Laufgemeinschaft der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung e.V.

7gm1Bei einem Marathon am 2. Advent im Siebengebirge könnte man meinen, dass er recht schneesicher ist, aber in Wirklichkeit wird an einigen Hängen des Mittelgebirges in der Nähe von Bonn Wein angebaut und Schnee gibt es recht selten. Schnee beim 7GM ist daher die Ausnahme.

Doch zum Marathon-Wochenende 2017 fiel viel Schnee und auch während des Marathons gab es bei leichtem Frost anhaltenden Schneefall mit böigem Wind. Unter dem Strich gab es 41 km lang eine geschlossene Schneedecke, mal ein wenig tief, mal ein wenig sulzig, mal glatt. Bei einem Lauf, bei dem es ständig auf und ab geht, waren das keine leichten Bedingungen. Es gab einige Stürze, manche eierten tänzelnd die Berge herunter, andere stöhnten, dass es an Muskeln und Gelenken weh tat, die sie bisher gar nicht kannten. Allen Problemen zum Trotz lief der Sieger, der auch in der Ultralaufszene kein Unbekannter ist, Moritz auf der Heide, eine unvorstellbare Zeit von 2:42h - er war auch als einziger mit Spikes unterwegs.

Von der LG Ultralauf hatten sich einige zum letzten Wettkampf in diesem Kalenderjahr angemeldet, einige mit der Ambition, die gute Spätform durch eine schöne Zeit zu bestätigen, andere eher mit der Idee eines gemütlichen Trainingslaufes.

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Ein Gruppenfoto mit einem Teil der Mannschaft (von links: Michael Irrgang, Markus Meinke, Michael Wiesner, Andreas Weber, Christoph Janthur

Eigentlich wollte ich gemütlich eine 4:30h laufen. Eigentlich mag ich auch Schnee. Und ich mag den Lauf an sich. So freute ich mich, als es pünktlich um 10 Uhr losging. Wie üblich startete ich eher hinten und langsam. Schon am ersten Anstieg merkte ich, dass meine Schuhauswahl suboptimal war - mehr Profil wäre besser gewesen. So musste ich noch mehr gehen, als ich es ursprünglich dachte. Es war einfach sehr anstrengend. Berg runter ging aber prima und ich überholte reichlich. Nach einer halben Stunde setzte Schneetreiben ein, teils mit üblem Wind und wenn der feuchte Wind von vorne kam, war es schon mächtig kalt. Gefühlte minus 10 Grad, wollte einer in Erfahrung gebracht haben. Meine Brille war so eine Mischung aus beschlagen und vereist. Ohne hätte ich mehr gesehen, aber wohin damit?

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Einen Teil des Weges lief ich zusammen mit Stefan Henscheid

Anfangs hatte ich mich noch mit vielen Bekannten und Unbekannten ganz nett unterhalten, aber irgendwann waren einerseits die Gesichtsmuskeln zugefroren, dass das Reden echt beschwerlich wurde, andererseits wollte ich nun nicht länger als nötig brauchen, um wieder ins Bürgerhaus zu kommen, um meinen verdienten Kaffee zu bekommen. Der Veranstalter hatte kaum Kosten und Mühen gescheut und versorgte die Läufer etwa alle 5 km mit allem Nötigen, insbesondere mit warmen Tee und Iso, Spekulatius und gefrorene Bananen waren auch im Angebot. Etwas überrascht war ich, als ich nach 4:29 h ins Ziel kam. Fast wie geplant, es hätte sich nur besser anfühlen sollen. Als erstes direkt zur Kuchentheke und Kaffee und Kuchen besorgt, dann die nassen Klamotten gewechselt und alles war wieder super. Einige von uns, waren längst da und bereits geduscht und es dauerte nicht lange, als die Siegerehrung begann.

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Markus bei Ehrung seiner Altersklasse

Markus Meinke ist lange mit in der Spitzengruppe gelaufen und wurde am Ende für seinen couragierten Lauf mit Platz 9 gesamt und Platz 3 in seiner Altersklasse belohnt.

