Laufgemeinschaft der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung e.V.

DUV Logo 2018 CupEr ist zu unrecht wenig bekannt und wenig beachtet, denn er ist so etwas wie die "Einzelmeisterschaft der Ultraläufer" und ergänzt die Ultramarathon-Bundesliga, die so etwas wie die Vereinsmeisterschaft im Ultralaufsport ist. Wer sind denn nun die besten Männern und Frauen? Dazu später mehr. Der Cup geht in die entscheidende Phase, da von 16 Cup-Läufen bereits 12 ausgewertet wurden und weitere 3 innerhalb der nächsten 3 Wochen stattfinden. Insbesondere in Schwäbisch Gmünd wird das Feld möglicherweise noch einmal neu sortiert, da hier viele Läuferinnen und Läufer am Start sind.

Wie funktioniert der Cup?

Es gibt 2 Veranstaltungskategorien. Salopp formuliert: Die langen Läufe und die kurzen; lang sind 100km 12h oder länger, kurz 50 km oder 6h. Bei den Trailläufen ist die Grenze etwas unscharf, liegt aber so bei 70 Kilometern. Für jeden Finisher eines Cup-Laufes wird die individuelle Leistung in Punkte umgerechnet, wobei es 1000 Punkte etwa für eine Weltrekordleistung oder Streckenrekord gibt. Jeder Teilnehmer eines Cup-Laufes nimmt automatisch an der Cup-Wertung teil, benötigt aber 3 Wertungsläufe, um in die Ergebnisliste zu kommen, wobei mindestens ein Lauf je Kategorie dabei sein muss. Höchstens werden die vier punktbesten Läufe in die Wertung aufgenommen. Die Wertung erfolgt in drei Altersgruppen: die mittlere Gruppe umfasst die Altersklassen M/W 50 und M/W 55, die anderen betreffen die jüngeren, bzw. die älteren Läufer. Hierfür gibt es auch tolle Namen: die Junior-, Senior- und die Master-Klasse.

Was gibt es zu gewinnen?

Neben dem obligatorischen Ruhm und haufenweise Ehre, kann sich jeder, der in die Cup-Ergebnisliste kommt, eine Teilnehmerurkunde ausdrucken. Die ersten 6 je Altersgruppe werden geehrt und erhalten Sachpreise. Die Ehrung erfolgte früher in Rodgau, wo traditionell der erste Cup-Lauf des Jahres stattfindet oder zuletzt bei der ersten deutschen Meisterschaft in Münster 2017. Da seit 2016 die Meisterschaftsläufe gleichzeitig auch Cup-Läufe sind, findet man in der Siegerliste überwiegend Läuferinnen und Läufer, die dort ihre Saisonhöhepunkte hinlegten. Wo die Ehrung im nächsten Jahr stattfindet, ist aktuell noch offen.

Die Sieger 2016

Gesamtrang Männer Verein Jahrgang Altersgruppe
1 Dautel, Alexander LG Nord Berlin Ultrateam 1988 M-44
4 Munz, Bernhard LG Allgäu/Kempten 1961 M55+
5 Marhold, Günter TSV Wolfratshausen 1969 M45-54
         
Gesamtrang Frauen Verein Jahrgang Altersgruppe
1 Alder-Baerens, Nele Ultra Sport Club Marburg 1978 W-44
2 Rolle, Patricia LG Nord Berlin Ultrateam 1970 W45-54
25 Timmler, Chris-Eleonore LG Mauerweg Berlin 1960 W55+

Und 2017?

Hier sind vermutlich noch die meisten Entscheidungen offen. Gab es beispielsweise im letzten Jahr 37 Frauen in der Wertung, so sind es aktuell gerade einmal 4, davon hat noch niemand 4 Läufe in der Wertung! Aktuell führt unser Vereinsmitglied Katrin Tüg-Hilbert, die vermutlich auch noch einmal in Schwäbisch Gmünd ein paar Punkte hinzubekommen wird. Nele hat durch ihre beiden Siege in Münster und Berlin bei den dortigen Meisterschaften zwar eine Unmenge an Punkten, aber ihr fehlt aktuell noch der dritte Wertungslauf für eine Cup-Platzierung. 

Bei den Männern liegen aktuell Enrico Wiessner (LG Nord Berlin Ultrateam), Fabian Benz (LG Ultralauf) und Manuel Tuna (TSG Helberhausen) relativ eng beeinander in Führung; jeweils mit drei sehr guten Leistungen. Alle drei sind aktuell nicht für Schwäbisch Gmünd gemeldet!

