Laufgemeinschaft der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung e.V.

Nachdem ich zwei Wochen vorher beim 100Km Lauf in Biel leider nach 56Km in Kirchberg mit großen Hüft und Oberschenkelschmerzen aussteigen musste, war ich erst einmal total demotiviert, überhaupt noch laufen zu gehen.

Da wurde ich von einem Laufkumpel gefragt, ob ich nicht Lust hätte, ihn beim Fidelitas Nachtlauf in Karlsruhe zu begleiten, weil er unbedingt seine Zeit vom Vorjahr (7:36), unterbieten wollte. Habe mich überreden lassen und mich am Veranstaltungstag nachgemeldet, ohne zu wissen, was mich auf der 80Km-Runde durch den Nordschwarzwald erwartet, da ich dort noch nie mitgelaufen bin.

Nachtlauf2Am Start waren außer mir noch der Holger Hedelt, Franz Holzleitner, Stefan Daum, Jonathan Gakstatter und Neumitglied Harald Rumm dabei, wobei ich den Franz und Stefan leider nicht gesehen habe. Der Start war um 17 Uhr im Stadion des FC Südstern. Da die ersten 18 Km flach waren, war der Plan bis dahin eine 4:45er Pace zu laufen, bevor es in die Berge ging. Allerdings war es ziemlich warm und drückend, sodass mein Laufkumpel nach 15 Km das Tempo rausnehmen musste und ich alleine weiter mein Tempo gelaufen bin, da ich mich noch sehr gut gefühlt habe. Nach 18Km begannen nun die Anstiege und es ging bis Km39 immer nur noch hoch und runter über 3 Berge bis zum größten VP der Strecke. Hier konnte man auch ein Dropback hinterlassen, wo ich meine Stirnlampe und ein paar Gels deponiert hatte. An dieser Station habe ich ca.5min Pause gemacht, in der Hoffnung, dass der Harald auf mich auflaufen würde, sodass wir zusammen weiterlaufen könnten, was aber leider nicht der Fall gewesen ist.

Von Km39 ging es immer stetig bergauf, bis zum höchsten Punkt der Strecke bei Km55. Ab hier führte die Strücke fast nur noch bergab bis ins Ziel, davon die letzten 5 Km ganz flach. Nun begann ich zu rechnen, ob es vielleicht noch für eine Zeit unter 7:30 Stunden reichen würde. Das wird knapp und müsste noch einmal richtig Gas geben, waren meine Gedanken. Also habe ich alles auf eine Karte gesetzt und es einmal richtig laufen gelassen was noch ging. Auf den letzten 10Km konnte ich so noch eine 4:35er Pace laufen und bin nach 7:27 Stunden ins Ziel eingelaufen. Ganz überrascht war ich über den 4. Gesamtplatz und Platz 2 meiner AK.

Nachtlauf1

Im Ziel habe ich dann noch auf den Harald und Jonathan, die zusammen mit der ersten Frau ins Ziel gelaufen sind, und Wolfgang (vielleicht auch bald Mitglied bei uns) gewartet.

Fazit: Der Fidelitas Nachtlauf ist eine schöne Veranstaltung mit sehr netten Helfern an den VPs. Die ca. 850HM auf den 80Km lassen sich ohne große Probleme gut laufen, da die Anstiege nicht sehr steil sind. Ob ich noch mal mitlaufen würde? Wahrscheinlich schon. Dann aber mit dem Ziel unter 7 Stunden zu laufen ;-)

Text und Bilder: André Weinand, 25.7.2017

Ergebnisse der LG Ultralauf-Mitglieder:

Platz Zeit Name AK AK-Platz
3 7:17:20 h   Hedelt, Holger M45  1
4 7:27:03 h   Weinand, Andre M40  1
9 7:43:43 h   Gakstatter, Jonathan M20  1
9 7:43:43 h   Rumm, Harald M40  2
26 8:34:02 h   Daum, Stefan M40  5
42 9:09:27 h   Holzleitner, Franz M65  1

Wow, 4 Läufer unter den Top 10 und alle betroffenen Altersklassen gewonnen!

