM35. Ob da überhaupt noch ein Läufer auf seinen Vorläufer wartete, kann ich gar nicht feststellen – Viele können es nicht sein, es ist schon recht ruhig hier.

Nun also das letzte Stück des Iller-MA, auch diese 7KM schaffte ich noch. Zwei langsame KM mit ca 6:30min konnte ich kompensieren, anschließend lief ich wieder unter 6min pro km und die Freude auf ein baldiges Finish ließ doch noch ein paar Kräfte frei werden – herzlich willkommen, die kann ich gerade sehr gut brauchen. Ich guckte gar nimmer auf die Uhr und mutmaßte irgendwann noch ca 1,5KM, das nächste Schild traf mich, wie eine Keule: Da steht ganz frech, noch 3KM. Was soll’s dann eben noch diese drei. Ich lief nach Kempten rein und war einfach froh, ich hatte es bald geschafft. Noch ein KM – Hurra, gleich werde ich das Ziel am AÜW (Allgäuer Überlandwerk), dem Hauptsponsor, erreichen und etwas leckeres essen und trinken – das süße Zeug (Isogetränke und Cola) war zwar notwendig, aber ich hatte es soooo satt! Da vorne die ausgeleuchte Brücke – geradezu illuminiert ist sie, ein tolles Bild, noch eine Kurve und dann ging es dem Zielbogen entgegen.

Iller Ziel

Wenige Meter vor dem Finish ging es in Kempten über diese toll ausgeleuchtete Brücke

Auf der Zielgeraden standen links und rechts Feuerschalen mit lodernden Flammen – TOLL! Mit 4:11 Std blieb ich weit unter meiner (befürchteten) Zeit und war ganz glücklich, wie das heutige Abend so gelaufen war. Ich begrüßte Kraxi, schon fast eine Stunde im Ziel – Udo kam kurz nach mir ins Ziel. Wir holten unsere Kleiderbeutel tranken ein Bier und schon fröstelte es uns. Sofort zum Duschen ins Illerstadion (10min Fußweg). So eine heiße Dusche konnte wirklich (in so einem Moment) etwas ganz Besonderes sein! Udo und Kraxi machten sich kurz danach auf dem Weg zum Auto, sie wollten direkt zum Frankenweglauf in die Fränkische Schweiz (ca 320km nach Gasseldorf bei Ebermannstadt) durchfahren, um eventuell noch etwas im Auto zu schlafen. Der Start war um 8Uhr, jedoch war der gemeinsame Aufbruch zum Startpunkt bereits um 7:30Uhr.

Ich musste nun noch auf meinen Rücktransport nach Immenstadt warten, da ich den ersten Bus um 0:30Uhr nicht mehr erreichen konnte, fuhr der nächste erst um 2:00Uhr – das war der Nachteil, den ich hatte, da ich es vor dem Start nicht schaffte mein Auto hier in Kempten zu parken. Ich bekam grade noch was zu Essen und setzte mich kurz hin, dann ging es zum Bus. Ein großes Hallo, als ich einstieg – hier sitzen mindestens 5-6 Bekannte im Bus, an Schlaf war nicht zu denken. Ich bin um 2:30Uhr bei meinem Auto angekommen und gab meinen Zielort ins Navi ein. Es würd knapp werden, wenn ich irgendwo, irgendwie ein wenig schlafen wollte. So fuhr ich einfach sofort los auf die Autobahn. Wie erwartet setzte nach ca 30min heftige Müdigkeit ein – raus an die Raststätte, doch ich konnte nicht schlafen, war total überdreht. Also den größten Becher Kaffee, den ich kriegen konnte und weiterfahren – nach weiteren 50km traute ich mich nicht mehr weiterfahren, das Risiko für mich und andere Verkehrsteilnehmer wurde mir zu groß – ich bin bereits 48Std auf den Beinen und mit selbigen 142KM gelaufen – ZU VIEL?!? Dann döste ich etwas im Auto und als ich aufwachte, merkte ich, es ist nun nicht mehr zu schaffen, die weite Fahrt, nachmelden, neu umziehen und mich fertig machen. Ich beschloss auf das i-Tüpfelchen zu verzichten, es war hier und jetzt nicht machbar, auch wenn es eventuell läuferisch möglich gewesen wäre.

Später wird mir Udo von einem heftigen, trailigen Frankenweg-Marathon berichten, der in seiner Erinnerung wesentlich harmloser „abgespeichert" war. Also war das wohl auch okay so, dass ich darauf (gezwungenermaßen) „verzichtet" hatte.

Ich schlief zwei Stunden im Auto und fuhr trotz allem relativ entspannt nach Hause und schlief erst mal eine Runde. Ich dachte ich bin trotzdem reif für das: RACE ACROSS GERMANY

Text und Bilder: Roland Krauss 21.6.2017

 

Die diesjährige Deutsche DUV-Meisterschaft im Ultratrail wurde am 17.6.2017 im Rahmen des Zugspitzultratrails auf der 81 km-Strecke ausgetragen. Für die LG Ultralauf waren 3 Frauen und 13 Männer am Start. Einige liefen zum ersten Mal für uns, für die meisten war es der erste, alpine Ultratrail.
Es wurde ein schönes, erfolgreiches Wochenende. Doch der Reihe nach.

A Zugspitze
Wir reisten bereits am Donnerstag an und konnten bei strahlendem Wetter einen schönen Blick auf die Zugspitze werfen, die es zwei Tage später zu umrunden galt.
Für den Freitag hatten wir für die, die Zeit und Lust hatten, einen kleinen Ausflug geplant. Es ging von der Olympiaschanze in Garmisch-Partenkirchen zu der Partnachklamm.

B1 Klamm

B2 Klamm

Die Partnachklamm ist eine enge Schlucht von 700m Länge, durch die laut tosend die Partnach fließt.

B3 Klamm

Ein gemütlicher Imbiss rundete den Programmpunkt ab.
Nachmittags trafen wir uns dann zur Pastaparty und zum Briefing, bevor jeder seine Unterkunft aufsuchte und die persönlichen Vorbereitungen für den Lauf traf, zum Beispiel dem Packen des Laufrucksackes.
Der Hauptwettkampf ist der Ultratrail über 100 km, der in Grainau startet und endet und die gesamte Umrundung des Zugspitzmassivs bedeutet. Hier starteten über 500 Läuferinnen und Läufer. Es gibt aber auch weitere Startpunkte mit einer verkürzten Strecke. Die DUV entschied sich für die eher unbeliebte 81km-Variante, die in etwa den Anforderungen der internationalen Wettbewerbe entspricht. So mussten die Teilnehmer dieser Strecke morgens nach Ehrwald in Österreich anreisen, wo um 8 Uhr der Startschuss erfolgte.

C2 Guenther

Eine deutsche Meisterschaft bietet immer auch eine gute Gelegenheit, Gespräche zu führen und Bekannte zu treffen. Hier unterhalte ich mich mit Günther Weitzer, dem Präsidenten der DUV, der vor dem Start ein Grußwort an die Läufer richtete. Ansonsten war das Bewusstsein, dass an diesem Wochenende Deutsche Meisterschaften ausgerichtet werden, beim Veranstalter und auch bei vielen Teilnehmern verbesserungswürdig ausgeprägt. So wurde die Meisterschaft im Briefing mit keiner Silbe erwähnt, es nahmen einige startberechtigte Läufer an dieser Wertung nicht teil oder blieben der Siegerehrung fern.
Für uns als LG Ultralauf sind die Meisterschaften die wichtigsten Wettkämpfe im Jahreskalender und viele hatten sich im Vorfeld für die Trailmeisterschaft interessiert. In mehreren Mitgliedernewslettern wurde das Trail-Training erläutert und nach Ostern gab es ein spezielles Trainingslager zur Vorbereitung.
Dennoch ist das Laufen im alpinen Gelände in unserem sehr jungen Team sicher nicht unsere Kernkompetenz. Dennoch fühlten wir uns alle gut vorbereitet und warteten geduldig auf das Startsignal.

C3 Team

Vor dem Start wird das obligatorische Team-Foto gemacht, bei dem einige fehlen. Übrigens ist dieses Foto das erste mit unserer neuen Vereinsfahne, die wirklich toll geworden ist und demnächst unsere Pavillons kennzeichnen und schmücken wird.
Nach dem Start lief man kurz durch Ehrwald und gleich rauf auf den ersten Berg. 1000 Höhenmeter waren auf den ersten 10 km zu bewältigen bis man beim Feldernjöchl den ersten Abstieg vor sich hatte.
Da ich aufgrund eines noch nicht ganz ausgeheilten Muskelfaserrisses die letzten 6 Wochen nicht trainieren konnte, bin ich die ersten 3 km in der allerletzten Gruppe unterwegs gewesen. Nachdem ich einen flüssigen, wadenschonenden Gehstil gefunden hatte, setzte ich mich allerdings ab und konnte auf Franz Holzleitner aufschließen.