In der Altersgruppe M55+ belegen unsere Vereinsmitglieder Roland Krauss, Walter Hösch und Konrad Vogl die Plätze 1 bis 3, wobei Walter die größte Chance hat, die Wertung zu gewinnen, da er aktuell nur drei Wertungen hat und in Schwäbisch Gmünd gemeldet ist.

Und 2018???

Den Cup gibt es in der jetzigen Form übrigens erst seit drei Jahren. Vorher gab es einen 50km- und 6h-Cup. Seit letztem Jahr sind die Meisterschaftsläufe zu den Cup-Läufen dazugekommen. Für das nächste Jahr ist keine Anpassung geplant. Die DUV hat letzte Woche die Cup-Läufe für das kommende Jahr bekanntgegeben:

Datum Veranstaltung Distanz Pool DM
27.01. Rodgau 50 km 1  
10.03. Münster/Rheine 100 km 2 DM (unbestätigt)
24.03. Schweriner Seen-Trail 60,1 km 1  
08.04. Ebershausen 50 km 1 DM
05.05. Wuppertal 100 km 2  
09.06. Hoyerswerda 6 h 1 DM
30.06./01.07. Reichenbach 24 h 2  
14.07. Maintal-Ultratrail 64,5 km 1 DM
28.07. Schwindegg 6 h 1  
28.07. Chiemgau 100 km 2  
11.08. Berlin 100 Meilen 2  
01./02.09. Bottrop 24 h 2 DM
22.09. Pfalztrail 85,6 km 2  
23.09. Kraichgau 50 km 1  
06.10. Taubertal 100 km 2  
28.10. Röntgenlauf 63,3 km 1  

 

Zur 100km DM in Münster: Diese richtet Christian Pflüger mit seinem bewährten 6h-Lauf-Team zusammen mit der LG Ultralauf aus. Es wird eine neue, schnelle Strecke geben. Der Zeitpunkt erlaubt eine Qualifikation zur 100km WM im Herbst in Kroatien. Die Anträge wurden vom DLV Landesverband Westfalen bereits zum Bundesverband zur Genehmigung weitergeleitet. Vermutlich wird die Entscheidung in den nächsten 2 Wochen fallen. Am Konzept wird gerade noch gefeilt, aber es wird mit Sicherheit eine besondere Veranstaltung werden - so viel sei schon einmal verraten.

 

Links zu Beiträgen der DUV-Seite:

Regelwerk

News DUV-Seite Cup 2017/2018

Ergebnisse 2017

Text und Graphik: Michael Irrgang, 2.10.2018

 

 

 

 

Mit der Bretten Night52 (52 KM + ca. 900 HM) und dem Kraichgaulauf (50 KM + ca. 800 HM) haben wir in unmittelbarer Nähe zu Karlsruhe zwei richtig tolle Ultralaufveranstaltungen. Im sogenannten Kraichgau 100plus CUP werden beide Läufe gewertet und die 3 Erstplatzierten im Rahmen der Kraichgaulauf Siegerehrung gekürt. Es gab also wieder viele Gründe in diesem Jahr, die 102 KM durch die schöne Hügellandschaft zu laufen.

Bretten Night52

Bereits im Juli beim Lauf in Bretten hatte ich mir einiges vorgenommen und wollte die 52 Km auf jeden Fall unter 4:30 Stunden laufen. Dabei hatte ich von Beginn an eine tolle Unterstützung. Die beiden schnellsten Frauen im Teilnehmerfeld Natascha Bischoff und Bettina Eyhorn nahmen mich über 40 hügelige Kilometer ins Schlepptau. Leider musste ich das spätere Sieger-Duett an der Verpflegungsstelle ziehen lassen und mein eigenes Rennen zu Ende laufen. Zunehmend bekam ich schwere Beine und konnte die Pace einfach nicht mehr halten. Ich überwand das Tief, die Schmerzen und konnte meine Zeit vom letzten Jahr sogar noch knacken. Nach sehr harten 12 Schlusskilometern kam ich nach 4:39 Stunden ins ersehnte Ziel. In toller Erinnerung blieben jedoch die unterhaltsamen und kurzweiligen 40 KM mit Natascha und Bettina.

Kraichgau 1

Erst zu zweit und etwas später dann zu dritt durch das Kraichgau

Kraichgau 2

Das Kraichgau-Trio :-) in Bretten

Kraichgaulauf

Kraichgau 3Für den zweiten Lauf des Kraichgau 100plus CUP´s in Sinsheim-Rohrbach war ich gut gerüstet. Zum einen konnte ich auf eine gute Erinnerung wegen meines überraschenden 4. Platzes über die 33 Km Distanz aus dem Jahr 2015 zurückgreifen, zum anderen war ich seit kurzem Mitglied der LG Ultralauf und für diese mit neuem Shirt und motiviert am Start.