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Christoph bei seiner Ehrung. Später nahm er auch den Preis für die Mannschaft in Empfang

Christoph Janthur gewann sogar seine Altersklasse und wurde in der Gesamtwertung 29. Danach mussten wir leider fahren und haben das Beste verpasst. Denn in der Mannschaftswertung belegten wir den nicht für möglich gehaltenen 2. Platz und zwar in der Besetzung Markus, Christoph und MIR !!!!!! Einerseits war meine Zeit ja wirklich schlecht, was sich auch durch den Platz 182 ausdrückt, andererseits wähnte ich andere aus dem Verein vor mir. Aber, wenn andere das Vereinsfeld nicht oder nicht korrekt füllen und andere Mannschaften schwächeln und die anderen Meister des gepflegten Ultralaufes von uns noch gemütlicher unterwegs sind, dann kommen eben andere zum Zug. Mit Stefan Henscheid, Dirk Minnebusch und Michael Wiesner haben wir sogar noch eine zweite Mannschaft in der Wertung. Prima! Insgesamt war es ein besonderer Lauf, viel anspruchsvoller und viel anstrengender als es die Zahlen Länge und Höhenmeter ausdrücken, aber gestandene Ultraläufer mögen es ja so.

Text: Michael Irrgang, Bilder: Sabine Schäfer (2), Markus Meinke (1) und Michael Irrgang (2), 11.12.2017

2015 feierte der Lauftreff Harsefeld sein 10 jähriges. Dies war Anlass den ersten Sechs-Stunden Lauf auszurichten. Die Veranstaltung war ein voller Erfolg und wurde im Folgejahr wiederholt. Auch 2017 hieß es am letzten November-Samstag wieder Runden drehen im Klosterpark Harsefeld. Für mich wie immer eine gute Gelegenheit, Ramona und Torsten zu treffen, die ja auch seit zwei Jahren Vereinsmitglieder sind. Dank Katrin hatte ich das "rundum sorglos Paket" gebucht. Abholung und Bring-Service bis vor die Haustüre. Einen kleinen Umweg machten wir dabei noch, um Roland Riedel (DUV- Geschäftsführer) abzuholen. So ging es munter quatschend in die Nordheidestadt.

Dort angekommen empfing uns Ramona leider mit einer schlechten Nachricht. Eine Entzündung im Fuß machte wie im Vorjahr einen Start unmöglich. Auf diesem Weg "toi toi toi, Mona"

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Von links: Christian Mohr, Ramona Franz, Torsten Lange, Katrin Tüg-Hilbert und Roland Riedel

Fast pünktlich um 10 Uhr gingen gut 90 Teilnehmer auf die erste 1352 Meter lange Runde.

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Torsten hatte die Ehre das Feld anzuführen und beendete die erste Runde auch als Erster. In der Folge zwackte bei ihm ein wenig das Knie, das Minimalziel 33 Runden und damit die Marathondistanz zu absolvieren war allerdings nicht in Gefahr. Schließlich war für ihn damit als Mitglied im Orga-Team die Arbeit noch nicht erledigt.

Harse3Katrin und ich hatten uns grob 6er Pace vorgenommen. Berücksichtigt man die Verpflegungs- (alle vier Runden) und Toiletten-Stopps waren 60 Kilometer schwer zu erreichen. Aber im November sollte das Grundlagentraining im Vordergrund stehen. Und so ganz einfach ist die Runde nicht: Viele enge Kurven, einige Brücken und natürlich die Steigung an der Bartholomei-Kirche bringen einem immer wieder aus dem Rhythmus. Allerdings hielt uns das nicht vom quatschen ab. So vergingen die ersten vier Stunden wie im Flug. Gefühlt war es mein kürzester 6-Stunden-Lauf. Erst ab der fünften Stunde gönnten wir uns doch hin und wieder mal eine Redepause. Da es keine Restmeter-Vermessung gab, beendeten wir gemeinsam den Wettkampf nach 43 Runden (58,1 KM). Allerdings war es noch nicht 16 Uhr, sodass wir noch eine Ehrenrunde liefen.

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Für Katrin reichte es zu Platz zwei in der Frauenwertung

Wieder eine gelungene Veranstaltung in Harsefeld, die auch nach der Siegerehrung für uns noch nicht beendet war. Bei Pizza, Pasta und Reste trinken saßen wir noch lange zusammen.

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Text: Christian Mohr Fotos: Ramona Franz, 9.12.2017

Wenn am 10. März 2018 in Rheine der Start zur 100km-Deutschen Meisterschaft fällt, beginnt der Wettlauf um die 31. Meisterschaft. Bereits 1987 gab es die erste Ausrichtung, die untrennbar verknüpft ist mit Harry Arndt, der sich nicht nur als Ausrichter viel Lob und Anerkennung verdiente, sondern sich zuvor auch intensiv um die Einführung engagiert hat. Die Ausrichtung einer 100km-Meisterschaft war damals eines der Gründungsziele der DUV, die ja Ende Dezember 1985 gegründet wurde und viele Jahre von Harry präsidial angeführt wurde.

