Laufgemeinschaft der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung e.V.

K42 3Glück gehabt, mehrfach. Acht Tage Urlaub bekommen, trotz laufendem Konzert- und Theaterbetriebes. Und dann findet ausgerechnet in meinem Urlaubs- bzw. Trainingsort Paguera auf Mallorca auch noch genau zu der Zeit ein Trailmarathon statt, der Mallorca K42. Rennen der Salomon K42 Serie finden in Italien, Spanien und Südamerika statt. Noch einmal Glück gehabt, dass Mirko, der Leiter meines heimatliches Laufteam am Tag vorher aus seinem Trainingscamp aus Can Picafort anreiste, denn so musste ich nicht alleine laufen. Und noch einmal Glück: tagelang blauer Himmel!

K42 1
Start des K42 ist an einer alten Finca im Landesinneren. Danach geht’s gleich auf einen der höchsten Berge Mallorcas, den Galatzò (1027m), 1 ½ Stunden wandern und klettern. Als Belohnung gibt es einen herrlichen Ausblick über den gesamten Südwesten der Insel. Nach dem Abstieg vom Gipfel gibt es eine der wenigen Laufpassagen, die wellig durch einen wunderschönen Pinienwald bis zum Fuß des zweiten Berges, den Esclop (926m) führt. Wieder war klettern angesagt, und das inzwischen bei Temperaturen über 20°C. Eigentlich sollte das Rennen jetzt mit kleinen Umwegen zum Strand von Paguera gehen. Durch die starken Regenfälle der letzten Zeit ist der Weg dorthin aber nicht laufbar. Um die Kilometer voll zu bekommen, werden wir deswegen noch einmal zum Galatzò geschickt, zum Glück ohne die Kletterpassage.

K42 2

Mit Laufen hat das Ganze jetzt aber nichts mehr zu tun, eher mit Hüpfen und Stolpern von einem Stein zum anderen, und das bei inzwischen 25°C. Auch das Bergablaufen zum Ziel in Es Capdella ist kein Vergnügen, steil und steinig. Zurück an der Finca werden wir ein letztes Mal Richtung Galatzò geschickt, diesmal aber nur 250 Höhenmeter. Nach etwas über 8 Stunden waren wir heil aber müde im Ziel.

K42 445km 2520Hm, davon 20% gelaufen, 20% geklettert und 60% berghoch und runter gewandert, bzw. über Geröll gehoppelt. Die Belohnung waren tolle Ausblicke auf eine phantastische Landschaft. Jetzt weiß ich auch, warum die Serie „Adventure Marathon“ heißt.
Besonders hervorheben muss man die Organisation: Info, Transport, Verpflegung, alles perfekt.

 

Text und Bilder: Jan Förster, 13.4.2017

Am Sonntag den 09.April waren drei Läufer von der LG Ultralauf bei den 50km von Ebershausen am Start. Wo liegt denn Ebershausen? fragte ich mich, als mir Franz Holzleitner, bzw. Konrad Vogl eröffneten, dass sie dort starten wollten. Mir war klar, dass es wohl in Bayern liegt und so ist es auch: in einem Dreieck von Augsburg, Memmingen und Ulm liegt es im Landkreis Günzburg.

Eigentlich wollte ich an diesem Wochenende in Bad Staffelstein beim Obermain-Marathon starten, denn genau vor einem Jahr (10.April '16) lief ich dort meinen 100. Marathon. Doch warum nicht mit den beiden die 50Km laufen und somit als "Südfraktion LG Ultralauf" eine Mannschaft komplettieren? Gedacht, gesagt und angemeldet. So startete ich am Sonntagmorgen um 6Uhr zum mittlerweilen 137. Marathon bzw Ultralauf nach Ebershausen.

Nach 1:45Std war ich am Vereinsheim des dortigen Fußballvereins angekommen. Hier gab es die Startunterlagen, hinterher Duschen und Siegerehrung, auch der Start war nur wenige 100m entfernt - ein Lauf der kurzen Wege also.