Ok, ein bissel trainiert hatte ich natürlich auch :-)

Bild: Vor dem Start mit Franz

Gleich nach der Startnummernausgabe traf ich auf den Franz von der LG Ultralauf, der sich am Ende den 1. Platz in der M65 einheimste. In der Startaufstellung stieß ich dann auch auf das weibliche Sieger-Duett von Bretten. Natascha und Bettina hatten sich schon mal in Stellung gebracht. Mein Plan war, irgendwie an den beiden dranzubleiben bzw. mit Ihnen zu laufen, um so mein "heimliches" Ziel von 4:10 - 4:15 Stunden zu schaffen. Nach dem Startschuss konnte ich aber gar nicht so schnell schauen, wie die beiden weg waren. Ich kannte die Strecke und wollte zu Beginn des Rennens noch nicht allzu viel riskieren, so ließ ich die beiden erstmal ziehen und lief ein wenig nach Gefühl. Der erste Anstieg war auch bald geschafft und nach gut 6 KM ging´s dann ordentlich bergab. Mit einer 4:15er Pace sauste ich den Weg hinab. Hoppla...wer war denn da? Meine beiden Zugläuferinnen von Bretten :-) Ich schloss mich fortan als Dritter dem schnellen Duett an.

Die nächsten 25 KM liefen wir in geselliger Runde mal vor-, mal hinter-, mal nebeneinander durch das Land der 1000 Hügel, bis uns ein menschliches Bedürfnis jäh auseinanderriss. Ich lief zunächst noch etwas langsamer um die Beiden wieder aufschließen zu lassen, doch irgendwie lief ich dann ohne bösen Willen einfach weiter und versuchte für heute das Beste zu geben. Der Abstand war nicht allzu groß, vielleicht 30 Sekunden bis eine Minute, das spornte mich noch etwas an.

Ein kurzer Stop an der Verpflegungsstelle bei KM 31 und es ging nochmals auf die 10 KM Schleife. Hier konnte ich tatsächlich noch 3 Läufer einsammeln die am Anfang wohl doch etwas zu eifrig losgedüst waren. Ich befinde mich zwar noch in den Kinderschuhen in Sachen Ultralaufen, aber dass die 50 KM nicht auf dem ersten 10er entschieden werden ist mir inzwischen auch klar. Da lässt sich so ein Lauf doch viel entspannter angehen.

Kraichgau 4Nach einer schönen Bergab-Passage ging´s natürlich auch hurtig wieder hinauf und zurück zur Verpflegungsstelle am Waldesrand. Fast geschafft... 

Luftlinie war das Ziel tatsächlich schon so nah und trotzdem waren noch gut 9 Kilometer zu laufen, doch das meiste davon ging nun bergab. Hört sich erstmal super an, aber die meisten von uns wissen, dass bergablaufen anstrengender sein kann als bergauf. Diese Erkenntnis sollte auch bei mir noch zur Realität werden. Der Marathon war nach 3:38h in der Tasche, doch für heute war das ja noch nicht genug. Zunächst ging´s abwärts und ich spürte plötzlich, dass ich nicht mehr so schnell laufen konnte, wie ich eigentlich wollte. So langsam machte sich in meiner rechten Wade auch noch ein Krampf bemerkbar. Meine Salztabletten, mit denen ich seit knapp 2 Jahren dieses Problem in den Griff bekommen hatte, lagen schön eingepackt in meiner Tasche in der Sporthalle :-? . Egal jetzt musst ich da irgendwie durch.

Die letzte Verpflegungsstelle zwischen KM 45 und 46 kam.... und hinter mir dann auch das Natascha-Bettina-Duett im Sauseschritt. Selbstverständlich wollte dann auch noch der Wadenkrampf vor dem Zieleinlauf "Hallo" sagen und zwang mich an einer Bank zum ausdehnen. Die beiden holten mich ein und noch einmal liefen wir zu dritt den letzten Hügel hinauf. Meine rechte Wade zuckte erneut und zwang mich zu einer kurzen Pause. Leider musst ich nun das Siegerinnen-Gespann ziehen lassen und schauen, dass ich die letzten 2-3 KM noch einigermaßen laufend gestalten konnte. Das leichte Gefälle zum Ende des Laufs lud förmlich zum Endspurt ein, doch schneller als 5:12 und 5:22 min/km ging einfach nicht mehr. Dennoch genoss ich den Zieleinlauf in vollen Zügen, denn mit einer Zeit von 4:13 Stunden war ich völlig im Soll und mehr als zufrieden. Mit einen 15. Gesamtplatz, Platz 4 in der M40 und dem ebenfalls 4. Gesamtplatz in der Kraichgau 100plus CUP-Wertung war ich am Ende überglücklich.