D1 Franz

Das war schön, so konnten wir ein wenig gemeinsam laufen, uns unterhalten und ein gemeinsames Selfie machen. Das Wetter war für Läufer optimal. Leicht bewölkt, teils sonnig, nicht zu warm, an den Gipfeln wehte sogar ein kalter Wind.

D2 Franz

Die Gegend war wunderschön und wer sich die Zeit nahm und nicht nur nach unten schaute, konnte eine herrliche Bergwelt bewundern.

D3 Markierung

Der Weg war mit Fähnchen, Pfeilen und Punkten perfekt markiert.

D4 Schnee

Nach einem dritten Gipfel ging es ca. 700 Höhenmeter bergab, bis man bei km 20 die Hämmermoosalm erreichte, wo unser 2. Versorgungspunkt zu finden war. Bei dem ersten längeren Downhill galt es ein kleines Schneefeld zu durchqueren oder zu umlaufen. Obwohl ich an dieser Stelle sehr langsam und vorsichtig unterwegs war und natürlich auch das Schneefeld umlief, muckte die Muskulatur auf und deutete zum ersten Mal Krämpfe an. Auch wurde ich bereits vor km 15 von dem schnellsten 100km Läufer überholt, der zwar 45 min vor mir gestartet war, aber bereits etwa 20 km mehr gelaufen war. Kopfschüttelnd sah ich zu, wie er die Serpentinen meidete, in denen häufig ein kleiner Bach floss, und sich mutig in der Falllinie zu Tale stürzte!
Der nächste Gipfel stand an, 600 Höhenmeter rauf zum Scharnitzjoch, anschließend ging es sofort wieder talwärts. Die ersten 30 Kilometer waren sehr anspruchsvoll, aber auch sehr schön. Es gab kaum Forstwege, die benutzt wurden, sondern oftmals kleinste Wege durch Wald und Wiese oder über Steine, die den Untergrund bildeten und schwer zu laufen waren.
Es kam, wie es kommen musste. Plötzlich zog sich der Muskel schmerzhaft zusammen und dachte gar nicht daran, die Spannung zu reduzieren. Also musste ich stehenbleiben und zunächst versuchen, den Muskel zu dehnen, um den Krampf zu lösen, anschließend erst einmal 100m gehen, dann vorsichtig mit langsamen Laufen beginnen. Hatte 5 Minuten gekostet, aber letztendlich funktioniert.
Ich hatte zwar direkt ein paar Salztabletten genommen, aber letztendlich war die Muskulatur der Anforderung schlicht nicht gewachsen. Ich musste noch vorsichtiger agieren und noch mehr die Stöcke einsetzen! Das war natürlich ein frommer Wunsch, denn noch bevor ich den unteren Punkt erreicht hatte, bekam ich den nächsten Krampf. Aua! Doch dann ging es einen kleinen Anstieg hoch, einen flachen Wurzelweg entlang und alles fühlte sich wieder gut an. Aber beim Abstieg zum nächsten Versorgungspunkt Hubertushof erwischte es mich wieder. Ich musste mir eingestehen, dass ich nicht gut genug trainiert war. An diesem Versorgungspunkt war unser tolles Betreuungsteam, machte Fotos, half beim Befüllen der Trinkgefäße und munterte auf, wo immer es erforderlich war.

L0 Axel

Hier war leider für Axel Stopp das Rennen zu Ende, der beim Start, wo dieses Bild entstand, noch optimistisch gespannt in die Kamera lächelte. Er ist erst seit kurzem Mitglied und verdrehte sich beim Downhill unglücklich sein Knie.

L01 Fabian

Fabian Benz kam nicht unerwartet als erster sehr gut gelaunt und fit am Versorgungspunkt an und lief nach einem kurzen Verbleib direkt weiter.
Am Ende wurde er mit der tollen Zeit von 10:26:25 in der DM-Wertung bester LG Ultralauf-Läufer auf Platz 9!

L02 Falk

Falk Sittner kam als nächster und erzählte später die schöne Geschichte, dass er in dem ersten Abschnitt vergeblich nach einem Argument suchte, das Rennen abbrechen zu können. Da er keins fand- es ging ihm bestimmt einfach zu gut- musste er das Rennen wohl weiterlaufen. Mit den Kilometern kam auch der Spaß. Am Ende des Tages belegte er mit einer Zeit von 11:48:39 den 26. Platz.

L03 Hans Dieter

Hans-Dieter Jancker präsentierte sich erstklassig vorbereitet und freute sich auf die in Sichtweite befindliche Stärkung. Er lief zwar hervorragende 13:07:07 und erzielte damit Platz 46 in der DM-Männerwertung, allerdings endete sein Lauf wenig erfreulich im Krankenhaus. Die letzten 200m des ansonsten schönen Jägersteiges ging es ein brutal rutschiges, steiles Stück runter nach Grainau, wo anschließend noch 2 flache Kilometer zu laufen waren. Er stürzte an einer flachen rutschigen Stelle und fiel auf den Kopf, wobei er sich eine Platzwunde zuzog, die genäht werden musste.

L04 Andreas

 

Zurecht selbstbewusst und siegesgewiss: Andreas Hilt konnte in diesem erstklassigen Teilnehmerfeld den 51. Platz mit einer Zeit von 13:30:03 erzielen.

Nur einen Platz dahinter folgte Stephan Finster, der für die schwere Strecke 13:30:34 benötigte. Er hat immer gute Laune und genoss den Lauf sichtlich.

L06 Matze

Matthias Heinle genoss ebenfalls das Rennen. Am Ende belegte er in 13:48:57den 55. Platz.

L07 Kathi

 

Katharina Bey zeigte in ihrem ersten alpinen Lauf eine hervorragende Leistung, wurde beste Frau von uns und belegte mit einer Zeit von 14:13:17 Platz 10 bei den Frauen.

L10 Stefan H

Der stets gut gelaunte Stefan Henscheid erreichte nach 14:53:03 das Ziel. Er startete allerdings für seinen lokalen Verein Troisdorfer LG. 

L08 Stefan

 

Stefan Beckmann am VP. Mit viel Erfahrung weiß man genau, was und wieviel der Körper braucht. Er erreichte nach 14:11:37 Laufzeit das Ziel und erreichte damit den 58. Platz.

L09A Sylvia

Walter Hösch und Sylvia Faller liefen einen Teil des Weges gemeinsam und kamen gleichzeitig am Versorgungspunkt Hubertushof an. Für sie war es der längste und schwerste Lauf bisher und entsprechend viel Respekt hatte sie. Eine gute Vorbereitung und kluge Renneinteilung ermöglichten ihr ein tolles Lauferlebnis mit einer super Zeit von 14:21:02, was den 11. Gesamtplatz bedeutete.

L09C Walter

Walter Hösch ist einer unserer erfahrensten Läufer und kam gut gelaunt zunächst am VP und später im Ziel an. 14:37:48 war seine Zeit, die zum Platz 62 reichte.

L11 Claudia

 

Auch Claudia Lederer kam mit den Bedingungen sehr gut zurecht und verbreitete trotz der Anstrengung gute Stimmmung. Ihren ersten richtig langen Ultralauf beendete sie nach 15:16:41 auf Platz 13 und komplettierte damit das Damenteam.

L12 Edwin

Edwin Roth entschied sich erst kurzfristig, die 81km-Strecke zu laufen, um das Team zu unterstützen. Er kam nach 16:56:20 als 73. der DM-Wertung ins Ziel.

L13 Michael

Nach 32 km war ich schon ziemlich angeschlagen. Ich hatte mich schnell über den Rennverlauf informiert, was ja ein Privileg ist, wenn man (fast) letzter des Teams ist, hatte mich kurz mit Axel unterhalten, der gerade von der medizinischen Betreuung kam und ehe ich darüber nachdenken konnte, ob es schlau sei, dass Rennen hier zu beenden, war ich wieder auf der Piste Richtung Mittenwald.

L14 Franz

 

Franz Holzleitner musste schon sein ganzes Kämpferherz in die Hand nehmen, um diesen sehr schweren Lauf erfolgreich zu beenden. Aber auch er ist sehr erfahren und zweifelte nicht eine Sekunde daran.

L15 Guido

Guido Althausen wollte eigentlich als Läufer an der DM teilnehmen. Eine langwierige Verletzung zwang ihn allerdings zu einer Betreuerrolle.