Die Premiere war auch gleich die Veranstaltung mit den meisten Teilnehmern. 256 Männer und 37 Frauen weist die DUV-Statistik aus. Mehr hat es nie wieder gegeben.

100k 1 Finisher

Insgesamt ist der Trend deutlich rückläufig, wobei die Frauenzahlen recht stabil um die 25 pendeln. Herausragend sind auch die Teilnehmerzahlen von 1990, 1996 und 2006. Auch diese Meisterschaften wurden von Harry in Hanau-Rodenbach ausgerichtet. Tiefpunkte der Finisher gab es 2011 Jütebog und 2014 Husum, aber leider auch 2017 in Berlin blieben viele mögliche Starter der Veranstaltung fern.

Wird Zeit, dass sich der Trend umkehrt und wieder eine teilnehmerstarke Veranstaltung stattfindet. Rheine bietet sicher eine sehr gute Infrastruktur und Strecke für schnelle Zeiten und eine würdige Atmosphäre.

Dabei ist die 100km-Strecke auch international die mit der größten Tradition und erfreut sich auch aktuell großer Beliebtheit.

In Japan gab es von Januar bis Oktober insgesamt 23 100km-Läufe, davon hatten 8 mehr als 1.000 Finisher. Der größte Lauf ist die Runde um den Lake Saroma mit 2311 Männer und Frauen in der Ergebnisliste. Auch in Europa gibt es große 100km-Läufe, allen voran die 100 km del Passatore, Firenze-Faenza (ITA) mit 2.195 Einträgen in der DUV-Statistik. Es folgen Millau (FRA) mit 1.244 Finishern und Race to the Stones 100 km Ultramarathon (GBR) mit 963 Einträgen in der DUV-Datenbank. Dieser Lauf weist sogar über 1.200 Höhenmeter auf! Auch Biel ist nicht gerade flach, hat von der Attraktivität vergangener Zeiten aber etwas eingebüßt, als es regelmäßig über 2.500 Finisher gab, zweimal sogar deutlich über 3.000. Dieses Jahr gab es einen neuen Minusrekord von 718, davon 275 aus Deutschland!

Der größte 100km-Lauf in Deutschland war 2017 der Thüringen Ultra mit 232 Finishern. Der Beschreibung ist zu entnehmen, dass es sich um einen Lauf über Feld- und Wiesenwege handelt, bei dem 2.250 Höhenmeter zu bewältigen sind. Der WHEW und Taubertal folgen mit jeweils deutlich über 100 Finishern. Das eine ist mit Biel vergleichbar mit einer zu lauenden, großen Runde mit 440 Höhenmeter, der andere ein sogenannter Punkt-zu-Punkt-Lauf entlang der Tauber. Die klassischen Rundenläufe in Leipzig und Berlin strahlen mit 47, bzw. 22 Finishern offensichtlich deutlich weniger Attraktivität aus.

100k 2 BL M

Beim Zeitenvergleich in der Welt sind die Leistungen im Zeitraum ab 2008 jährlich besser geworden mit sensationellen Spitzenzeiten. In Deutschland sind die Kurven von Platz 10 und Platz 25 die letzten Jahre gestiegen, auch wenn hier in der Spitze einerseits gute Zeiten präsentiert werden, die andererseits doch deutlich hinter der internationalen Spitze liegen.

100k 2 BL W

Bei den Frauen rettet Nele Alder-Baerens die Ehre, die 2017 aktuell auf Platz 2 der Weltjahresbestenliste geführt wird und 2016 sogar auf Platz 1 beendete. In der Tendenz scheinen die Kurven nur leicht zu steigen, wenn überhaupt.

Für die Gründe kann man nur spekulieren. Aber auffällig ist, dass viele sehr gute Läufer nur unregelmäßig Ergebnisse stehen haben. Teilweise besteht nicht jährlich das Verlangen nach einer TOP-100km-Zeit, teilweise liegt das aber auch daran, dass die Läufer ambitioniert in ein Rennen starten, z.B. mit dem Ziel, die WM-Norm zu unterbieten. Dann aber feststellen müssen, das Ziel nicht zu schaffen und die Rennen vorzeitig beenden. Gefühlt ist die 100km-Spitzengruppe viel größer, als es diese Zahlen hier ausdrücken!

Interessant ist die Entwicklung der Zeiten bei den Deutschen Meisterschaften.

