Laufgemeinschaft der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung e.V.

B1 Andre

André Weinand erfüllte sich am Samstag einen Traum, auf den er über Monate gut vorbereitet hatte: Er hat den Vertikal-Marathon gewonnen, der als "Treppenhausmarathon-WM" ausgeschrieben ist. Dazu musste er das 13stöckige Annasift in Hannover 194 mal rauf- und renterrennen und dabei insgesamt 7.333 Höhenmeter und 83808 Stufen überwinden. Unvorstellbare Zahlen. Er unterbot dabei den alten Streckenrekord um etwa 2,5 Minuten und setzte nun die neue Rekordmarke auf 10:13:01.

B1 Sascha

Ebenfalls am Start war Vereinskollege Sascha Mörth. Hier gönnte er sich eine kleine Pause nach 150 Runden. Der Veranstalter hat ein Teilnehmerlimit von 25 Startern gesetzt, davon starteten 22 am Samstag morgen und 16 erreichten letztendlich innerhalb des Zeitlimits von 15 Stunden das Ziel. Sascha wurde nach einer ebenfalls starken Leistung mit 14:13:46 der 15. Sieger.

Wir freuen uns schon auf den angekündigten Bericht von André in ein paar Tagen. Zunächst sei ihm Erholung gegönnt.

Bericht: Michael Irrgang, Fotos: André Weinand, Jens Allerheiligen, 18.02.2018

In diesem Beitrag möchte ich einen Blick auf die Mannschaftswettbewerbe bei den Deutschen Meisterschaften über 100 km werfen. Während die Einzelergebnisse auf den Seiten der DUV sehr gut dokumentiert sind, sucht man die Mannschaftsergebnisse vergebens.

Mangels anderer Quellen habe ich die Einzelergebnisse der DUV nach Vereinsnamen sortiert und die Zeiten der jeweils ersten drei Läufer bzw. Läuferinnen für Männer, Frauen und Senioren addiert. Diese Methode ist recht fehleranfällig, so dass ich über eine Überprüfung von anderer Seite dankbar wäre. 

Die Wettbewerbe sind natürlich nicht direkt miteinander vergleichbar, da fast jedes Jahr Wetter, Streckenprofil, Untergrund und Zeitpunkt unterschiedlich sind. Dennoch habe ich den Eindruck, dass deutsche Meisterschaften in der Vergangenheit einen höheren Stellenwert hatten als in den letzten Jahren. Im positiven Sinn mag es daran liegen, dass es heute deutlich mehr Wettbewerbsangebote über Ultradistanzen gibt und eine deutsche Meisterschaft nur ein Wettbewerb von vielen ist. Für die Beliebtheit des Ultralaufens erscheint mir die Deutsche Meisterschaft jedenfalls kein geeigneter Indikator zu sein. So war die erste deutsche Meisterschaft im Jahr 1987 sowohl die mit den meisten Mannschaften als auch die mit der schnellsten Siegerzeit bei den Männern. Zum Vergleich: Mit der Siegerzeit im Jahr 2017 wäre man 30 Jahre früher auf Platz 22 gelandet. Berücksichtigen muss man dabei auch noch, dass 1987 nur die westdeutschen SportlerInnen die Möglichkeit hatten an dem Wettbewerb teilzunehmen.

Die schnellsten Zeiten

Die schnellste Zeit bei den Männern wurde bereits bei den 1. Deutschen Meisterschaften 1987 mit 20:38:48 h von dem Verein Tri Hub Nürnberg erzielt. Im Jahr 1998 war der Verein LTF Marpingen der einzige Verein, dem es mit 20:49:06 h ebenfalls gelungen war unter 21 Stunden zu bleiben. 1992 wurde die LG Braunschweig mit der drittbesten jemals gelaufenen Zeit von 21:09:33 h deutscher Meister.