L15 Nora

Auch Nora Karnowski mit Hund war vor Ort, um das Team zu unterstützen.

L16 Martina

Martina Stumpf-Irrgang komplettierte unser großes Betreuungsteam am Versorgungspunkt.
Die nächsten 9,6 Kilometer zum nächsten VP in Mittenwald waren sehr einfach zu laufen, denn es ging überwiegend an einem flachen Radweg der Leutascher Ache entlang.

X Franz

Franz Faller, selbst ein leidenschaftlicher Trailläufer, verzichtete auf einen eigenen Start, um seine Frau und das Team zu unterstützen.

M1

Weil ich eh ständig eine Pause brauchte, drückte ich einmal mein Handy jemanden für ein Foto in die Hand. Im Hintergrund ist der Ferchensee, der zu umrunden war und auf dessen anderer Seite der nächste Versorungspunkt lag. Es wurde schon langsam abendlich, es waren noch ca 35 km zu laufen und ich war stehend ko, wenigstens war die Krampfneigung verschwunden und kam auch zum Glück nicht mehr wieder.

M2

Der Aufstieg zum Versorgungspunkt an der Alpspitz war noch einmal eine Herausforderung der besonderen Art. Der Blick auf die Karte verriet, es sind nur 600 Höhenmeter, aber mein Gefühl sagte mir, dass es da einen Trick gäbe, denn der Anstieg sei unendlich und ich würde nie oben ankommen. Halbe Ewigkeiten später war es aber doch geschafft, wobei damit natürlich der Gipfel noch nicht erreicht war – der Spaß fand also eine Fortsetzung. Da die Dämmerung sich fortsetzte fing ich schon einmal an, mir Gedanken zu machen, was ich mir denn alles gleich alles anziehe wolle, wenn ich eh die Lampe herausholen musste. 30 Minuten kann man sich locker mit so einer Frage beschäftigen, wenn man nur noch Leere im Kopf hat. Warum sollte es dem Kopf eigentlich auch anders gehen als den Beinen?

M3

Und wenn man schon einmal beim Pause-machen ist, kann man ja gleich ein Foto machen, um die Abendstimmung ein wenig einzufangen.
Auf halbem Wege zum Gipfel saß ein Streckenposten, der mir zurief „noch zwei Kehren bis zum Gipfel“. Das war noch mehr gelogen, als der andere, der meinte, „noch 800m bis zum VP Partnachklamm“. Aber irgendwann war der Scheitelpunkt erreicht und es ging abwärts. Du liebe Güte, das war der Horror schlechthin. Teilweise konnte ich noch laufen, bei Tageslicht und frischen Beinen ist der Weg sicher fantastisch, aber in diesem Moment gab es immer wieder Stufen, die mir einfach zu tief waren! 20 cm zu tief und an der Kante war ein runder Balken, der mehr störte als irgendwie nützlich war. Ich hatte auch Sorge, wieder einen Kampf zu bekommen, was das sichere Ende des Lebens bedeutet hätte. Aber am meisten deprimierend in der Situation waren die Überhohlvorgänge. Nicht, dass ich überholt wurde an sich – daran habe ich mich in meinem zweiten Läuferleben längst gewöhnen müssen, sondern eher die Leichtigkeit, mit der dies geschah. Andere hüpften den Abhang runter – vermutlich sogar vor Freude grinsend, was ich ob der Dunkelheit zum Glück nicht sah – und waren mit ihrem Lichtkegel Sekunden später aus dem Blickfeld verschwunden.
Endlich kam der letzte VP; Erleichterung machte sich breit; gleich geschafft. Nach einiger Zeit tauchte plötzlich das Schild „5 km to go“ auf. Als das Schild „4 km to go“ auftauchte, war ich eigentlich sicher, es übersehen zu haben – es musste einer der längsten Kilometer gewesen sein, die ich je gelaufen bin. Auch der nächste Kilometer war unfassbar lang, aber der schlimmste Abschnitt sollte erst noch kommen. Man ahnte schon den Ort, es muss nur noch die letzte Rampe runtergegangen werden. Aber eben diese Rampe stellte noch einmal eine besondere Anforderung, denn sie ist glatt, wie eben nur feuchter Lehm glatt sein kann. Es ist mir absolut schleierhaft, wie Leute ohne Stöcke hier heruntergekommen sind und unverständlich, wie man so eine Schikane am Ende eines so harten Rennens einbauen kann. Aber ja, ich habe Stöcke und im Zweifel endlose Geduld, um solche Passagen zu überwinden. Zum Glück war dieser Abschnitt nicht allzu lang und ich gelangte in einen Ort. Kilometerschilder hatte ich schon lange keine mehr gesehen, mein Zeit- und Distanzgefühl war mir eh abhanden gekommen, im Hinterkopf spukte die Aussage, „es geht noch kurz durch das Dorf“ und ich beschloss spontan, das Wort „kurz“ aus meinem aktiven Wortschatz zu streichen. Plötzlich tauchte ein Zeitmessgerät auf, mein Datensatz würde beim Moderator auf dem Bildschirm angezeigt werden und ich hatte noch 150 Meter zu laufen. Dann hörte ich schon meine Ansage und durchlief den Zielbogen.

N1 Michael

Kathi, Sylvia und Franz erwarteten mich mit der Vereinsfahne und gratulierten mir herzlich. Was für ein Moment der Glückseligkeit; mit feuchten Augen, Kloß im Hals und dem ganzen Programm genoss ich den Augenblick!
Das Rennen wurde mir schnell zusammengefasst: Alle sind gut durchgekommen, Martina ist mit Hans-Dieter im Krankenhaus, Edwin und Franz sind noch unterwegs, aber im Rennen. Die nächste Stunde verging wie im Flug; viele Geschichten werden ausgetauscht, sich gegenseitig gratuliert und gefeiert. Ich war froh und glücklich, dass die anderen aus dem Team so gut durchgekommen waren, um Axel und Hans-Dieter tat es mir unendlich leid.

N2 Edwin

Um kurz vor 1 Uhr kam Edwin ins Ziel und wir konnten ihm noch zu dieser tollen Leistung gratulieren, bevor wir unseren Heimweg antraten.
Weitere Bilder von einigen Zieleinläufen:

P1 Hans Dieter

Unglaublich: Hans-Dieter lief mit einer blutenden Wunde durchs Ziel und wurde sofort zum ambulanten Behandlung ins Krankenhaus gebracht.

P2 Andreas

Andreas Hilt bekommt seine erkämpfte und verdiente Finishermedaille.

P3 Stefan

Stephan Finster kommt kurz nach ihm ins Ziel und lässt sich feiern.

P4 Matze

Ein glücklicher und zufriedener Matthias Heinle wird von seiner Frau in den Arm genommen.

P5 Stefan

Als nächster erreichte Stefan Beckmann das Ziel. Er hat schon so viele Rennen beendet, vermutlich auch schon schwerere, aber es ist immer eine enorme Freude, es wieder einmal geschafft zu haben.

P6 Kathi

Katharina Bey folgte wenige Sekunden später; glücklich darüber, ihren bisher schwersten Lauf erfolgreich zu Ende gebracht zu haben.

P7 Sylvia

Sylvia darf sich zurecht freuen und feiern lassen. Die durchgestandenen Strapazen sind ihr kaum anzusehen!

P8 Walter

Walter Hösch freute sich über ein gelungenes Rennen.

P9 Claudia

Claudia Lederer wurde überwältigt von ihren Gefühlen und wurde von der Halle lautstark bejubelt.
Das Zeitlimit für die Starter des 100km-Laufes ist 9:30 Uhr und so kamen auch die ganze Nacht über Läufer ins Ziel, die von allen Anwesenden bejubelt wurden.
Wir verbrachten jedoch einen kleinen Teil der Nacht in unserer Ferienwohnung. Weil ich nicht schlafen konnte, hatte ich nachts kurz die Mannschafts- und Bundesligaauswertung überschlagen und wusste, dass Kempten uns knapp besiegt hatte.

Q1

Die Siegerehrung erfolgt bei dieser Veranstaltung immer am Sonntagmorgen. Wir gingen zu Fuß hin und trafen auf dem Weg Fabian, der den Lauf fantastisch weggesteckt hatte.

Q2

Walter gönnte sich mit Brezel und Weißwurst ein echt bayerisches Frühstück.
Q3 Andreas

Unser „Phantom“ Andreas Weber, den die Fotografen bedauerlicherweise während des Rennens immer übersahen, denn er startete zum ersten Mal für unser Team. Er zeigte eine klasse Leistung und belegte mit einer Zeit von 12:40:28 den 38. Platz.