In der Jugendherberge Oberwesel gab es vornehmlich 4-Bett-Zimmer. Ich hatte das ungewöhnliche Glück mein Zimmer nur mit Patrick, einem der "Mädchen für Alles" teilen zu müssen. Er musste morgens eh früh raus und Frühstück gab es erst ab 6 Uhr, so stellte ich mir keinen Wecker und vertraute darauf, dass er mich weckt. Das tat er auch, aber leider erst um 6:50 Uhr, als er angerufen wurde. Nun musste alles schnell gehen und ich MUSSTE in der 2.Gruppe um 8 Uhr starten. Okay - für ein schnelles Frühstück reichte es noch, dann Gepäck bereitstellen. Als ich die verschiedensten Wetterprognosen hörte, entschied ich mich spontan: Heute laufe ich komplett ohne Jacke. Als ich sie abgeben wollte, ist das Gepäck bereits verladen und ich musste auf dem LKW springen, eine meiner Taschen suchen, die Jacke rein, runter vom LKW und da rannten das Teilnehmerfeld gerade los - einige Sekunden zu früh. Ich unterschrieb nur noch auf der Einschreibeliste, ein Helfer trug meine Daten ein. Nun aber hinterher, mein Glück es ging bergab und das kam mir zugute. Viele staksten los, ich rannte - downhill ist ja nun meins.....
Nach einigen Minuten hatte ich das Feld eingeholt. Am Ende der Ortschaft Oberwesel lag ich kurzfristig fast ganz vorne in der Gruppe. Das änderte sich aber schnell wieder. Ich hatte mir ja den Streckenplan eingeprägt - heute einige Steigungen drin und für meine (angeschlagenen) Verhältnisse respektable 67km. Ich brauchte mir da keine Durchschnittspace vornehmen. Mein Körper kannte die Umstände und stellte seinen "inneren Tempomat" - ausgenommen davon waren größere Steigungen/Gefälle bzw. KM in den ein VP angesteuert war. Genau dieser Tempomat befand heute knapp 6:30er Pace genau richtig - ich registrierte das mit höchster Aufmerksamkeit, wehrte mich nicht im Geringsten dagegen..... so sollte es eben sein.

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Wir liefen die ersten gut 20km noch am Rhein entlang, wie die letzten Tage gewohnt. Ab Bingen verließen wir diesen und kurz danach (KM 29) ging es in die Weinberge. Mein Körper wusste dies alles, schien fast einprogrammiert, als ich oben angekommen war und es wieder leicht abwärts ging, kam ein Feedback: war ja gar nicht so schlimm - und schon wurde die Pace um ca 15sec schneller, tatsächlich ohne mein Zutun, keinerlei Signal (zumindest bewusst) ging da vom Kopf aus - schon erstaunlich, so ein "Laufkörper".

T12 2Es ging wellig weiter mal runter dann wieder hoch, relativ abwechslungsreich, nur einige Abschnitte 2km schnurgerade entlang einer Bundesstraße, erinnerten an Norddeutschland. Ich freute mich über die Strecke und darüber, dass meine Energie scheinbar auch wieder für mehr als 60km reichte - das nenne ich Läuferglück! Auch die Markierung bereitete mir gestern und heute keinerlei Probleme.

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Ich hatte mittlerweile die 60km passiert, den letzter VP - nun begann ich doch mal einen kurzen Check; sollten die 67km hinkommen (stimmt heute ganz gut) wäre eine Zeit um die 7:30Std machbar. Zum ersten Mal nahm ich heute bewusst auf die Tempogestaltung Einfluss - ich nahm Fahrt auf und erreichte Zeiten unter 6min/km. Es würde wohl knapp werden, dann kam ich über den letzten Hügel und sah Westhofen vor mir abschüssig liegen - ich ließ es rollen und als auch die ersten Bewohner an der Strecke standen, aufmerksam zusahen und klatschten gab ich Gas, der letzte KM lag nahe bei 5min/km. Ich bog ins Schulgelände der Otto-Hahn-Schule ein ins Ziel - 7:29:xx - das war ja eine Punktlandung *freu*