Ebershausen1

Schon entdeckte ich Franz Holzleitner bei einer Tasse Kaffee. Er hatte im Auto übernachtet und erklärte, es war eine kalte Nacht gewesen mit nur 3 Grad. Als kurz darauf Konrad Vogl eintraf, war unsere Mannschaft komplett und wir scherzten uns frohgelaunt dem Lauf entgegen. Zur Startaufstellung um 9:10Uhr war es noch entsprechend frisch, doch alle Anzeichen standen auf einen sonnigen Tag, bis zu 22Grad waren angesagt.

Auf dem 5km-Rundkurs war alles in nächster Nähe, so konnte man sich eventuell später noch überflüssiger Klamotten entledigen. Natürlich machte Franz davon später reichlich Gebrauch. Konrad bemerkte dazu: Jetzt passt es - mit freiem Oberkörper erkennt man den Franz schon von weiten.

Auf den ersten Runden war die Laufrunde noch stärker bevölkert, da die 10km-Läufer 10min vorher gestartet waren. Doch nach einer Stunde waren nur noch wenige von ihnen unterwegs. So waren bald die 50Km-Läufer(innen) unter sich. Mein guter Lauffreund Udo Pitsch aus Augsburg war auch die paar KM angereist und auch Rainer Leyendecker aus Schwindegg war dabei. Die Runde hatte doch Ecken, eine Kehre und die Höhenmeter summierten sich ebenfalls auf den 10 Runden.

Als es nach 2Std immer wärmer wurde, genossen alle Teilnehmer das großzügige Getränkeangebot an der Verpflegung. Auch an der Wendemarke nach 2,8km wurden einige Getränke gereicht.

Ich wollte meine KM anfangs mit einer Pace von knapp über 5min absolvieren, nach einer Runde schloss Konrad zu mir auf und wir liefen schließlich das restliche Rennen komplett gemeinsam. Er emfand meine Pace als "gerade noch machbar" und als ich später etwas langsamer wurde, ließen seine Kräfte im gleichen Maße nach. Franz war nicht weit hinter uns und die Abstände nach der Wendemarke, an der wir uns immer begegneten, wurden nur unwesentlich größer. Ich rief Konrad zu: "Der Marathon ist mit 3:36 im Sack, wenn es so weiter läuft, greifen wir die 4:20 an!" Doch auf der letzten Runde wurden unsere Beine schwer und schwerer und so verabschiedete ich mich schon von diesem Ziel - doch als wir ein letztes Mal auf das Ziel zuliefen, zeigte die Uhr tatsächlich noch 15sec an - wir zogen an und liefen Hand in Hand - genau in 4:20Std über die Matte. Als nächstes war dann Rainer Leyendecker im Ziel. Er war wohl nicht ganz fit, sonst kann ich mir kaum erklären, dass er nach mir ankommt. Kurz danach war auch schon Franz mit 4:49 im Ziel. Wir warteten noch auf Udo und gingen dann zum Vereinslokal.

Nach dem Duschen schmeckten Kaffee und Kuchen besonders gut und es konnte auch bald mit der Siegerehrung losgehen.

Ebershausen2

Wir konnten uns über AK-Siege in der M55 (Konrad und ich zeitgleich auf Platz 1), sowie Franz in der M65 (Platz 1) freuen. Als kleine Geschenke gab es handgemachte Nudeln aus dem Ort.

Ebershausen3

Als Sieger der Mannschaftswertung wurden wir noch mit einem großen Obstkorb beschenkt und wir mussten erst mal erklären, woher denn dieser Verein "LG Ultralauf" herkommt. Eines ist gewiß: In Ebershausen kennt man nun unseren Verein!