100k 3 Zeiten

Diese Grafik zeigt die Entwicklung der Podestzeiten, also die Zeiten der besten 3 Männer und Frauen. Hier gibt es eine grobe Tendenz, dass die Zeiten schlechter werden, aber die Ausreißer sind schon beachtenswert. Das kann aber durchaus auch am Wetter oder sonstigen Bedingungen liegen. Man kann schon davon ausgehen, dass zu jeder Meisterschaft Kaderathleten und Spitzenläufer anwesend waren, die versucht haben, sich für die Nationalmannschaft zu qualifizieren, denn insbesondere im Spitzenbereich bieten Deutsche Meisterschaften eine leistungsfördernde Stimmung und durch die Runden eine perfekte Betreuungsmöglichkeit - sei es vom Veranstalter oder dem eigenen Team.

Auffällig sind teilweise die riesigen Abstände zwischen den Platzierten.

Bemerkenswert finde ich auch, dass in den ersten 10 Jahren alle drei Männer unter 7 Stunden bleiben. Bei der ersten Austragung 1987 waren es 7 Männer und auch bei der ersten 100km DM in Rheine blieben bei einer Siegerzeit von 6:38h 6 Männer unter der magischen Grenze.

2009 bei der DM in Ahrweiler blieb zum ersten Mal der Sieger oberhalb der 7 Stundenmarke, was in den nächsten 6 Jahren fünfmal der Fall war. In den letzten beiden Jahren konnten die jeweiligen Sieger André Collet und Benedikt Hoffmann unter dieser Marke bleiben. Benedikt Hoffmann unterbot dabei die A-Kader-Norm, die bei 6:50h liegt. Die B-Kader-Norm, die i.d.R. zur Teilnahme an Europa- und Weltmeisterschaften berechtigt, liegt bei 7:15h.

Bei den Frauen liegen die Norm-Leistungen bei 7:50h und 8:30h, wobei die Gewinnerin der letzten beiden Jahre, Nele Alder-Baerens die A-Norm erfüllte und in den letzten Jahren die zweit- und drittplatzierte Frau immer die B-Norm erfüllte. 2017 war diesbezüglich hoffentlich ein Einzelfall.

Die Liste aller deutschen Meisterschaften

 

Datum Nr Veranstaltung Finisher
31.10.1987 1 Int. Deutscher 100km-Lauf des SSC Hanau-Rodenbach - DM (GER) 293 (256 M, 37 W)
08.10.1988 2 100-km-Lauf Hamm-Heessen (GER) 157 (135 M, 22 W)
30.09.1989 3 100 km Lauf Unna-Lünern - DM (GER) 197 (169 M, 28 W)
28.04.1990 4 Int. Deutscher 100km-Lauf des SSC Hanau-Rodenbach - DM (GER) 217 (184 M, 33 W)
12.10.1991 5 100 km Lauf Scheeßel (GER) 157 (128 M, 29 W)
05.09.1992 6 100 km Lauf Rheine-Elte - Deutsche Meisterschaft (GER) 176 (149 M, 27 W)
04.09.1993 7 100 km Lauf Rheine-Elte - Deutsche Meisterschaft (GER) 151 (127 M, 24 W)
24.09.1994 8 100 km Lauf Neuwittenbek (GER) 171 (139 M, 32 W)
30.04.1995 9 100 km Lauf Pfalzgrafenweiler - Deutsche Meisterschaft (GER) 100 (85 M, 15 W)
19.10.1996 10 Int. Deutscher 100km-Lauf des SSC Hanau-Rodenbach - DM (GER) 196 (161 M, 35 W)
16.08.1997 11 Leipziger 100 km Lauf am Auensee - Deutsche Meisterschaft (GER) 118 (97 M, 21 W)
12.09.1998 12 100 km Lauf Neuwittenbek (GER) 94 (74 M, 20 W)
10.04.1999 13 Internationaler Spicher Hunderter - Deutsche Meisterschaft (GER) 157 (128 M, 29 W)
22.04.2000 14 Int. Deutscher 100km-Lauf des SSC Hanau-Rodenbach - DM (GER) 111 (88 M, 23 W)
12.05.2001 15 100 km Lauf Neuwittenbek, Deutsche Meisterschaft (GER) 97 (64 M, 33 W)
31.08.2002 16 100 km Lauf Rheine-Elte - Deutsche Meisterschaft (GER) 103 (79 M, 24 W)
06.09.2003 17 100 km Peter-Lauf (GER) 80 (63 M, 17 W)
27.03.2004 18 Internat. 100km-Lauf Grünheide/Kienbaum (GER) 114 (89 M, 25 W)
13.08.2005 19 Leipziger 100 km Lauf am Auensee - Deutsche Meisterschaft (GER) 129 (106 M, 23 W)
29.04.2006 20 Int. Deutscher 100km-Lauf des SSC Hanau-Rodenbach - Deutsche Meisterschaft (GER) 193 (155 M, 38 W)
24.03.2007 21 Internat. 100km-Lauf Grünheide/Kienbaum - Deutsche Meisterschaft (GER) 89 (69 M, 20 W)
05.04.2008 22 Internat. 100km-Lauf Grünheide/Kienbaum - Deutsche Meisterschaft (GER) 115 (86 M, 29 W)
03.10.2009 23 Deutsche 100km-Straßenlaufmeisterschaften (GER) 94 (69 M, 25 W)
30.04.2011 24 Deutsche Meisterschaft 100km Jüterbog (GER) 48 (40 M, 8 W)
06.10.2012 25 Int. Deutscher 100km-Lauf des SSC Hanau-Rodenbach - DM (GER) 92 (66 M, 26 W)
13.04.2013 26 Internat. 100km-Lauf Grünheide/Kienbaum - DM (GER) 87 (64 M, 23 W)
10.05.2014 27 100 Km in Husum - Deutsche Meisterschaft (GER) 59 (49 M, 10 W)
11.04.2015 28 100km von St. Leon-Rot (GER) 83 (60 M, 23 W)
20.08.2016 29 Leipziger 100 km Lauf am Auensee - DM 100km (GER) 104 (85 M, 19 W)
24.06.2017 30 100 Kilometer von Berlin - Deutsche Meisterschaft (GER) 56 (45 M, 11 W)
10.03.2018 31 100 km Rheine - Deutsche Meisterschaft (GER)  