Text und Fotos: Wolfgang Neuweiler, 1.10.2017

Eines der schönsten und emotionalsten Erlebnisse eines Ultraläufers ist das erste Spartathlonfinish. Es ist ein sehr schwerer Ultralauf von Athen nach Sparta über 246 km mit immerhin 3.000 Höhenmetern, der immer am letzten Septemberwochenende ausgetragen wird. Viele, die davon träumen, schaffen nicht einmal die Qualifikation und von den Experten vor Ort kommen meist nur die Hälfte in Sparta innerhalb der Frist von 36 Stunden an.

Spa Ziel

Geschafft! Peter Hübner (links) mit seinem Freund Florian Bachmaier, der ihn fast die gesamte Strecke begleitete, am Ziel, wo es neben dem obligatorischen Olivenkranz, einem Schluck vom heiligen Fluss Evrota aus der Schale einer Jungfrau und einen kleinen Pokal gab.

Spa Probleme

Zwischendurch hatten beide schwer zu kämpfen, auch wenn dieses Jahr die sonst übliche Hitze ausblieb und es dadurch vielleicht etwas einfacher wurde. 

Spa Ankunft

Die Anforderungen sind wirklich enorm und längst nicht jeder schafft trotz guter Vorbereitung die Statue des Königs zu erreichen. Lauf Reglement wird die Zeit gestoppt, wenn man den Fuß des Königs berührt, aber nicht wenige bringen ihre Erleichterung mit einem tränenreichen Kuss zum Ausdruck.

Roland Krauss am Ziel!

Außerdem hat es Stefan Daum wieder einmal geschafft.

Dieses Jahr war Antje Krause am schnellsten im Ziel. Mit einem neuen Deutschen Rekord der Frauen erreichte sie "den König" schneller als alle deutschen Männer.

Herzlichen Glückwunsch allen Finishern!

 

Wir freuen uns schon auf den Bericht der Läufer!

 

Text: Michael Irrgang, Fotos: Uschi Hübner, Roland Krauss, 30.9.2017

Wir können auch anders. Nämlich kurz. Es muss nicht immer ein Marathon oder Ultra sein, ganz im Gegenteil gibt es in vielen Regionen kleine schöne Landschaftsläufe, die sich lohnen, an ihnen teilzunehmen. Ok, ich wäre hier sicher nie gestartet, wenn mich meine Nichte Lea-Marie nicht vor Monaten gefragt hätte, ob ich ihr einen Halbmarathon empfehlen könnte. Da fragte sie den Richtigen! Als jemand, der keine Menschenmassen mag und preisbewusst lebt, habe ich ihr als erstes von den großen City-Halbmarathons abgeraten und als "Möchte-Gern-Trailläufer" einen Landschaftshalbmarathon vorgeschlagen. Die Wahl fiel auf den Rheinhöhenlauf in Vettelschoß am Rande des Siebengebirges. Mit 350 Höhenmetern auch nicht zu anspruchsvoll, sondern gut zu laufen. Also angemeldet. Wir haben sogar einmal zusammen trainiert. Das reichte, um einigermaßen ihr Potential einschätzen zu können, denn klar war von Anfang an, dass ich sie begleiten und pacen würde.

RHL Gruppe

Etwas überraschend waren auch andere Ultrläufer unseres Vereins am Start: Ramona Franz und Torsten Lange waren mit ihrem Wohnmobil vor Ort, um das Gesamtpaket Run50 zu laufen, bei der in drei Wettbewerben insgesamt 50km gelaufen werden. Auf dem Bild sieht man Marlene Heller in ihrer Mitte. Sie hat erst vor kurzem so gut an der 24h-Lauf-DM in Gotha teilgenommen und unter anderem mit der Frauenmannschaft der über 50jährigen den ersten Platz erreicht.

RHL Strecke

Das Wetter zeigte sich sehr läuferfreundlich mit angenehmen Temperaturen, kein Wind. Die Strecke führte aus dem Ort in die Wälder des Westerwaldes und Siebengebirges. Dabei wurde immer auf breiten, gut laufbaren Wegen gelaufen. Es gab drei Getränkestationen, die mehr als ausreichend waren.