Q4 Mannschaft

Kurz vor der Siegerehrung stellt sich das große Team für ein Foto zusammen.
Von links: Fabian Benz, Franz Holzleitner, Falk Sittner, Claudia Lederer, Andreas Hilt, Stefan Finster Hans-Dieter Jancker, Franz Faller (vorner), Kathi Bey (hinten), Andreas Weber, Walter Hösch, Sylvia Faller, Michael Irrgang und Stefan Beckmann.

Q5 Einzel

Zunächst wurden die Deutschen Meister in den Wertungen Männer und Frauen geehrt. Die Siegerehrung wurde vom DUV-Präsidenten Günther Weitzer moderiert; die Medallien und Urkunden überreichten Maya und Jens Lukas, beide vom DUV-Förderstützpunkt Karlsruhe. Jens ist außerdem der Team-Manager Ultratrail und war erst letzte Woche mit der Nationalmannschaft bei der Ultratrail-WM in Italien.
Gewonnen haben bei den Frauen und Männer:
1. Sperger Eva, 1979, München, -, 10:46.18
2. Mitkina Tatiana, 1983, Traunstein, Triathlon TSV Altenmarkt, 11:08.02
3. Philipp Simone, 1971, Weitnau, LG Allgäu/Kempten, 11:24.22
1. Mingo Markus, 1981, Kötzting, Scott Trailrunning Team Gamsbo, 9:02.17
2. Dautel Alexander, 1988, Kronach, LG Nord Berlin Ultrateam, 9:16.37
3. Kirschbaum Max, 1986, Otterbach, LG Ohmbachsee, 9:16.54

Q6

Viele Plätze waren zu der frühen Stunde noch leer. Selbst die Geehrten waren teilweise nicht anwesend. Umso mehr erfreute mich die beinahe Vollzähligkeit unseres Teams!

S1

Bei den Altersklassenwertungen wurden immer Männer und Frauen gemeinsam geehrt. Die ersten 3 erhalten eine Medaille, die ersten 6 eine Urkunde. In der Klasse 20 bis 29 Jahre siegte Katharina Bey bei den Frauen und Alexander Dautel bei den Männern vor Fabian Benz. LG Nord Berlin und LG Ultralauf gemeinsam auf dem Podest ist doch nett.

S2

In der leistungsstarken Altersklasse M35 belegte Falk Sittner einen guten 6. Platz.

S3

Die Altersklasse W40 gewann Claudia Lederer, in der Klasse M40 wurde Andreas Hilt 4.

S4

In den Klassen M45 und W45 siegten Simone und Dodo Philipp aus Kempten, die Ostern als Referenten beim DUV-Trainingslager in Hinterstein mit dabei waren und einen gewissen Anteil daran haben, dass alle Trainingslager-Teilnehmer gut ins Ziel gekommen sind.

S5

Franz Faller hält die Ehrung der AK W50 fest, bei der Sylvia den zweiten Platz belegte.

S6

S7

In der Altersklasse M55 belegten Stefan Beckmann und Walter Hösch die Plätze 5 und 6.

S8

Die Bewunderung des DUV-Präsidenten gehörte Hand-Dieter Jancker, der seine Altersklasse M65 mit
2,5 Stunden Vorsprung gewann. Franz Holzleitner wurde 4.

S9

Claudia Lederer, Sylvia Faller und Kathi Bey gewinnen zu ihren Medaillen der Altersklassen noch Gold mit der Mannschaft in der Frauenwertung.

SA

Anschließend füllt sich das Podest, denn die 6 erstplatzierten Männermannschaften kommen hinzu.

SB

Bei den Männern erzielten wir insgesamt die Plätze 3, 6, 7 und 8. In der ersten Mannschaft stehen Fabian Benz, Falk Sittner und Andreas Weber, die zweite Mannschaft besteht aus Hans-Dieter Jancker, Stefan Finster und Andreas Hilt.

S MS50Plus

Den Abschluss der Ehrung bildete die Ehrung der 50+-Mannschaften. Hier hatten es drei Mannschaften in die Wertung gebracht. Die unglaublichen Männer aus Kempten, die alle Mannschaftswertungen gewannen und zweimal unser Team. Zu unserem ersten 50+-Team gehören Stephan Finster, Hans-Dieter Jancker und Andreas Weber, zu unserem zweiten Walter Hösch, Stefan Beckmann und (kleiner Applaus): ich. Es ist meine erste Mannschaftsmedaille überhaupt, die ich gewinne und ich bin mächtig stolz darauf. Eher nicht auf meine persönliche Leistung, sondern mehr auf die des Teams.
Bundesligaauswertung
Jede Deutsche Ultramarathon-Meisterschaft geht in die Ultramarathon-Bundesliga-Wertung ein. Hier werden für die Platzierungen in mehreren Kategorien Punkte vergeben, die dann addiert werden. Daraus ergibt sich dann eine Reihenfolge der Vereine.
Überlegener Sieger und damit „Mannschaft des Tages“ ist LG Allgäu/Kempten.
Sie belegten bei der am höchsten bewerteten Mannschaftswertung die Plätze 1 und 2 und bekommen dafür 22 Punkte, Seniorenmannschaften 4 Punkte, aus der Einzelwertung bekommen sie 6 Punkte, aus der Altersklassenwertung 15 Punkte. Das addiert sich zu 47 Rohpunkten.
Wir belegen den zweiten Platz. Mannschaftswertung: 16 Punkte, Seniorenmannschaften: 5 Punkte, Altersklassen: 11 Punkte. Macht zusammen 32 Rohpunkte.
LG Nord Berlin wird dritter Verein. Mannschaften: 6 Punkte, Einzelwertung: 5 Punkte, Altersklassenwertung: 3 Punkte, Gesamt: 14 Rohpunkte
In der Gesamtwertung hat die LG Nord damit ihre Führung knapp behauptet und Kempten hat sich auf den dritten Platz vorgeschoben.
1. LG Nord Berlin 43 Wertungspunkte
2. LG Ultralauf 42 Wertungspunkte
3. LG Allgäu/Kempten 25 Wertungspunkte
(Alle Zahlen unter Vorbehalt, die endgültige Auswertung erstellt die DUV)

Text und Bilder: Michael Irrgang, 19.6.2017

Unsere Mitglieder wohnen in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz. So überrascht es weder, dass unsere aktiven Läuferinnen und Läufer fast in jeder Ergebnisliste auftauchen noch dass einige beim 100km-Lauf in Biel waren.

Biel 1

Von links mit Zeiten.

Katrin Tüg-Hilbert, 11:48.14,4

Franz Holzleitner, 11:12.42,4

Roland Krauss, 9:48.16,6

André Weinand, der auf Kurs neue Bestzeit seinen Wettkampf etwa zur Mitte hin verletzungsbedingt aufgeben musste

Matthias Landwehr, der unter seinem anderen Verein startete, 10:40.03,6

Sandra Wieners, 18:42.30,7

 

Biel 2

Der Start erfolgte traditionell Punkt 22 Uhr Ortszeit.

Katrin, Franz und Roland haben zu ihrem Lauf einen Bericht geschrieben.

 

Katrin:

Alles anders als geplant: eigentlich sollten die 100km Biel einer meiner diesjährigen läuferischen Höhepunkte werden, statt dessen wurde es ein "Krisenlauf".
Ab 30 km habe ich so ziemlich alles mitgenommen: Übelkeit, Hunger, Ekel vor Essen, Kreislaufprobleme, Augen wollten vor Müdigkeit zufallen, dann zum Glück nur kurz anhaltende Knieschmerzen und vor allen Dingen Motivationsprobleme. Ankommen wurde mein einziges Ziel, Aussteigen keine wirkliche Option, also habe ich Sitz- und Gehpausen eingelegt und mich zum Essen gezwungen.
Und plötzlich lief es ab 80 km wieder rund: mit meiner Lieblingsmusik im Ohr konnte ich  gleichmäßig vorwärtslaufen und gegen Ende sogar noch Tempo zulegen. Neues Ziel: unter 12 Stunden bleiben...
Mein ursprüngliches Zeitziel habe ich ganz klar verfehlt, aber  die Erfahrung nach einer 50 km andauernden Krise plötzlich wieder motiviert zu sein, war ein schönes Erlebnis und hat den Lauf dann doch laufenswert gemacht.