Was war eigentlich 2010? In diesem Jahr vergab der DLV keine 100km-Meisterschaft. Die Auflagen sind wie auch das finanzielle Risiko recht hoch, die Entscheidungsprozesse im DLV teilweise langwierig – so ist das Interesse potentieller Ausrichter gering. 2010 war es leider nicht möglich, einen Verein als Ausrichter zu finden. Damals sprang die DUV in die Bresche und richtete einmalig „Deutsche DUV-Meisterschaften“ in Leipzig aus, die allerdings nicht als „richtige Meisterschaft“ gewertet wurde.

Die LG Ultralauf als ausrichtender Verein 2018, dessen Vereinsziel nicht der Sieg in der Ultramarathon-Bundesliga ist, sondern den Ultramarathonlauf zu fördern, hat das Ziel, den Wunsch und die Hoffnung, 2018 wieder eine große Meisterschaft zu organisieren, mit vielen sehr guten Leistungen.

Ein Rückblick auf die 100km Meisterschaften wäre unvollständig ohne eine Erwähnung der Lebensleistung von Michael Sommer, dem „100km-Mann“. In seiner langen und sehr erfolgreichen Laufbahn, die auch von internationalen Erfolgen gekrönt wurde, nahm er in den Jahren 1993 bis 2016 insgesamt 21mal an der 100km DM teil, hat dabei 9mal gewonnen und stand bei jeder Teilnahme auf dem Podest! Eine unvorstellbare Bilanz. Seit Jahren gibt er seine Erfahrung als Teamchef für die 100km Nationalmannschaft weiter.

2018 erwarten wir ein großes Spitzenfeld am Start, denn insbesondere die aktuellen und potentiellen 100km-Kaderathleten haben sich einen frühen Termin im Jahr gewünscht, um sich dort ggf. zu der Weltmeisterschaft im 100km-Lauf, die im September in Kroatien stattfindet, zu qualifizieren.

dm100 spitze

2015 in St. Leon-Rot entstand dieses Bild mit einer Gruppe, die konstant 4:20 min/km lief mit der WM-Norm-Zeit von 7:15 als Ziel. Ein Vorteil, die Norm bei einer DM zu versuchen, ist, dass man hier oftmals miteinander in einer Gruppe laufen kann.

Aber auch die anderen ambitionierten Läuferinnen und Läufer, die um Bestzeiten oder gute Altersklassenplatzierungen kämpfen, werden von den guten Bedingungen in Rheine begeistert sein. Übernachten in Einzel- oder Doppelzimmer oder in der Turnhalle direkt auf dem Gelände. Es wird durch eine riesige Flugzeughalle gelaufen, in der die Versorgung und Technik untergebracht ist, die Strecke ist sehr flach und weist wenig Kurven auf.

Eine Besonderheit weist die 100km-Meisterschaft im Vergleich zu den anderen Ultramarathon-Meisterschaften auf: Sie wird vom DLV veranstaltet. Der gravierendste Unterschied ist, dass man einen Startpass benötigt, um startberechtigt zu sein.