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Zu den anderen LG Ultraläufer: Sie sind alle noch im Rennen und als ich heute auf Stefan Daum auflief, freute ich mich mit ihm, dass es lschon wieder bedeutend besser lief - KLASSE!
Mein Entschluss ohne Jacke zu laufen, war übrigens voll aufgegangen, außer mal am Vormittag leichter Nieselregen, wurde das Wetter im Tagesverlauf immer wärmer und auch die Sonne war zu sehen.
Viele Leser dieser Zeilen werden Gabi und Peter Gründling kennen (in Läuferkreisen gut bekannt). Sie besuchten uns im Ziel dieser Etappe und hatten - welch tolle Idee, Eis mitgebracht. Darüber freuten sich nun alle Läufer(innen) im Ziel.
Essen gab es sehr läuferfreundlich gleich nebenan (50m) in einem Vereinslokal. Damit das Restaurant nicht hoffnungslos überfordert war, gingen wir in zwei Gruppen rüber. Das Briefing ergab: Morgen gibt es zwar weniger HM, doch 10km mehr.

Text und Fotos: Roland Kraus, 27.7.2017

Link zum Deutschlandlauf Blog: Deutschlandlauf-Blog

Wir hatten eine einigermaßen angenehme Nacht in der schönen großen Turnhalle in Mühlheim-Kärlich hinter uns, keine beengten Verhältnisse und da es eine relativ neue Halle ist, gute sänitäre Anlagen.

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Was nicht so toll war, waren die Wetterprognosen, doch heute wendete sich das Ganze tatsächlich noch zum Guten. Jedoch, pünktlich zu meinem Start (schnelle Gruppe) öffneten sich die Schleusen und es goss heftig. War nun einmal so und ließ sich nicht ändern, also warum groß jammern? Mir fiel auf, dass diese Startgruppe heute um einiges größer war - und promt legten einige los wie die Feuerwehr - ein Schnitt deutlich unter 6er Pace wurde da gelaufen, schätzte ich. Hat das nun was mit dem Starkregen oder mit der relativ kurzen Etappe (gut 55km) zu tun? Mir erschloss sich das nicht. Ich machte da nicht mit und begann mit knapp unter 6:30 min/km. Doch nach wenigen KM (erst mal weg vom Rhein) ging es einen Weinberg ziemlich heftig hoch, somit kein reeller Durchschnitt mehr möglich, auch wenn es nachher wieder abwärts ging, überschwemmter Weg und längere Ampelstopps Richtung Koblenz drückten die Pace.

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In Koblenz schoss ich ein paar Fotos mit der Handykamera und schon ging es über die Mosel Richtung "deutsches Eck", wo Rhein und Mosel zusammenfließen. Dann musste ich weniger auf Markierungen achten und nahm Fahrt auf - bedeutete heute, durchaus auch mal ein KM unter 6min und sehr viele KM imi Bereich von 6:15-6:20. Ich überlegte, ob das nicht zu schnell war, ließ es dann aber größtenteils rollen. Nun bremsten nur noch VPs oder mehrere Fotostopps. Irgendwann konnte ich wirklich meine Wind-/Regenjacke komplett ausziehen um sie mir umbinden - ein schönes Gefühl. Sogar die Sonne kam immer öfter mal raus - das machte mich sicherlich nicht langsamer!

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Die Halbmarathonmarke war auch heute wieder der Zeitpunkt, wo ich mehrfach Starter aus Startgruppe1 überholte. War mir fast peinlich, zu sehen, wie sie sich abrackern (gehen) und ich "fliege" wahrscheinlich an ihnen vorbei (ich vermutete, dass sie es so empfinden könnten).

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Nach dem Städtchen Braubach liefen wir die langgezogenen Rheinschleife, die erst mit der Ortschaft Boppard endete. Hier wurden wir kurz durch das Ortszentrum geleitet, bevor es wieder näher zum Rhein ging. Hier waren viele Touristen am Rhein unterwegs, Richtung Sankt Goar (dort ist der Loreley-Felsen) wurde das noch mehr.

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Nach einigen Kurzpausen für Fotos, nahm ich wieder richtig Fahrt auf ud konnte einige KM mit 6min bzw knapp darunter laufen. Dann kam das heftige Ende. Nach Oberwesel rein erstmal gemäßigt berauf, dann der Aufstieg zur Burg, wo die Jugendherberge thront. Alleine für den letzten KM brauchte ich ca 11-12min - nun gut ein Foto runter zum Rhein samt Kirche Oberwesel mußte auch noch sein. Nach 6:11Std schlug ich am Zielbanner an. HURRA - was für ein tolle Strecke, welch fantastischer Tag!