 

Platz Name Jahrgang Zeit       
9. Roland Krauss 1962 4.20:00
10. Konrad Vogl 1961 4.20:00
20. Franz Holzleitner 1950 4.49:03

 

Zu den Fotos:

Bild1: Die LG Ultraläufer vor dem Start in bester Laune
Bild2: Konrad und Roland als gemeinsame Sieger der AK M55
Bild3: Mannschaftssieger wurde die LG Ultralauf

Text und Fotos: Roland Krauss, 12.04.2017

Peak0Ein nicht ganz unbekannter Sportwart rät in seinen Empfehlungen zur Vorbereitung auf einen 24-Stunden-Lauf unter anderem zur Komprimierung des angestrebten Wettkampfergebnis-ses: Die Kilometerzahl soll in der konkreten Vorbereitung etwa einmal im Monat als Wochen-umfang erreicht werden, dann in einem nächsten Schritt auf drei Tage verdichtet werden. Für mich klingt das logisch: Wenn ich eine gewisse Distanz innerhalb von 24h erreichen will, sollte mein Körper bewusst an diese Belastung herangeführt werden. Dies schaffe ich beispielsweise mit der Verdichtung von Umfängen auf immer kürzere Zeiteinheiten.
Mein erstes Jahreshighlight soll die Jubiläumsauflage des 24h-Laufs am Seilersee sein. Hier war ich schon zweimal zu Gast, die Atmosphäre bei Tag und besonders bei Nacht ist großartig. Ich freue mich auf die dritte Teilnahme dort und sind nicht aller guten Dinge …?
Wenn ich gefragt werde, welches Ziel ich mir gesteckt habe, dann erzähle ich als Erstes von der Verbesserung meiner bisherigen persönlichen Bestleistung von 182 km auf … naja, 190 km sollen es schon sein. Mein großer Traum ist es aber auch, irgendwann irgendwo einmal 200 km oder mehr zu erzielen.
Die Wahrscheinlichkeit, dass Träume in Erfüllung gehen, hängt beim Ultralaufen tatsächlich auch im hohen Maße vom Trainingsfleiß ab. Nachdem es im Januar und Februar aus Gründen der Erwerbsarbeit leider nicht ganz so gut geklappt hat mit den Umfängen, konnte ich im März immerhin 600 km laufen, was für mich eine neue Bestleistung bedeutet. Wie kann nun das Training für einen 24h-Lauf konkret aussehen? Dazu empfiehlt der schon oben genannte Sportwart 1. sehr lange Läufe, 2. sehr langsame Läufe und 3. Mehrtagesläufe. Dieser Rat, verbunden mit der Möglichkeit, das Training zu verdichten, führt mich drei Wochen vor Iserlohn zu einem ganz besonderen Laufwochenende. Ich schaffe es nicht, 200 km in drei Tagen zu laufen. Aber ich kann es schaffen, eingebettet in organisierte Läufe insgesamt 100 Meilen an zwei Tagen zu laufen – und das wäre für mich schon ein sehr ordentliches Pfund.