Rheine FB

In Rheine wird es auch einen offenen Lauf geben, der allen Interessierten die Teilnahme an diesem Event ermöglicht, aber für die DM gelten diese drei Regeln. DM-Teilnehmer müssen

  • einen Startpass haben,
  • sich unter dem Startpassverein anmelden und
  • bei der Anmeldung das Feld DM-Teilnahme ankreuzen

Was tun, wenn man vereinslos ist? Diese Läuferinnen und Läufer können sich jederzeit einem Verein anschließen und auch kurzfristig einen Startpass beantragen. Hierfür würde ich mindestens einen Vorlauf von einen Monat vorsehen. Viele haben einen lokalen Leichtathletikverein, dem sie sich anschließen können. Wer sich einer Gruppe von Gleichgesinnten anschließen möchte, kann sich beispielsweise bei den DUV-Förderstützpunkten fündig werden. Für alle Läuferinnen und Läufer ist aber auch die LG Ultralauf eine gute Wahl, denn wir sind überregional aktiv. Unsere Mitglieder kommen mittlerweile aus allen Teilen Deutschlands und dem benachbarten Ausland. Auch haben wir regionale Gruppen, die sich zu Läufen verabreden und Fahrgemeinschaften bilden.

Spannend ist, dass es seit ein paar Jahren eine Ultramarathon-Bundesliga gibt. Um den Vereinsmeister zu ermitteln, werden die Ergebnisse der fünf Ultramarathonmeisterschaften ausgewertet, wobei insbesondere die Mannschaftswertungen sehr hoch gewichtet sind. Aber auch kleinere Vereine können durchaus erfolgreiche Mannschaften stellen. Ein Blick in die Auswertung der Bundesliga zeigt daher ebenfalls Vereine, für die Ultraläufer keine Exoten sind.

Während die Bundesliga auf der Meisterschaftsauswertung aufsetzt, wird der 100km-Lauf in Rheine auch für den DUV-Cup gewertet. Hier zählt der offene Lauf, also jeder, der das Ziel im vorgesehenen Zeitlimit erreicht, bekommt automatisch CUP-Punkte gutgeschrieben.

Der offene Lauf hat die Besonderheit, dass das Zeitlimit 13,5 Stunden ist. Damit können alle, die knapp das DM-Zeitlimit reißen, den Lauf trotzdem beenden und in der offenen Wertung geführt werden.

Mehr Informationen zur Ultramarathon-Bundesliga, zum DUV-Cup und den DUV-Förderstützpunkten findet ihr auf der DUV-Seite.

100km Team 2017

Das kleine, erfolgreiche Team der LG Ultralauf in Berlin 2017. Am Ende des Tages gab es für einige Mannschafts- und Altersklassenergebnisse Medaillen sowie den dritten Platz in der Tageswertung zur Bundesliga. Wer sich für den spannenden Wettkampf in Berlin interessiert, kann hier noch einmal den Live-Ticker lesen: http://lg-ultralauf.de/neuigkeiten/656-live-ticker-dm-100-km.html

Bleiben noch zwei Fragen offen: Wie trainiert man und was ist bei dem Rennen zu beachten? Die Frage nach dem Training ist auf unserer Homepage ansatzweise beantwortet, wobei das wirklich nur Ideen sind und jeder selbst für sich Anpassungen vornehmen muss. DM-Teilnehmer mit Fragen, können sich aber gerne an mich wenden. Link zur Startseite zum 100km-Training: http://lg-ultralauf.de/training/training-100km.html Interessant ist vielleicht auch, den Blog von unserem Mitglied Jens Allerheiligen zu lesen, der sich intensiv auf diese Meisterschaft vorbereitet und viele Aspekte einfließen lässt. Link: http://lg-ultralauf.de/training/andere-texte/42-training/757-trainingsblog-zur-100km-dm-in-rheine-am-10-03-18.html

Die Frage zur Renngestaltung wird später hier beantwortet.

Wir hoffen nun, ganz viele Leute motiviert zu haben, an der DM teilzunehmen und sich solide darauf vorzubereiten. Dann braucht man auch vor dem Zeitlimit keine Angst zu haben und kann sich auf einen tollen Wettkampf freuen, selbst, wenn es für einen persönlich nicht um Bestzeiten und Podestplätze geht.