Hier sind Lea-Marie und ich bei km 1 und uns ging es supergut. Wir hatten einen Plan, etwa ein 6:30er Tempo zu laufen und an den An- und Abstiegen ein wenig zu variieren. Für Lea war es der erste Wettkampf überhaupt und es war nicht ganz klar, ob und wie sie durchkommen würde. Aber sie war gut vorbereitet und konnte die gesamte Strecke ohne irgendein Problemchen durchlaufen.

RHL Torsten

Als erster der Gruppe kam Torsten ins Ziel. Zwar stöhnte er als Niedersachse ein wenig über "die Berge", die er aber alle bravourös meisterte und kam nach 1:55 wieder im Start-Zielbereich an.

RHL Ramona

Ramona, die zusammen mit Torsten bereits das fünfte Mal an der Veranstaltung teilnahm, lief nach 2:02 ein, was eine Verbesserung ihrer alten Bestzeit um etwa 4 Minuten bedeutete! Sie ist erst vor zwei Monaten in Winschoten 50 km gelaufen.

RHL Lea

Lea und ich konnten unser Tempo sehr gut halten und sogar einen Endspurt hinlegen. Im Ziel gab es statt der üblichen Medaille ein Herzchen aus Lebkuchen. Eine schöne Erinnerung an ein besonderes Ereignis.

Text: Michael Irrgang, Fotos: Barbara Stumpf-Geisbauer

 

16. September 2017. Unser niederrheinisches Laufkombinat (Martina, Vera, Peter und ich) mit Hans aus Dortmund als westfälische Unterstützung nehmen am Pfälzer Triathlon teil – Essen, Trinken und Laufen. Alles drei kann man im Pfälzer Wald bekanntlich vom feinsten. Neben dem berühmten Riesling und den empfehlenswerten Spätburgundern, den Syrahs …, dem in der Kohl-Ära zu Berühmtheit gelangten Saumagen gibt es vor allem den Pfalz-Trail, der seinen Teilnehmern phantastische Laufpfade durch den Pfälzerwald bietet.

Pfalztrail vorm Start

Pünktlich um 6:30 Uhr geht es bei frühherbstlichen Temperaturen deutlich unter der Zehn-Gradgrenze los. Der Regen, der das Wetter in der zurückliegenden Woche auch im Pfälzer Wald bestimmt hat, nimmt eine Auszeit und der frühmorgendliche Himmel ist dunkelblau, mit einem schönen silbrigen Mond verziert – so schön kann ein früher Start sein. Ich freue mich auf die 85,6 km und bin optimistisch, dass meine Beine nach den vielen Höhenmetern beim UTMB vor zwei Wochen nicht mehr beleidigt sind und gut funktionieren. Bis auf die zwickenden Adduktoren läuft es nett rund und ich komme schnell in meinen (langsamen) Laufrhythmus.

Pfalztrail im ZielAn den in der ersten Hälfte des Laufes häufigen Verpflegungsstellen gibt es Wasser und die übliche Laufverpflegung. Die Strecke gefällt mir richtig gut, weicher Waldboden, Singletrails, Forstwege und viele laufbare Steigungen. Die Höhenmeter summieren sich auf knapp 2.500. Trotz der vielen Niederschläge der vergangenen Woche sind die Wege nicht matschig. Am Morgen ist es erfrischend sonnig und die kleinen nachmittäglichen Niederschläge erreichen uns nicht – wir laufen schließlich fast nur im Wald. Nach rund 40k meldet meine Beinmuskulatur, dass nun eigentlich genug gelaufen sei und ich eigentlich auch mal aufhören könnte, die Berge rauf und runter zu rennen. Der Kopf ist aber anderer Meinung. Bei der Verpflegung um den Kilometer 67 haben meine Beine die Hoffnung aufgegeben, dass ich das Rennen sein lasse. Leider aber auch die Eigenschaft, einigermaßen flüssig und locker zu laufen. Insbesondere das Runterlaufen sieht sicher zeitweise ein wenig hölzern aus. Zum Glück sind keine Kameras installiert und es gibt keine Noten für Schönlaufen. Aber, wie das beim Ultralaufen häufig passiert, läuft es sich irgendwann wieder ein wenig cremiger und ich kann für meine Verhältnisse relativ zügig nach Hertlinghausen ins Ziel laufen. Nach 12:03h laufe ich über die Ziellinie. Ich freue mich, dass auch alle Freunde vom Niederrhein schon bald im Ziel eintreffen und wir den Pfalztriathlon fortsetzen können. Der Pfalztrail ist sehr empfehlenswert und prima mit den anderen pfälzischen Paradedisiplinen (Essen, Trinken …) zu kombinieren!

Text und Fotos: Stefan Henscheid, 19.9.2017