Samstag, 8. April: 100 km Freundschaftslauf – Rund um Solingen
Bereits zum sechsten Mal organisiert das Ultrateam des Solinger LC einen Freundschaftslauf rund um die Stadt Solingen. Start und Ziel der 50km-Runde ist das Freibad Ittertal. Um 6 Uhr morgens ging es mit ca. 60 TeilnehmerInnen im Uhrzeigersinn auf die erste Runde. Das Wetter sollte läuferfreundlich werden: bedeckt und mild, kein Regen und kein Wind. Der Lauf war als Gruppenlauf ohne Zeitnahme organisiert, etwa alle 10 km gab es eine ausgezeichnete Verpflegungsstation. Etwa eine halbes Dutzend LäuferInnen aus dem Ultrateam gaben Acht auf das Tempo von etwa 7:00 min/km und sorgten dafür, dass die Gruppe zusammenblieb. Ich war überrascht, wie gut das geklappt hat – ist es doch eigentlich sehr ungewöhnlich, dass so viele LäuferInnen über eine längere Strecke das gleiche Tempo halten können bzw. wollen. Die Strecke war sehr abwechslungsreich und landschaftlich reizvoll: Wir liefen über wurzelbedeckte Single-Trails, entlang der mäandernden Wupper und durch die Ohligser Heide. Vielen Leuten dürften die Wege vom Klingenpfadlauf bekannt sein, an diesem Tag allerdings entschärft und von diversen Höhenmetern befreit. Nach ungefähr 6 Stunden und 20 Minuten war die erste Runde geschafft und wir waren zurück im Ittertal. Nun lichtete sich das Feld erheblich, für über 40 LäuferInnen war das Tagwerk vollbracht.
Wir Übrigen traten an zur zweiten Runde und liefen jetzt gegen den Uhrzeigersinn. Es wurde Mittag, die Sonne kam heraus, die Temperaturen stiegen. Der Durst wurde größer und die gefühlten Zeiten zwischen den Verpflegungspunkten dehnten sich ebenfalls – kurzum: JETZT war es ein richtiger Ultra. Das Tempo war für mich absolut okay, es fiel mir sogar eher schwer, die ganze Zeit so langsam zu laufen. Hey, eigentlich eine tolle Erkenntnis! Zeigt es doch, dass mein Training wirkt und ich mich gut fühle. Leider gab es zwei, drei Leute, für die das Tempo zu hoch war. Die Rennstrategie des Solinger Ultrateams sah nicht vor, dass die Gruppe sich aufspaltete. In anderen Worten: Wer nicht mit dem Tempo der Gruppe mithalten konnte (ich hatte am Ende eine Overall-Pace von über 7:50 min/km), war raus und konnte entweder mit dem Verpflegungsauto mitfahren oder musste sich abholen lassen. Das fand ich schon hart. Meiner Meinung nach hätte es – gerade für die zweite Runde – doch auch eine langsamere und etwas schnellere Gruppe geben können. Andererseits wäre es dann für die freiwilligen HelferInnen schwierig gewesen, die VPs rechtzeitig abzudecken. Leider war auch meine Mitfahrgelegenheit aus Köln unter den LäuferInnen, die es letztlich nicht ganz packen sollten, sodass ich mich noch während des Laufs nach einer neuen Option für die Rückfahrt nach Köln umsehen musste (andere Geschichte…).
Die Stimmung in der Gruppe war gut, die zweite Runde hat uns alle noch viel näher zusammengebracht. Es gab interessante Gespräche und wir passten alle auf uns auf. Je länger das Ding jedoch dauerte, umso mehr reduzierte sich die Kommunikation auf folgende Fetzen: „Vorsicht, Poller….Wurzel….Stein“. Dann war es geschafft. Es gab eine Jubelgasse für diejenigen unter uns, die zum ersten Mal einen 100er gelaufen sind, und 15 LäuferInnen erreichten so gegen kurz nach 19 Uhr das Freibad Ittertal. Juhu! Bei der Siegerehrung aßen wir die restlichen Brötchen auf und freuten uns über die überreichten Pokale. Dann sollte es aber auch schnell nach Hause gehen, denn morgen wartete ja noch ein Lauf auf mich.

Sonntag, 9. April: 62 km - 'Ne kölsche Trail
Der Vorteil bei einem Ultra in der Heimatstadt ist, dass sich das frühe Aufstehen in Grenzen hält. Statt um 3:45 Uhr wie am Vortag, musste ich heute erst um 7 Uhr aufstehen (Luxus ). Die Beine fühlten sich den Umständen entsprechend ganz gut an. Ab auf’s Fahrrad und in Ruhe zum Rhein-Energie-Stadion geradelt. Dort startete um 8 Uhr der 1. Manfred-Steckel-Trail, ein mit minimalem Aufwand organisierter Voll-Autonomie-Ultra, mit exakt drei Tei-lnehmern: Manfred (der Veranstalter), Dodo (ein befreunde-ter Trailrunner) und ich.