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T11 AWie gehabt sind alle LG Ultraläufer gut durchgekommen, wobei es auch bei Stefan Daum wieder etwas besser lief. Karl Rohwedder sagte, er hat eher etwas Tempo rausgenommen.

Mit dem Einchecken unserer Zimmer mussten wir noch etwas warten, einige waren einfach zu schnell. Doch dann konnten wir unsere relativ komfortablen Zimmer belegen und zum Abendessen wurde ein kleines Büffet mit vielen Nudelngerichten serviert. Dann ließen wir noch unseren Veranstalter Oliver Witzke hochleben, Er feierte heute seinen 43.Geburtstag - was für ein "junges Gemüse".
Morgen geht es 67km mit diversen HM - ich bin schon gespannt, was meine Achillessehne dazu sagt..

Text und Fotos: Roland Krauss, 26.7.2017

Link zum Deutschlandlauf Blog: Deutschlandlauf-Blog

GGUT logoDer Großglockner-Ultratrail war für mich ein tolles Alpentrail-Abenteuer. Abgesehen von dem Rennabbruch in der zweiten Nacht hat sich die Teilnahme voll ausgezahlt. Der GGUT ist ein Lauf rund um den Großglockner auf tollen Trails und mit ordentlich Höhenmeter!!

Ich war noch etwas ausgemergelt von dem La Chouffe Trail in Belgien, der am vorangegangenen Wochenende stattfand, und mit einem leichten Magen-Darm-Infekt zum GGUT gefahren - vielleicht nicht die besten Voraussetzungen für einen schweren Alpentrail mit rund 110km, 6500 Höhenmetern und z.T. technisch schwierigen Laufverhältnissen. Für mich sollte der GGUT zumindest ein gute Vorbereitung und ein letzter Test für den nahenden UTMB, der am ersten September in Chamonix startet, sein.

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Der Blick zurück nach Fusch bei km 13.

Der Start am Freitagabend um 23:00 ist mir sehr schwer gefallen, weil vollkommen konträr zu meinem üblichen Wach-Schlafrhythmus. Selbst ein taurin- und coffeinhaltiges Getränk, laute Startmusik oder die leicht vorhandene Aufregung konnten mich zu der unchristlichen Zeit nicht dafür begeistern, einen 110k-Lauf mit krassen Höhenmetern zu beginnen. So haben mich die ersten Stunden und die ersten 1200 Höhenmeter fehlende Motivation und ein beleidigter Magen kombiniert mit permanenter Übelkeit begleitet. Letztere könnte aber auch von dem Isogetränk an der ersten Labstelle herrühren, deren Geschmack mich deutlich an den Geruch von Klosteinen erinnerte. Der erste ernsthafte Anstieg führte zur Unteren Pfandlscharte über eine alpine Moräne und über ein steiles Schneefeld auf über 2600m.