 

Franz:

Biel 5

Biel 100 zum 7. Mal in Folge
Freitagnachmittag ca. 14 Uhr Fahrt zusammen mit Roland nach Biel. Normaler Verkehr und wie immer zähflüssig um Zürich. In Biel  haben wir an meinen üblichen Parkplatz in der Nähe vom See das Auto abgestellt. Vom Parkplatz aus brauchten wir so 15 Minuten, um zur Startunterlagenausgabe zu gehen. Im Nu hatten wir unsere Unterlagen in der Hand und machten uns auf den Weg zur Sporthalle, um dort unsere Taschen mit den Duschsachen für den nächsten Tag abzustellen. Der nächste Weg führte uns zur Pizzeria, um eine Kleinigkeit zu essen, unterwegs trafen wir noch auf Andre. Die Zeit verflog sehr schnell, nochmals zurück zum Parkplatz um die restlichen Sachen wie Rucksack und dergleichen abzuholen. Anschließend zurück zum Startplatz zum Foto machen, Karin und Sandra waren inzwischen auch am Startplatz. Dann kurzer Abschied und jeder nahm seinen für sich in Frage kommenden Platz ein.
Um 22 Uhr war es schon dunkel, als der Starschuss erfolgte und die Läuferschar sich in Bewegung setzte. Was habe ich mir für diesen Lauf vorgenommen? Meine beste Zeit war der erste Lauf mit 10:58h der schlechteste war 2015 mit 12:29h. Mein Wunsch war nahe an die erste Zeit anzuknüpfen. Ob es gelingt war die andere Sache. Die ersten Kilometer in der Stadt um die 5:35 min waren zu schnell; dennoch wollte ich nicht viel daran ändern, da nach ca. 6km doch der erste Anstieg kommt. Diesen Anstieg wollte ich gehen - es blieb aber beim wollte. Ich lief den Anstieg hoch, wollte keine Blöße zeigen und es ging ja auch ganz gut. Die Gefällstrecke dann nach unten liebe ich! Pace dabei 3:57 min.
Die weitere Strecke gab die Garmin als Durchschnittpage 6:00 an mit einer stetig fallender Stärke. Die 6:30 Pace kam mir irgendwie zu schnell vor. Zwischen 40 und 50km hatte ich irgendwie zu kämpfen. Inzwischen schon die Pace teilweise auf 6:90 gesunken. Ab 50km - als hätte jemand einen Hebel umgelegt - lief es auf einmal wieder deutlich besser. Es lief auf einmal; es machte so richtig Spaß auf dem Emmendamm folgte ich einer Staffetenläuferin. Wir waren nur noch am Überholen; keiner holte uns dabei ein. Konnte mich nicht daran erinnern, jemals am Emmendamm so gelaufen zu sein aber auch anschließend - auch an Steigungen lief ich wieder. Ich kannte mich selbst kaum mehr, schaffe ich die Zeit von 2011 einzustellen?
In Büren den Berg hoch so locker lief ich dort noch nie, anschließend runter zum Fluss und die restlichen 15 Kilometer zum Ziel und hierbei musste ich beißen. Langt es noch mit der Zeit wie viel Kilometer ist es noch genau? Meine Garmin zeigt mir mehr Kilometer an als die Schilder vom Veranstalter. Es wird knapp, nein ich habe verspielt, 10 Minuten hätte ich früher angreifen müssen. Als es klar war, war auch die Luft heraus und ich konnte kaum noch und musste zum Ende immer wieder kleine Gehpausen einlegen.
Endlich das Ziel mit 11:12.42 erreicht, Wunschziel knapp verfehlt, aber dennoch ich war mehr als zufrieden auch noch den 2.Ak-Platz erreicht zu haben, denn letztes Jahr war es der Altersklasse der 3. Platz. Dann müsste der 1.Ak nächstes Jahr folgen als Wunschgedanke.
Ein Läufer sagte bei der Dusche anschließend, ich hätte einen seltsamen Laufstill, würde gehen und dann immer wieder vorbei ziehen. Kann nicht langsam laufen entweder gehen oder normal laufen aber kriechend laufen geht nicht.

 

Roland:

Es soll mein dritter Start in Biel werden – bei der 59.Auflage dieses Klassikers. Einer der ältesten Läufe überhaupt – ein geradezu legendärer Nachtlauf. Bisher habe ich immer in diesem Zivilschutzbunker, die es in der Schweiz immer noch gibt, übernachtet. Dort kann man für kleines Geld in einen Nachtlager mit Stockbetten betreut vom Schweizer Zivilschutz übernachten und wenn man will kann sich dort auch für die Mahlzeiten anmelden. Doch diesmal reise ich erst am Lauftag selbst an, d.h. ich fahre frühmorgens erstmal zu Franz, der unweit der Schweizer Grenze wohnt. Mein Auto stelle ich direkt an der Grenze ab und fahre dann gemeinsam mit Franz nach Biel. Er ist öfter in der Schweiz unterwegs, ja auch in Biel ist Er nun schon zum 7x dabei.

Gegen 16:30 Uhr erreichen wir Biel und stellen das Auto auf einen Parkplatz nahe am Bielersee ab, von dort ist man zu Fuß in 10-15min am Kongresshaus in Biel, wo die Startunterlagen ausgegeben werden. Der Platz davor wird gerade weiträumig abgesperrt, da er als Start und Zielgelände gebraucht wird. Wir warten etwas, bis der erste Ansturm vorbei ist und holen unsere Unterlagen, dann entdecken wir auch schon Andre‘, der in Sichtweite mit Bekannten an einer Pizzeria sitzt und wir werden dort unser Abendessen vor dem Lauf um 22Uhr zu uns nehmen. Ich habe heute ein seltsames Gefühl für den Abend, am ehesten lässt sich das damit beschreiben: Ich habe zu diesen 100km heute Nacht noch keine Beziehung, warum ist mir rätselhaft, fehlt mir die Umgebung des Zivilschutzbunkers? Irgendwie verunsichert mich das – sowas hatte ich noch nie.

Wir laufen nachher nochmals zum Auto und machen uns laufbereit, packen unseren Kleiderbeutel, den wir nachher in einer Turnhalle abgeben können. Dort kann man nachher auch duschen, bekommt sein Finisher-Shirt, usw - alles ist nah beim Start-/Zielbereich. Hier versammelt sich im Moment eine Armada von Radfahrern, welche mit eigenen Start-Nr. und Genehmigung die Läufer begleiten dürfen. Jedoch erst außerhalb von Biel dürfen Sie zum Läufertroß, also werden Sie von hier zum entsprechenden Punkt begleitet, die Schweizer haben hierfür ein schönes Wort kreiert: „Velo-Separation"!

Am vereinbarten Zeitpunkt treffen nachher die restlichen LG Ultraläufer ein und wir lassen uns fotografieren. Während wir uns so langsam für den Start vorbereiten, startet bereits der 13,5km lange Erlebnislauf mit Genuss-Joggern und Walker mit und ohne Stöcken. Nun werden jede Menge treuer Starter geehrt, ein Bekannter hat tatsächlich hier seinen 25.Start, den Vogel schießt ein Schweizer ab, der zum 45x den Hunderter in Angriff nimmt *Respekt*

21:45Uhr – nun scharren sich Läufer langsam im Startbereich zusammen und mein „Laufgefühl" kommt wohl langsam doch auf, bei dieser Stimmung. Es werden um 22Uhr die 100er (ca 800Starter) und die Läufer des 56km Ultralaufs (ca 200Starter) in die Nacht geschickt. Die ersten KM geht es noch durch das hell erleuchtete Biel, mit vielen Zuschauern an der Strecke. Nach 7-8km der erste größere Anstieg und über Port geht es hinaus aus der Stadt in die mehr oder weniger dunkle Nacht – es ist Vollmond, doch zunächst verbirgt sich das Gestirn hinter Wolken. So greifen die meisten Läufer spätestens jetzt an Ihren Kopf, um die Stirnlampen einzuschalten. Das tue auch ich, in meinem 2.Bauchgürtel habe ich noch eine Ersatz-Stirnlampe und eine kleine Taschenlampe dabei – sicher ist sicher! Uns schon sprintet auch Andre‘ an mir vorbei – ehrlich gesagt, habe ich schon längst damit gerechnet. Bald sind die ersten 15km erreicht, grade mal gut eingelaufen … denke ich bei mir, ich fühle mich ganz gut und werde mein Ziel erst im Verlaufe des Rennens genauer definieren. Eine Zeit, wie die vergangenen Jahre (2015: 9:02; 2016: 9:45) halte ich derzeit absolut nicht machbar. Aber wer weiß, wie es läuft – ich werde einfach situativ entscheiden, wie ich meine Kräfte einteile.