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Auf die Plätze, fertig, ...! Dodo, Manfred, ich vor dem Start zum Kölschen Trail im Stadtwald

Zu absolvieren waren vier Runden à 15,5 km im Grüngürtel durch den Stadtwald, am Decksteiner Weiher vorbei und durch den Beethovenpark. Manfred hatte sich wirklich Mühe gegeben, jeden noch so kleinen Hügel im an Höhenmetern eher unterprivilegierten Kölner Stadtwald ausfindig zu machen und von allen Seiten anzurennen. Das Wetter sollte an diesem Tag wahrhaftig angemessen sein für einen Sonntag: Sonne satt, deutlich über 20° C, der Sommer zeigt sich an diesem Tag zum ersten Mal in diesem Jahr. Ich hatte es mir angesichts der vielen Schleifen auf der Strecke geschenkt, mir den Track auf mein GPS-Gerät zu ziehen – ich hätte trotzdem nicht weniger Fragezeichen im Gesicht gehabt. So war ich noch viel mehr darauf angewiesen, mit den anderen zusammenzulaufen. Und das ist ja auch viel viel angenehmer, als allein die Pfade abzuklappern. Wir liefen die erste Runde ganz gemütlich im Plauderton ab und brauchten 1:48 h dafür, es war noch angenehm kühl. So langsam zeigte sich allerdings, dass es heute richtig warm werden sollte.

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Immer schön rauf auf den Todesberg!

In der zweiten Runde trafen wir im Beethovenpark einen Läufer, der uns anhand unserer Salomon- und Hoka-Ausrüstung als Trail- bzw. Ultraläufer identifizierte. Wir kamen in interessante Gespräche über Ironman vs. Challenge (Manfred ist Triathlet) und Berglauf-Europameisterschaften (der Läufer entpuppte sich als Teilnehmer einer solchen Veranstaltung in Polen). Der Höhepunkt für mich war auf dieser Runde allerdings die Wasserstelle beim Fort VI – es geht nichts, wirklich nichts über kaltes, klares Wasser! Ultralaufen reduziert die Grundbedürfnisse auf das Wesentliche und lässt uns mit dem Wenigen zufrieden sein, was wir WIRKLICH brauchen. Vielleicht ist das auch einer der Gründe, warum ich laufe? Die zweite Runde endet nach 3:56 h, der Läufer verlässt uns wieder. Nun wird’s richtig warm und für mich doch zunehmend anstrengend. Nach der Hälfte der dritten Runde lässt Manfred es ruhiger angehen. Dodo und ich kaufen uns am Kiosk des Minigolfplatzes ein Eis und ein Kaltgetränk und machen es uns kurz im Schatten bequem. Okay, das ist fast noch besser als das Wasser! Die dritte Runde endet für uns Beiden nach 6:04 h. Nun baue ich merklich ab, irgendwas außen am linken Knie tut weh, ist aber schwierig zu lokalisieren. Die Trails bergauf werden jetzt nur noch gegangen. Dodo ist auch ohne meine 100 km vom Vortag ein schnellerer Läufer als ich, die Tempi passen nicht mehr zueinander. Ich schicke ihn voraus, es tut mir nicht gut, wenn er versucht, an mir kleben zu bleiben. Ich kämpfe mich noch ein viertes und letztes Mal die Schleifen hoch und runter und halte meinen Kopf unter das fließend kalte Wasser (herrlich!!).

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Schildkröten on Tour. Wasser für alle, welch ein Genuss!