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Die Pfandlscharte

Der erste Kulminationspunkt empfing uns mit Kälte, Regen und frischem Wind. Der anschließende Downhill hat mir dann einen kleinen Weckruf beschert, ein kleiner unachtsamer Stolperer mit müden Beinen sorgte für ungewollten Bodenkontakt, bei dem einer meiner neuen (!) Karbonstöcke zersplittert ist. Aber ein Stock ist besser als kein Stock und zum Glück ist bis auf ein paar neue Schrammen nichts passiert. Am Glocknerhaus wurde das Rennen dann zum ersten Mal wegen Gewitter unterbrochen. Ein halbe Stunde Pause, Zeit zur Erholung und zum Neusortieren für den nächsten Berg. Die Pfortscharte liegt mit 2838m noch ein bisschen höher. Danach führt der Trail hinunter zum Lucknerhaus, wo es dann nach einer kleinen Verpflegung über einen Grasberg und einen wunderbaren Downhill nach Kals geht. Bei der Verteilung der Dropbags hat mir dann Gerhard seine Ersatzstöcke geborgt, eine tolle Erleichterung für die letzten 50k. Gerhard, vielen lieben Dank! Nach einer eher kargen Gemüsecremesuppe in Kals führt der Trail bei sommerlichen Temperaturen durchs Dorfer Tal hinauf zur Rudolfshütte in rd. 2500m Höhe, irgendwo müssen die Höhenmeter ja schließlich herkommen. Die Rudolfhütte empfing uns mit guter Verpflegung, netter Bewirtung und einem geheizten Trockenraum. Danach wieder schön runter, damit auf der anderen Talseite hinauf zum Kapruner Törl die letzten Höhenmeter eingesammelt werden können. Beim Aufstieg wurde es dann schon dunkler, so dass die Ausgesetztheit im begrenzten Schein der Stirnlampe nicht so schlimm wirkte. Dann aber das Kapruner Törl, für mich eindeutig der Höhepunkt des Trails! Eine Felsscharte, die den Durchgang zum Abstieg zum Mooserboden hochalpin zunächst über große Steinplatten und dann später über eine lange Schneerinne bildet. Das Abfahren der steilen Schneerinne im Dunkeln hat nach einer gewissen Eingewöhnung dann fast schon Spaß gemacht. Ich war richtig beeindruckt. Unachtsame Stolperer hier im Steilgelände bitte unbedingt vermeiden. Hier wurden wir dann auch von einem sintflutartigen Gewitter mit Blitz und Donner überrascht. Leider war die teure Regenjacke dann schon bald geflutet und der z.T. starke Wind gestaltete den Abstieg ein wenig ungemütlich. Stehenbleiben war zumindest keine gute Idee, da man relativ schnell auskühlt. Nun mussten noch zahlreiche Gebirgsbäche, die bei dem starken Regen reißend geworden waren, über manchmal wackelige Planken und Vierkanthölzer gequert werden. Bei der letzten Querung kurz vor den Kapruner Stauseen mussten wir gar mal ohne Brücke rüber. Dann nach 95km und 6500Hm endlich gerade auf Asphalt über die Staumauer und dann … dann wurde uns mitgeteilt, dass das Rennen abgebrochen sei. Schade. Ich war schon enttäuscht und wäre die letzten einfachen 15k noch gerne ins Ziel gelaufen, zumal das Gewitter vorüber war. Mit rund sechs Stunden vor dem Timecut wäre auch reichlich Zeit gewesen, ins Ziel zu traben.

GGUT 3

Nach einer Stunde Warten, sind wir dann mit dem Taxi nach Kaprun gefahren worden. Alles in allem ist der GGUT ein grandioses Trail-Abenteuer! Ich glaube, dass ich im nächsten Jahr wieder am Start stehen möchte!!

Text und Bilder: Stefan Henscheid, Graphiken: Veranstalterseite, 26.7.2017

80 - 90% Regenwahrscheinlichkeit für jede einzelne Stunde wurde vorausgesagt. Das Schlimme: es stimmte annähernd - aber immerhin, wir durften ohne Regen loslaufen. Übrigens nach wenigen KM liefen wir an den Büros des Wetterdienstes Wetteronline vorbei, fast direkt am Rheinufer.
Ich startete heute in der "schnellen Gruppe" (7Uhr) was nur besagt, dass ich gestern beim Wiedereinstieg eine Pace besser 8min/km gelaufen (dieser Schnitt wurde um 1 min hochgesetzt) war, behagte mir zwar nicht - ist nun aber mal so und damit startete auch Tagesetappenläufer Matthias Kröling von der LG Ultralauf auch mit mir. Wir begrüßten uns vorher, beim Lauf verlor ich ihn aber schnell aus denn Augen. Er düste vorne weg, da kam ich mit meiner anfangs 6:30 Pace nicht hinterher.
Wir starteten direkt vor der Turnhalle und liefen auf dem Rheinufer-Radweg. Das blieb im großen und ganzen für den Rest des Tages so, nominal 58KM lanng!
T10 4Kaum lief ich auf den VP1 (KM8-9) von Michaela Kirchner zu, begann es wieder zu regnen. Kurz danach überholte ich den ersten Geher aus der früheren Startgruppe. Er war also bereits 1Std länger unterwegs. Er war ein Läufer, der schon mehrmals mit dem Cutoff (pro Std min 5KM) gekämpft hat. Ob er es heute schafft? Ich war mit einer Pace ganz knapp unter 6:30 pro KM unterwegs, außer es kam ein VP oder es regnete extrem heftig, was immer wieder passierte - dann wich ich auch mal größeren und tiefen Pfützen aus. Unterwegs hatte ich keine Fotos gemacht. Bei diesem tristen, grauen und nassen Wetter machte ich mein Handy nicht aus der Schutzfolie fummeln.
Weiter ging es KM um KM. Ab Halbmarathons sammlte ich immer wieder mal Läufer aus der ersten Gruppe ein. Im Prinzip hielt ich meine Pace bis ca KM50, dann hatte ich ein paarmal Probleme mit der Orientierung und verlor etwas Zeit. Gelegentlich regnete es so heftig, dass ich sogar die Kapuze meines Regencaps aufsetzte; das behinderte zwar die Sicht, nahm ich dann sogar in Kauf.