Schon erreichen wir den Ort Aarberg, mit der berühmten alten Holzbrücke, hier ist immer mächtig was los, als ich das erste Mal hier startete und darauf zulief, hatte ich Angst die Brücke könnte dem Trubel der Fans und Läufer nicht standhalten. Es ist ein Gänsehautgefühl bei dieser Stimmung über die Brücke zu laufen. Als ich nachher auf den Ort Lyss zulaufe, kommt wieder Andre‘ an mir vorbeigelaufen – ich vermutete Ihn schon viel weiter vorne. Er erklärt mir ein Dixie-Besuch ist daran schuld. Über weitere kleine Ortschaften geht es durch die Schweizer Nacht. Bei KM 32 überqueren wir eine größere Landstraße, das wird mittels Notstromaggregat taghell ausgeleuchtet dadurch bestens abgesichert. Kurz danach erkenne ich ein Alphorn am Straßenrand, leider ist es gerade stumm, dieses für mich schönste aller alpenländischer Instrumente. Doch als ich daran vorbei laufe ertönt es: Wundervoll – dieser Ton jagt mir einen wohligen Schauer über den Rücken, was bin ich für ein Glückspilz! Auf meinem weiteren Lauf durch die Nacht werde ich noch zweimal diesen schönen Ton zu hören bekommen.

Biel 3

Irgendwo bei KM45 der obligatorische nächtliche Kontrollpunkt, ich kenne es ja von meinen früheren Starts, hier wird man kurz aufgehalten, ein Stempel auf der Start-Nr. soll beweisen, alles geht mit rechten Dingen zu.

Und schon kommt abermals Andre‘ vorbei: „War nochmals auf’m Dixie" so sein Kommentar. Hier bemerke ich bereits, es läuft nicht richtig rund bei Ihm und das hat wohl eher nix mit den Dixie-Besuchen zu tun, es sieht nach orthopädischen Problemen aus. Er kommt nimmer weg von mir und einige KM später habe ich Ihn überholt und sehe Ihn nicht mehr, leider musste Er aussteigen.

Am nächsten VP spanne ich die Gurte meiner Stirnlampe etwas nach, da sie durch den Schweiß etwas locker geworden sind – alles passt wieder, weiter geht’s! Ich steuere so langsam den KM50 an, er liegt irgendwo in der „Prärie" ganz unscheinbar. Doch das Gefühl, bald die Hälfte geschafft zu haben, weckt in mir eine geradezu unbeschreibliche Lauffreude aus. Ich stürme auf den KM50 zu, als wäre es schon das Ziel ….. eine innere Stimme in mir warnt: Du hast erst die Hälfte, die Zweite wird wesentlich schwerer werden. Woher kommt die innere Stimme, eine Art erhobener Zeigefinger eines „inneren Lauftrainers" von dem ich bisher gar nichts wusste ….. ich bin nun mal ein Spaßläufer und will mich nicht zu sehr einschränken, will meine Freude und Spaß haben. Was tun? Die Lauffreude siegt und ich stürme einfach weiter …. Und weiter…. Mit diesem Elan erreiche ich Kirchberg, das Ziel der 56KM-Läufer und danach geht es weiter zum Emmendamm, besser bekannt unter „Ho-Chi-Minh-Pfad", in Anlehnung an ein Verkehrswegsystem, bereits im Indochinakrieg benützt, gewann es vor allem im Vietnamkrieg an Bedeutung bei der Unterstützung des besetzten Südvietnams durch den Norden Vietnams. Mit diesem Namen soll wohl eine Art „grüne Hölle" bezeichnet werden. Ich hatte vor dem erstmaligen Belaufen dieses Abschnittes gewaltigen Respekt, doch mit etwas gesteigerter Aufmerksamkeit (vor allem wenn man auf diesem Abschnitt nachts unterwegs ist) können diese 7-8km gut bewältigt werden. Halbwegs gefährlich sind davon auch nur 3-4km. Doch gilt hier, bevor der Abschnitt erreicht wird, eine Umfahrung für die begleitenden Radfahrer.

Ich jage also geradezu durch diese „grüne Hölle" – zumindest will mir das meine euphorische Stimmung glaubhaft machen – die Läufer vor mir machen jedenfalls bereitwillig Platz, als ich „angeflogen" komme. Die dichte Belaubung, hängende Äste, Wurzeln und Steine können mir alle nix anhaben, ich bin bestens beleuchtet und motiviert. Für lange Zeit werden mich nun lediglich Staffelläufer (Schweizer Begriff: Stafetten) überholen, sie sind ja eben erst beim KM56 eingestiegen – gut so!

Gegen Ende des Pfades sehne ich tatsächlich den VP herbei, es wird Zeit für mein zweites Gel und ich glaube fast meine Superstimmung ist ein wenig verflogen …. Aber diese 15 – 18km Rallye waren es wert, dieses tolle Erlebnis bleibt! Doch ich bin immer noch in guter Verfassung und versuche meine Pace auf ebener Strecke unter 6min zu halten, das gelingt größtenteils und so rechne ich mir u.U. tatsächlich eine Zielzeit von unter 10Std aus – man darf ja Optimist bleiben, obwohl ich ja weiß was da noch so alles kommt.

Als ich anschließend auf Gerlafingen und Biberist zulaufe ist ein kleines Waldstück taghell erleuchtet, hier stehten die ganzen Begleitradler und erwarten Ihre jeweiligen Partner, feuern aber auch alle anderen Läufer lautstark an, das tut gut. So langsam erwarte ich den Einbruch der Morgendämmerung. Gegen 5Uhr ist es soweit, ich habe ca 73km hinter mir und es wird langsam hell, gleichzeitig steigt die Strecke langsam an und ich laufe einen Streckenabschnitt der mir so nicht bekannt ist – wie sich später herausstellt mußte hier eine kleine Streckenänderung vorgenommen werden. Als ich wieder bekannte Strecke erkenne, weiß ich was kommt: Der steilste, heftigste Anstieg auf der doch insgesamt eher „flachen Runde". Ich habe mir vorgenommen auch dieses Stück komplett durchzulaufen, was doch eine Herausforderung ist, eher wegen der bereits absolvierten 77km, als wegen der Steigung alleine. Ich schaffe DAS, ich weiß ich werde belohnt, denn es folgen ca3km Downhillrace, wie ich es liebe …. Die 3folgenden KM jeweils deutlich unter 5min sprechen eine deutliche Sprache *WOW*

Bei KM82/83 erreich wir Arch und wir laufen nun fast beständig am Ufer der Aare entlang mit minimalen Gefälle – was eben ein langsam dahinfließender Fluß so hergibt an Gefälle. Es ist bei mir ca 6Uhr als ich hier eintreffe, alle Läufer die hier erst zur Mittagszeit eintreffen und einen sonnigen Tag erwischen, haben hier mit fast uneingeschränkter Sonneneinstrahlung zu kämpfen, entsprechend heiß wird das auf den letzten 20km. Mich trifft das hier und jetzt nicht – kurzer Uhrencheck, ich sollte versuchen noch möglichst viele KM sub 6min zu laufen, um einen entsprechenden Puffer für unter 10Std zu haben.

Tatsächlich laufe ich auf den letzten 20km nur 5Km mit knapp über 6min – ich versuche mein Grundtempo beizubehalten und ich trete mich halt hin und wieder selbst (virtuell) in den Allerwertesten – so komme ich gut durch diese letzten 2Std. Ich renne nach Biel hinein, weiß was auf mich zukommt – die 10Std werden locker unterboten, nur knapp über der Zeit von 2016 erreiche ich mit 9:48:16 die Ziellinie!

Ich bin zufrieden mit meiner Leistung und kaum lasse ich mich im Zielbereich in einem Zelt nieder, Brot kauend und alkoholfreies Bier trinkend, werde ich von bekannten Läufern angequatscht. Einer freut sich gerade ein Loch in den Bauch: „Hurra, ganz knapp unter 10Std, ich habe die Sparathlon-Quali geschafft" – ich gratuliere Ihm und mir fällt ein, das trifft ja auf mich auch zu, falls ich es 2018 wieder versuchen wollte…..

Ich gehe langsam zur großen Turnhalle in der Nähe, wo mein Kleidersack auf mich wartet, freue mich auf eine wundervoll heiße Dusche und gucke nach kleineren Verletzungen, wie Blasen, Schürfungen oder Wetzstellen, die ich während eines solchen Laufes kaum bemerke. Alles im „grünen Bereich" – das heißt für mich einem weiteren Start beim Illermarathon am Abend in Immenstadt (Ziel in Kempten) steht höchstens etwas Müdigkeit im Weg. Nachdem ich wieder in die Turnhalle zurückkehre und mich dort auf einer Matte etwas langmachen will, stelle ich fest, der Beutel von Franz, der eben noch neben meinem lag ist weg. Was ist passiert, ist Er raus, oder (was ich als Optimist erstmal annehme) schon durch, relativ kurz nach mir. Ich sortiere meine Klamotten und will mich hinlegen, da taucht Franz schon auf – so wie Er grinst: Alles klar Er ist schon durch, mit einer sensationellen Zeit von 11:12Std, seine zweitschnellste Zeit in Biel, ich gratuliere diesem Teufelskerl! Er hat schon sein Finishershirt und Urkunde abgeholt, Er hat in seiner AK M65 den 2.Platz und erklärt. Wir müssen dann vor zum Zelt da ist die Ehrung der AK. Ich gehe nach nebenan und hole auch Shirt und Urkunde, traue meinen Augen kaum – auch ich habe in meiner AK M55 den 2.Platz erreicht. Na dann auf zum Zelt.