Drei Kilometer vor Schluss kommt Dodo plötzlich von hinten, er hatte sich kurz am Decksteiner Weiher mit seinem Bruder unterhalten und nun geht’s für uns beide Richtung Ziel, er will sich von mir nicht mehr davonschicken lassen. Mit dem Wissen im Kopf, dass es bald geschafft ist, kann ich noch mal Tempo aufnehmen und wir schlagen nach 7:57 Stunden am vereinbarten Zielort (ein Mülleimer auf dem Parkplatz vor den Jahnwiesen…) ab. Geschafft!
Puh, ich bin ganz schön erledigt. Der zweite Lauf heute war noch mal ein echter Härtetest. Muskulär ging es bis auf diese Sache mit dem Knie ganz gut, aber die Hitze (ja, ich weiß, wir haben Anfang April, aber trotzdem) hat mir wirklich zu schaffen gemacht.
Egal, zwei Läufe an zwei Tagen und hundert Meilen im Sack, macht 200 Wochenkilometer für mich. Jetzt erstmal zwei Tage Ruhepause, noch drei Wochen bis zum Seilersee. Ich bin gespannt, was da kommen mag!

Text: Matthias Kröling, Bilder: Michael Irrgang (Matthias bei der 6h DM in Münster), Manfred Steckel (3), 11.4.2017

Zum ersten Mal wollte ich beim 6Std-Lauf in Ottobrunn (südlich von München) teilnehmen. Was ich schon vorher wußte: Er findet bereits das 21mal statt, sehr familiär gehalten und so mancher Läufer will nur wegen der tollen Verpflegung dort hin.

Ich wollte sehr kurzentschlossen starten - erst eine Woche zuvor auf dem Heimweg von Kelheim reifte der Plan. Da war auf der Homepage nix mehr zu machen, so schrieb ich eine Mail an Manfred Rau, dem Veranstalter. Promt sagte er mir den "allerletzten Startplatz" zu. Ich müsse jedoch pünktlich um 7:45 Uhr zum Beginn der Startunterlagenausgabe da sein - der Lauf selbst startete um 9Uhr. So machte ich mich bei noch nassen Straßen um 6Uhr auf den Weg.

Ottobrunn1Pünktlich war ich da und mit der Start-Nr. inspizierte ich die Laufstrecke - ein 1.442m Rundkurs. Zum ersten Mal wollte ich in unserem schönen Laufshirt starten - ob das Glück bringt? Wie so oft stand im Mittelpunkt eine Tartanbahn um einen Fußballplatz, dann ging es eine etwas größere Runde innerhalb des Sportgeländes zum Seitentor raus, am Rande einer Grünanlage entlang und an einigen Tennisplätzen vorbei, um dann wieder auf die Laufbahn einzubiegen, wo auch die hervoragende Verpflegung aufgebaut war. Es gab wirklich jede Art von Getränken, die sich ein Läufer vorstellen kann, aber auch leckeren Kuchen, verschiedene Brote und Obst, inkl. frischer Erdbeeren. Wirklich schade, dass ich beim Laufen kaum etwas runterbringe - doch hinterher war auch noch genügend da und es gab sogar noch Eintopf mit Wursteinlage und Bier.

Ein guter Laufbekannter Udo Pitsch, den ich schon zur Vorbereitung zum letzjährigen Spartathlon kennengelernt habe, begrüßte mich und stellte mir seine Vereinskollegin vor: Sie läuft heute Ihren ersten 6-Std-Lauf und sei richtig gut drauf - so seine Wort. Auch Manfred Kranz aus München stand wieder mit an der Linie. Zum Startschuß trabten knapp 100 Läufer bei besten Laufbedingungen los.

Ich wollte bewusst "scharf angehen", um dann zu sehen, was später so geht - kommt ein Einbruch? Wie komme ich durch? Meine ersten 20km lief ich mit einer Pace von 5:00 - 5:20. Dieses Tempo konnte ich sicher keine 6 Stunden durchhalten. So nahm ich etwas Speed raus, ohne jedoch wesentlich langsamer zu werden - ein Einbruch war nicht in Sicht. Die Marathonmarke war in 3:41 erreicht, die 50km-Zeit wurde einem zugerufen: 4:24Std. So begann ich hochzurechnen. Wie war meine bisherige 6Std-Bestleistung letztes Jahr aus Nürnberg? Etwas über 66km  - genauer wußte ich es zu diesem Zeitpunkt nicht. Ich lief in Kalkulation versunken über die Tartanbahn - da verteilte der Veranstalter gerade Eis am Stiel für die Läufer. Ich schnappte mir eins und fand es eine prima Idee.