T10 1
Dann sah ich KM-lang keine Markierung mehr und vermute schon, ich hatte mich verlaufen. Doch ich war immer noch auf dem Radweg direkt am Rhein. Ich hatte nur langsam die Vermutung, eine Abzweigung nach Mühlheim-Kärlich bereits verpasst zu haben. Die Info's von Passanten halfen mir nicht wirklich weiter, zumal ich nur angeben konnte, dass ich eine große Halle etwas außerhalb dieses Orts suche. So griff ich zum Handy und versuchte das Notfall-Handy vom Veranstalter zu erreichen. Erst beim 3x mit Erfolg, die Beschreibung half mir doch ein wenig - und ich war definitiv zu weit gelaufen. Nach drei unsicheren Ecken sah ich tatsächlich andere Läufer von weiten. Ich folgte und entdeckte wieder Markierungen. Nach gut 62km erreichte ich das Ziel, nominal wären das 58,1km gewesen. Wieder unter 7Std, die Pace zuletzt etwas "versaut" - aber es gab viele die froh wären,wenn sie diese Pace noch laufen könnten. Nun gut ich hatte ja immerhin 4 Tage Laufpause gehabt, auch wenn das nicht die große Erholung war.
Der meistgehörteste Fachbegriff hier ist: "Shin Splints" laut Wikipedia, Knochenhautentzündung am Schienbein bzw Überreizung der entsprechenden Muskel (Bein/Fuß) - kann sehr leicht zum Muskelfaserriss führen und ist sehr schmerzhaft. Die meisten laufen bzw gehen hier unter großen Schmerzen weiter. Abends humpeln Sie zum Essen, am Morgen stehen Sie wieder am Start.
Von LG Ultralauf sind alle, außer mir noch im Gesamtrennen, ich werde als Einzeletappenläufer geführt. Am besten geht es nach wie vor wohl Holger Hedelt, Konrad Vogl ist auch ganz gut unterwegs, wie ich beobachten konnte, Karl Rohwedder war heute wieder sehr flott unterwegs, nachdem er ein paar Probleme hatte. Stefan Daum hat zurzeit heftige Probleme. Er meinte, es wird sich die nächsten Tage entscheiden, wie es weitergeht.

T10 2
Das Abendessen war heute gleich um die Ecke und das Briefing ergab keine Besonderheiten, nun ja - das Wetter soll etwas besser werden.

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Der rollende Kiosk von Thomas.

Text und Bilder: Roland Krauss

Holger Hedelt wurde heute der Seite deutschland.de zu der Reihe "So tickt Deutschland" interviewt: https://www.deutschland.de/de/topic/leben/Deutschlandlauf-2017-1300-Kilometer-in-19-Tagen

Holger hat übrigens auch von unterwegs ein paar Bilder von Remagen, Bad Breisig, der Lorelei geschickt und mit seinem ihm eigenen Humor kommentiert.

Das Deutsche Eck in Koblenz wo Mosel und Rhein zusammenfließen, das ganze bei herrlichem Wetter, Sonne und 22C. Nur leider und frei nach dem Motto: Über den Wolken, lalala, muss das Wetter wohl wunderschön sein, lalala, und darunter pissts aus dem Wolken gnadenlos auf die Läufer runter. Bähhhhh..... Und noch ein Foto von Ehrenbreitstein.

T10 H1

T10 H2

Karl Rowedder schrieb zu der Etappe - diesmal ohne Bild:

Etappe 10 nach Mühlheim-Kärlich: im Wesentlichen 60 km am Rhein mit Regen.

Das war das Bergfest, mal abgesehen von den Höhenmetern. Morgen noch mal locker, dann geht es ab in die Berge.