Text: Michael Irrgang, Katrin Tüg-Hilbert, Franz Holzleitner, Roland Kraus; Fotos: Veranstalter (AlphaFoto), Roland Kraus; 15.6.2017

Bei unserer Veranstaltung, dem Bottroper Ultralauf Festival 2016, haben wir drei Freistarts zum Marathon auf Föhr verlost. Wie unser Lauf ist der Föhr-Marathon eine ganz besondere Veranstaltung, zu der die gezogenen Gewinnerinnen auch gemeinsam hinfuhren und teilnahmen.

Foehr 1

Yvonne Burkhardt nahm am Marathon teil, den sie in einer guten Zeit finishen konnte. Ein bisschen Wind und viel Sonne sorgten für tolle Laufbedingungen.

Foehr 3

Ellen Gödde und Melanie Fischer, liefen in Bottrop zusammen in der erfolgreichen Staffel der Stadt Bottrop und auch auf der Insel gemeinsam. Sie wählten den Langschläferhalbmarathon, den sie ebenfalls souverän beendeten.

Auch in diesem Jahr planen wir wieder im Rahmen der Siegerehrung Freistarts zu verlosen. Dieses Jahr gibt es drei Siegerehrungen, je nach Wettkampflänge. Einzelstarter können am Samstag, den 26.8.2017 um 12 Uhr zum 6h-Lauf starten, um 19 Uhr zu einem Nacht-12h-Lauf oder gemeinsam mit den 6h-Läufer starten und 24h laufen. Die Staffelwettbewerbe über 6 und 24 Stunden starten alle am Samstag um 12 Uhr. 

Details zur Veranstaltung findet ihr hier in der Ausschreibung.

Bilder: Veranstalter des Föhrmarathons, Text: Michael Irrgang, 12.06.2017

Heute möchte ich von einem ganz besonderen Marathon berichten. Besonders, weil es ein anspruchsvoller Lauf mit 1.770 positiven Höhenmeter hoch zur Sommeralm ist, wobei Sommeralm der Name des Berges ist, auf dem das Ziel ist. Weiterhin ist besonders, weil auf keinen meiner bisherigen Läufe das Motto "Vom Läufer für Läufer" besser zutrifft.
Mein guter Lauffreund Udo Pitsch aus der Nähe von Augsburg kennt den Hannes Kranixfeld, von allen liebevoll "Kraxi" genannt, schon sehr lange. Er ist alle bisherigen 6 Sommeralm-Marathons bei ihm gelaufen und hat mir diesen Lauf absolut empfohlen. Nun trafen wir uns bei Udo zuhause zum Frühstück. Weiterhin dabei Eckhard Herwig (er war auch schon 2x bei Kraxis Marathon) und seine neue Freundin Susi Lürsel, die er vor ein paar Wochen bei der Harzquerung kenengelernt hat. Im Auto und auf der Laufstrecke mit dabei waren auch Arthur, der Hund von Susi und Roxy, die Hündin von Udo. So machten wir uns von Augsburg auf Richtung Steiermark, genauer Winzendorf bei Pöllau. Die Fahrt war angesichts des intensiven Pfingstreiseverkehrs sehr zeitintensiv und folgte wohl auch nicht immer dem kürzesten Weg. Doch die vier Marathonis ließen sich die Stimmung nicht verderben.
Wir kamen gerade zur Startnummernausgabe am Vorabend, die vor dem Haus stattfandt , während nebenan aus der Garage mehrere Transporter und Kleinbusse (allesamt von diversen Sponsoren bereitgestellt) für das Event morgen beladen werden. Wir begrüßten unsere Gastgeber, erhielten unsere Startbeutel und bekamen unsere Zimmer zugeteilt. Eine Stunde später saßen wir schon bei der privaten "Pasta-Party" im Esszimmer bei Kraxi und seiner Frau Babsi, der "guten Seele" im Haus und des Sommeralm-Marathons. Es wurde viel erzählt und gelacht, der Abend verging wie im Flug und wir verzogen uns allmählich zum Schlafen.

SA 1

Am Start Eckhard, Susi und Roland mit Hund Arthur

SA 2

Mit am Start Udo Pitsch mit Hündin Roxy
Kurz vor 6 Uhr klingelte mein Wecker und ich machte mich und meinen Kleidersack fertig, dann wartete Babsi schon mit dem Frühstück auf uns. Welch komfortable Situation. Wir gingen aus dem Haus zum Start, der nur ein paar hundert Meter entfernt war, gaben unsere Kleiderbeutel ab und erwarteten mit 70 weiteren Marathonis und einigen Staffelläufern den Beginn. Um 7:30Uhr wurden wir auf einen fast familiären und sehr sonnigen, aber anspruchsvollen Lauf geschickt.

SA 3

Kraxi am Start gibt seinen Begleitradfahren letzte Anweisungen
Ein kurzer Überblick zu den Laufbedingungen. Wir laufen von einer Höhe von 371m auf eine Zielhöhe von 1.446m an der Stoakogl Hütte hinauf. Es sind 1.770 positive und 730 negative HM zu passieren. 25% Forst- und Wanderwege, der Rest auf kleineren Asphaltstraßen - so die Ansage. Schon beim Start wurden ca 15 Grad gemessen, es könnten locker 30 Grad werden, für den Nachmittag waren Niederschläge/Gewitter angekündigt. Entsprechend leicht bekleidet samt Trinkgurt war ich unterwegs.
Es begann mit einer kurzen Waldstrecke; noch schattig und wir machten sogleich einige HM auf und ab. Das kleine Feld entzerrte sich schnell und es war gut zu laufen. Anschließend tatsächlich eine längere Bergabstrecke. Ich dachte mir, genieße jeden "leichten KM" -davon werden nicht zu viele kommen. So ging es nach nicht mal drei Kilometer fast permanent bergauf - mit steigender Intensität. Ich kam fast an meine Grenze, was ich noch im Laufschritt zurücklegen konnte bzw. wollte. Für mich gilt in dieser Beziehung eine Art "Kosten-Nutzen-Rechnung", also was kostet es mich an Kraft/Überwindung noch zu laufen und was nützt es mir. Wenn ich einen steilen Berg hinauflaufe und dann oben so fertig bin, dass ich auf ebener bzw abfallender Strecke nicht "richtig loslaufen" kann, dann ist für mich der Nutzen sehr fraglich - das ist meine Definition.

Längst waren Ecki und Susi samt Hund locker an mir vorbeigezogen. Sie sind sicherlich besser Bergaufläufer, wie sich später herausstellte, bin ich wohl der bessere Bergabläufer.

SA 4
Waren anfangs die Laben (ür Unwissende: so heißen in Österreich die VP's), in ca 5 km-Abständen, so wurden bei anspruchsvollem Gelände, die Abstände alsbald kürzer. Angesichts der Temperaturen, die sich auf die 30 Grad hin bewegten, schaffte das gute Voraussetzungen - Kraxi wusste was Läufern gut tut! Es folgten 3km mit leichten Auf und Ab. In meinem eingeprägten Höhenprofil - das mich schon mal täuscht, weil nicht aufmersam genug gewesen - sollte nun einige Downhill-Kilometer folgen; meine Erwartung wurde nicht enttäuscht. Ich freute mich darauf, etwas rasanter unterwegs zu sein und meinen KM-Schnitt ein wenig zu drücken, um eventuell mein Wunschziel (sub 5Std) zu erreichen. Wobei dieses Ziel sozusagen "aus dem Ärmel geschüttelt" war, denn ich kannte das Profil nicht wirklich und verließ mich auf die Aussagen von anderen. Erstes Ziel ist natürlich diesen Berg-Marathon ins Ziel zu bringen, was nicht ganz einfach werden wird.