Ottobrunn2Bei KM63 fing ich die Rechnerei wieder an und ich war dabei einen klitzekleinen Moment nicht aufmerksam - ich stolperte über eine Pflastererhöhung - vorher über 40x problemlos drüber..... Im Nach-vorne-fallen griff ich nach einer seitlichen Absperrstange, drehte mich es zweimal seitlich um die Achse, schlug nicht auf und verletzte mich nicht erkennbar. Ein paar Umstehende kommentierten meine "unfreiwillige Turneinlage" - einmal kurz abschütteln und weiter gings. War die Bestleistung noch zu schaffen? Was für eine Hatz – ich wollte es nun partout drauf ankommen lassen! Schlielich wollte ich das Hölzchen für die Restmetervermessung abholen, musste jedoch feststellen, dass sie für mich keins vorbereitet hatten. Aber es wurde promt Abholfe geschaffen und ich bekam ein nicht benötigtes, welches kurzerhand umbeschriftet und mir nach der Kurve übergeben wurde. So wetzte ich auf meine letzte Runde und schaffte es noch fast nochmals ins Ziel, als der Schlußpfiff ertönte. Meine Uhr gab keine absolut sichere Auskunft, ob es reichen könnte - und sie ist ja auch nicht maßgebend.

Nun wurde es spannend – hat sich der Endspurt (samt Turneinlage) gelohnt? Die Restmetervermessung mußte es zeigen - und JAWOHL ich hatte es geschafft:

PERSÖNLICHE BESTLEISTUNG im 6-Std-Lauf mit 67,039km - gegenüber 66,391 in Nürnberg)

Die detaillierte Rundenauswertung zeigte, dass ich alle Runden zwischen 7:16 - 8:26 gelaufen bin. Eine geringe Streuung, wenn man die gelegentliche Verpflegung berücksichtigt. Ich freute mich über diese unerwartete Marke aus vielen Wettkämpfen und intensiven Training heraus. Nebenbei den 5.Platz in der Männerwertung und 1.Platz in der AK M55. Dafür wurde ich mit einer speziellen Müslischale belohnt.

Die Siegerehrung ging in einer sehr familären Atmosphäre über die Bühne. Udo Pitsch gewann die AK M60 mit 57,269 und freute sich mit seiner Vereinskameradin Sybille Mai, die die Frauenkonkurrenz mit sage und schreibe 70,94km gewann.

Einige schöne Gespräche mit anderen Läufern rundeten die gelungene Veranstaltung ab. Nach der Dusche war ich bald wieder auf dem Nachhauseweg - und dabei musste ich mir nicht überlegen, wo ich nächstes Wochenende starte, denn da habe ich bereits die 50km von Ebershausen gebucht - ein Wiedersehen mit Franz Holzleitner und Konrad Vogl von der LG Ultralauf *HURRA*

Zu den Fotos: Oben: - die Freude war groß, nachdem ich erfahren hatte,  eine persönliche Bestzeit erzielt zu haben

Unten: Siegerehrung als Sieger der AK55 und Gesamt-Fünfter Mann mit Urkunde und Müslischale

Text: Roland Krauss, Fotos: mit freundlicher Genehmigung von Udo Pitsch, 9.4.2017

Unsere Homepage hat einen neuen Eintrag:

Vereinsverwaltung

Da wir ja weder Vereinsheim noch eine Vitrine haben, wollen wir allen Mitgliedern und unseren Freunden einen einfachen Zugang zu unseren Schätzen ermöglichen.Wir hoffen, dass die Vitrine rasch erweitert wird und freuen uns schon jetzt, wenn wir eines Tages den großen Pokal des Bundesligasiegers vorstellen dürfen.

Michael Irrgang, 8.4.2017