Wir sehen uns

Text, Bilder und einige Graphiken Michael Irrgang, andere Grafiken DUV-Statitistik-DB, 4.12.2017

Nach kurzem Briefing bringt uns ein ausrangierter Linienbus der Bonner Stadtwerke von der Ziellinie in Bonn-Beuel zum Start nach Ehrenbreitstein. Wir sind eine kleine Läuferschar von rund 40 mehr oder weniger entschlossenen LäuferInnen, die sich auf die 140 k mit den 4446 Hm über den malerischen Rheinsteig durch das Mittelrheintal freut. Der Start ist traditionell auf dem Aussichtsturm in Ehrenbreitstein. Das Wetter ist mit rund 1-5 Grad, Regen und Wind eher winterlich. Beim Briefing bedauert der Veranstalter, dass man leider keinen verschneiten Trail wie ersten Austragungsjahr anbieten könne, aber dafür sei es diesmal im Vergleich zu den letzten beiden Jahren zumindest ein bisschen frischer. Ich wäre ja eher für Sonne und warm. Fast alle Läufer sind mit Mütze, Jacke, Handschuhen und lange Hosen am Start. Nur Jin, den ich schon in den letzten Jahren bei KoBolt getroffen habe, startet in kurzer Hose mit kurzem Shirt, ohne Handschuhe … und behält das bis zum Zieleinkauf auch so bei. Respekt!

KoBolt2017 Stefan im ZielDie erste Etappe führt uns nach Rengsdorf. Der Regen wird schon bald stärker und der Rheinsteig garniert unseren Lauf mit ausgiebigen Matschpassagen. Wir laufen locker nach Urbar, über das Mallendarer Bachtal und das Wambachtal nach Vallendar. Ich freue mich, weil ich mich diesmal nicht wie im letzten Jahr schon in der ersten Stunde mehrfach verlaufe. Leider bleibt es später nicht dabei. Wir queren oberhalb von Bendorf und kommen nach Sayn, wo ich mich ziemlich ungeschickt im Schloßpark verlaufe. Stefan, hallo? Die kleinen blauen Rheinsteig-Wegweiser sind aber manchmal wirklich schwer zu erkennen. Später queren wir oberhalb von Neuwied. Ich kämpfe ein wenig mit meinem verkorksten Magen und kann nix essen – ich hatte schon bessere Startphasen in diesem Jahr. Hinterm Neuwieder Zoo biege ich wieder Mal falsch ab. Der Weihnachtsmann schenke mir bitte eine GPS-Uhr oder bessere Augen (letzteres wäre mir lieber). Bis Rengsdorf schaffe ich es ab jetzt fast ohne Verlaufer. Dafür fühle mich schon leicht angezählt, etwas verfroren und nass und freue mich auf die erste Verpflegungsstelle nach rd. 36km in Rengsdorf. Rengsdorf ist eine von vier Verpflegungsstellen beim KoBolt. Im Vereinshaus des ansässigen Tennisclubs (Tennis! Was für ein schöner Sport: weiße trockene Schuhe, kein Schlamm und keine Berge, auf dem Sonnen verwöhnten Court Bälle übers Netz schubsen …) gibt es warme Nudelsuppe und ich fühle mich schon besser und außerdem muss ich ja nur noch die Strecke vom Kleinen KoBolt laufen, nur noch 106k . Im Lichtschein der Stirnlampe quere ich die Wied bei Altwied. Über Leutesdorf führt der Rheinsteig nach Rheinbrohl. Ich baue – die blauen Wegweiser intuitiv ignorierend – ein paar Abstecher links und rechts Berg rauf und runter ein und sammele ordentlich Höhenmeter. Der Anstieg kurz vor der dritten Verpflegungsstation in Arienheller ist so steil und schlammig, dass ich selbst mit Stöcken nur schwer hochkomme. Die Verpflegung in Arienheller ist eine offene Scheune, aber die heiße Suppe wärmt gut. Linz wartet auf mich mit der anheimelnden Stimmung eines schon geschlossenen Weihnachtsmarkts. In Ockenfels macht einer meiner tollen Karbonstöcke schlapp und ich muss eine Notreparatur einlegen. Unterwegs werde ich von Charles eingeholt, der mich in gebrochenen Englisch fragt, wie weit es bis zur nächsten Station auf der Erperler Ley sei. Er müsse unbedingt ein wenig schlafen und bräuchte ein Bett! Ich versorge Ihn mit meinen Koffein-Salztabletten und er verschwindet leichtfüßig im Dunkeln. Auf der Erpeler Ley brennt in der Grillhütte der offene Kamin – königlich. Ich bekomme meinen Dropbag und wechsele die von Schlamm und Regen durchweichten Schuhe. Charles schläft noch auf der Bank und ich laufe mit Alexander los. Zu zweit laufen ist sehr kurzweilig. Wir erzählen viel und Ich kann wieder viel besser laufen. Wir pausieren kurz am Auge Gottes, verlaufen uns kurz …, queren oberhalb von Bad Honnef und stapfen aus dem Schmelztal Richtung Löwenburg hoch. Nach einem lockeren Downhill erreichen wir Adenauer City, Rhöndorf. Die Verpflegungsstelle ist in diesem Jahr zum ersten Mal Indoor, im Hubertusheim. Wir werden gut versorgt und kriegen mit, dass die schnelleren Läufer schon vor Stunden durch sind und die meisten Läufer hinter uns aufgegeben haben. Wir sind quasi im hinteren Drittel oder besser Viertel, eben hinten. Jetzt nur noch hoch zum Drachenfels, zum Geisberg, über die Seufzerbrücke hoch zum Petersberg. Ich erzähle die Geschichte von Breschnew, der beim Staatsbesuch auf den Serpentinen des Petersbergs auch mal Mercedes Pullmann fahren wollte … Im Ennert kommt uns am fortgeschrittenen Sonntagmorgen Susanne entgegen. Es wird nicht langweilig. Zur gleichen Zeit melden aber auch meine Beine, genauer gesagt die Adduktoren, dass jetzt Laufen keine gute Idee mehr sei, so dass wir uns nun marschierend dem Ziel nähern. Adduktorenstreik, wer braucht das? Gegen 14:00 ist es geschafft. Schuhe ausziehen und in der ersten Etage des Ruderhauses in Beuel melden. Finish. Ich bin zwar fast zwei Stunden langsamer als in 2016, aber mit Blick auf die winterlichen Laufbedingungen und meinen Trainingsstand sehr zufrieden. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass ich mich in 2018 für den WiBolt anmelde … Aber der Adduktorenstreik ist nach der heißen Dusche schnell vorbei und ich fühle mich wieder prima. Meinen besten Dank an alle Helfer. Die Betreuung an den (Ver-)Pflegestellen ist wirklich großartig!