SA 5

Nun also: Feuer frei! Im Galopp ging es den ersten Anteil noch etwas trailig bergab, dann weiter auf Asphalt - hier könnte auch stehen: Rolands' Rally-Strecke! Das wollte ich ausleben und gab Gas. So durfte ich 2 schnelle Kilometer verbuchen: 4:20 bzw 4:35-er Pace. Als kurz nach der Halbmarathon-Marke zwei kleine aber heftige Anstiege folgten, musste ich Tribut zollen, ging zum ersten Mal kurz, kam aber bald wieder ins laufen. Die Sonne brannte jetzt auf freien Gelände ziemlich heftig herab und erinnerte mich zum Teil an meinen unvollendeten Spartathlon im September 2016. Doch es gab auch jede Menge Belohnungen: herrliche Bergpanoramen, weite klare Sicht! Von Eintrübungen, aufziehenden Wolken bei den vorangegangenen Sommeralm-Marathons war weit und breit nix zu sehen.

SA 6

Ein Stück die Landstraße entlang ging es zur nächsten Labe; ich dachte mir noch: schon wieder eine. Aber der Helfer dort machte unmißverständlich klar, was kommt: "Etz geht's glei auffi" sagte er - und wenn ein Einheimischer das so sagt, war mir klar, was das bedeutete. Es ging noch ein paar schonende 100m in die Ortschaft Birkfeld hinein, dann kam, was kommen musste: ein steiler Anstieg mit einer Rechtskurve. Ich versuchte zu laufen, kaum um die Kurve sah ich, was auf mich zukam und ich war bald im Gehschritt. Die folgenden 5 KM waren langsamer Trab abwechselnd mit Gehschritt angesagt. Ein kurzes Laufstück ist kaum der Rede wert - zwischendurch passierten wir den Ort Koglhof mit einer weiteren Labe. Ich wiederhole mich: Kraxi weiß was Läufer brauchen. Nach einer kurzen Verschaufpause  von ca 2KM ging es schon zum nächsten Dorf (Sallegg) empor, erneute Labe mit dem Helferkommentar: "Etz habt's nur no zehn Kilometa" - mein KM-Durchschnitt hatte dramatisch gelitten und ich bezweiflte stark den Rest in knapp 1,5Std zu bewältigen, was sub 5Std gefährdete. Ich setzte darauf, das in meiner Erinnerung das Höhenprofil noch 1-2 Kilometer Gefällestrecke versprach - es kam: ab KM33 durfte ich wieder etwas Feuer geben, wenn es wohl auch etwas übertrieben klingt, es nährte die Hoffnung, das Zeitziel sei machbar. Doch der weitere Verlauf lässt die Zweifel sprießen - es scheint nur noch steil aufwärts zu gehen. Tolle Aussichten entschädigen immer wieder für die Anstrengungen. Bei KM 37 (laut meiner beiden GPS-Uhren) hatte ich noch 57min auf die gewünschten 5Std. Das sollte doch mitt dem Teufel zugehen, dachte ich bei mir. "Da habe ich doch fast 10min für jeden KM", so meine "grobe Denke". Schon bei der Marke 38 der Dämpfer: 10:22 min waren vorbei - ich laufe an .... und weiter, ich laufe - nach 500m ging ich schon wieder und lief wieder an. In einer scharfen Rechtskurfe die vorletzte Labe, als ich den weiteren Weg betrachtete, schienen die nächsten Meter laufbar - gut so. Es kamen mir mehrere Radfahrer entgegen, sie hatten ein heftiges Tempo drauf, was mich erahnen lässt, dass sie einen Berg herunter rauschen, den ich hochlaufen muss - soviel erfasste mein Laufverstand zu diesem Zeitpunkt schon noch..... Wider Erwarten konnte ich noch etwas weiter laufen, dann ging ich wieder - es wechselte nun ständig.

SA 7

Aufmunterndes Schild bei Kraxis Marathon

Als ich mich kurz vor KM40 wähnte, entdeckte ich ein Hinweisschild mit Kilometer-Angabe, darauf prangt schwarz auf gelb die Zahl 39. Ich schüttlete den Kopf, waren nun meine beiden Uhren schon zu weit, oder ist die Tafel richtig? Mein Vertrauen in Kraxi war so groß, das ich an der Angabe meiner Garmin's zweifelte - was soll's, ich musste eh ins Ziel, egal wie weit es noch war. Nun versuchte ich eben meinen "leichten Frust" in Laufenergie umzuwandeln, z.T. gelang das sogar. Soweit wie möglich am Stück laufen, nun ja es werden wohl ein paar 100m sein. Nun versicherte ich mir selbst, nach diesem Anstieg wird ins Ziel gelaufen, meine Uhren zeigten 41,3km, als ich ein letztes Mal anlief. Keine große Steigung mehr, aber das Ziel war noch so weit weit ... geschätzte 2 km. Keine Zeit auf die Uhr zu sehen - ich rannte .... und wurde noch schneller. Es sollte möglich sein. Die Geräusche vom Zieleinlauf drangen an mein Ohr. Läufer wurden angekündigt, Musik war zu hören - ein voller Parkplatz an der Stoakogl Hütte war zu sehen ... nur noch wenige 100m. Der Moderator erkannte bereits meine Start-Nr. und kündigte mich an. Rechts rein in den Zieleinlauf, über die Matte gerannt - Uhrenstop: 4:55Std, ich hatte es tatsächlich geschafft. Überglücklich bedankte ich mich sofort bei Kraxi für diesen wundervollen und toll organisierten Lauf. Ich ging zur Zielverpflegung, wo Babsi stand und bedankte mich ebenso bei ihr - sie ist allgegenwärtig bei diesem Lauf, organisierte und hatte den Überblick - DANKE *WOW*!

SA 8

Nach 1770HM glücklich im Ziel: Roland, Susi und Ecki
Ecki und Susi mit Arthur hatten in 4:50:48 gefinisht. Ich holte meinen Kleiderbeutel und wir ließen uns mit einem Shuttle-Bus zum Brandlucken-Hotel fahren, wo wir im Fitnessbereich duschen, saunieren konnten und wir ein Menü serviert bekamen. Auf dem Weg dorthin kam uns Udo mit Roxy entgegen, Er hatte in 5:25:39 gefinisht.
Ich genoss die Sauna und Dusche! Als ich über die Terasse ins Restaurant ging, bemerkte ich, wie sich der Himmel verfinsterte und Wind aufkam. Wir saßen gemütlich beisammen und aßen, tranken Kaffee und warteten auf die Ankunft der Organisatoren, damit die Siegerehrung beginnen konnte. Nun begann auch schon das Gewitter und als Kraxi und Babsi eintrafen, waren sie schon heftig nass geworden.

SA 9

Bei der Siegerehrung bekam jeder Finisher seine Urkunde und Medaille von Kraxi übergeben
Kurz darauf konnte die Siegerehrung beginnen und jeder Finisher wurde aufgerufen, bekam seine Urkunde und die Medaille überreicht. Wie üblich wurde den Sponsoren gedankt, die sich hier ganz besonderes engagierten und zum Großteil persönlich vertreten waren. Im Anschluß gab es eine Start-Nr-Tombola, bei der verschiedene Marathonstartplätze und Sachpreise verlost wurden. Ich dachte noch: bitte keinen Marathon-Platz – bei meinem übervollen Terminkalender kann ich da eh nicht starten … und prompt wurde ich gezogen für einen steirischen „Freßkorb" mit jeder Menge Wurst, Fleisch und Schinken – lecker!

SA A

Bei der Tombola gab es einen Spezialitäten-Freßkorb für Roland
Nach dem Ende fuhren wir zurück zum Hause Kranixfeld und zwei Stunden später saßenn wir in einer Buschenschänke in Winzendorf. Die "deutsche Delegation" hatte Kraxi und Babsi auf eine typische, österreichische Brotzeit eingeladen und bedankte sich für die herzliche Gastfreundschaft mit Brettljause, Wurst, Käse und Bauernbrot. Dazu gab es Wein, Apfelsaft und Wasser. Ein gelungener Abschluss für einen wahrhaft rundum Muster-Marathon!
Nach einem gemeinsamen Frühstück verabschiedeten wir uns – wir sind uns alle einig: Babsi und Kraxi, wir kommen wieder!
Jedem, der gerne einen anspruchsvollen Bergmarathon, jedoch ohne große Trailambitionen laufen möchte, dem empfehle ich diesen bestens organisierten Lauf in einer atemberaubend schönen Bergwelt.

Ergebnis:
Pl Startnr. Name Jahrg. m/w Nation Verein Zeit
24. 40 Roland Krauss 1962 m LG Ultralauf / 100 Marathon Club 4:55:06,9

SA B
Abschied vom Bergpanorama der Steiermark

Text: Roland Krauss Fotos: Eckhard Herwig und Roland Krauss, 8.6.2017