Text und Bild: Stefan Henscheid, 29.11.2017

Valencia Laufschild

Bei einem Besuch in Valencia habe ich zufällig ein geheimes Trainingszentrum der LG Ultralauf entdeckt. Habt ihr euch schon mal gefragt, warum der Präsident immer braun gebrannt ist? Warum hat die Vizepräsidentin sowenig Zeit? Warum reist der Sportwart soviel? Und was macht eigentlich der Rechtswart?

Dieses Schild im oberen Bild ist nicht nur zufällig unserem Logo ähnlich.

Valencia Streckenschild

Die LG Ultralauf betreibt eine fünf Kilometer lange Trainingsstrecke versteckt in einem ehemaligen Flussbett. Man beachte die Wendeschleifen an beiben Enden, um Auflaufunfälle durch abruptes Umdrehen zu vermeiden.

Valencia Schild Coopertest und Plan

Auf der linken Seite dieses Schildes werden die Bewertungen des Sportwartes beim Coopertest angezeigt. Rechts stehen Trainingsempfehlungen. Ich wusste gar nicht, dass Michael soviel Sprachen kann.

Valencia Laufstrecke Start

Hier der Start der Strecke. Die Füße müssen auf der rechten Seite in den Kreis gestellt werden.

Valencia MKirchner Fake

Hier die Vizepräsidentin (W35) beim Geheimtraining. Sie kümmert sich außerdem um die Pflege der Grünpflanzen.

Valencia Touriinfo und Streckenmarkierung

An der Strecke wurden Hinweischilder aufgestellt, mit denen auf Sehenwürdigkeiten hingewiesen wird. Das hilft insbesondere gegen Langeweile beim 24h-Lauf. Die Strecke ist alle 100 Meter markiert und im Dunkeln durch eingelassene Bodenleuchten markiert.

Valencia MIrrgang Fake

 Erwischt. Der Sportwart beim Geheimtraining.

Valenzia Breakfast Ziel

Das Ziel nach fünf Kilometern. Links der Präsident.

Valencia Athletikzentrum

Nach dem Lauf geht es ins Athletikzentrum.

Der Unterhalt des Trainingsgebietes ist nicht ganz billig. Hierzu hat sich der Rechtswart eine Konstruktion mit einer Stiftung ausgedacht. Die Foundation Trinidad Alfonso mit Sitz in Trinidad unterhält nicht nur das Trainingsgebiet, sondern veranstaltet zur Tarnung auch noch Läufe mit Unterdistanzen wie z. B. den Valencia-Marathon. Nachdem die Paradise Papers geleakt wurden ist klar, dass hinter der Stiftung das LG Ultralaufpräsidium steckt.

21.11.2017 Jens Allerheiligen