Bei den Frauen wurde die schnellste Zeit im Jahr 1990 vom TVDÄ Hanau mit 24:53:26 h geschafft. Auch bei den Frauen landete der LTF Marpingen in der ewigen Bestenliste auf dem zweiten Platz mit 25:09:33 h im Jahr 1999. Dahinter kam der SCC Berlin mit 25:26:08 h aus dem Jahr 1990 auf Platz 3. Bitter für die Damen, dass es bei dieser Zeit nicht für eine deutsche Meisterschaft gereicht hat, da ausgerechnet in diesem Jahr ebenfalls die schnellste Zeit gelaufen wurde.

Addiert man die schnellsten Zeiten der Senioren Ü50 oder älter, ist 1992 die LG Nürnberg mit unglaublichen 23:39:09 h vorne. Aber auch die Senioren der SVG Groß Bülten mit 24:22:21 h aus dem Jahr 2006 und des SCC Berlin mit 24:28:52 h aus dem Jahr 1993 haben meinen höchsten Respekt.

Seniorinnenmannschaften sucht man in der Vergangenheit vergebens. Hier könnte es 2018 eine Premiere bei Deutschen Meisterschaften geben.

Die häufigsten Meister

In dieser Kategorie kommt niemand an dem Verein LTF Marpingen vorbei. Mit 13 Titeln bei den Männern, drei Titeln bei den Frauen und zwei Meisterschaften bei den Senioren dominierte der Verein insbesondere die 90er Jahre. Prägend war hier sicherlich der Einsatz der Familie Feller, die in einzelnen Jahren eine Mannschaft allein stellte. Vier Meisterschaften konnte bei den Männern sich der EK Schwaikheim sichern.

Bei den Frauen konnten sich vier Titel der DLC Aachen und der SCC Berlin sichern. Zu diesen Vereinen könnte dieses Jahr das Utrateam der LG Nord Berlin aufschließen, dessen Frauenmannschaft ebenso wie der LTF Marpingen bisher drei Titel gewinnen konnte.

Die bestplatzierten Seniorenmannschaften verteilen sich recht gleichmäßig. Drei Titel konnte sich SG Neukirchen-Hülchrath vor diversen Vereinen mit zwei Titeln sichern.

Die größten Teilnehmerfelder

25 Männermannschaften traten bei der 1. Deutschen Meisterschaft 1987 gegeneinander an. Im Jahr 1990 waren die Teilnehmerfelder mit 23 Teams und 2006 mit 20 Team ebenfalls sehr groß. 2009 und 2013 traten jeweils nur vier Männermannschaften gegeneinander an.

Bei den Frauen sind die Teilnehmerfelder traditionell deutlich kleiner. In keinem Jahr traten bisher mehr als drei Teams gegeneinander an.

Während zu Beginn der Meisterschaften in den 80er Jahren kein Verein drei Senioren oder mehr ins Ziel gebracht hat, bilden sich seitdem scheinbar eher zufällig Teams. Im Jahr 2016 gab es mit sechs Teams die bisher größte Beteiligung. Im Jahr 2006 waren es fünf Mannschaften, die ins Ziel kamen.

Im Jahr 2010 gab es keine Deutschen Meisterschaften über 100 km.

Die engsten Rennen

Bedenkt man, dass die Mannschaften 300 Kilometer laufen, kann man sich gar nicht vorstellen, wie knapp die Ergebnisse ausfallen können. Das engste Rennen um einen Meistertitel war im Jahr 1989 eine rein Nürnberger Angelegenheit. Mit 1:51 Minuten Vorsprung konnte sich die LG Nürnberg mit 22:33:28 h vor dem Tri Hub Nürnberg ins Ziel retten. Im Jahr 2012 war LTF Marpingen nach 25:24:29 auch nur 4:21 Minuten vor der LG DUV im Ziel. Das engste Rennen um Platz 2 entschied 1992 der SCC Hanau-Rodenbach mit 25 Sekunden Vorsprung vor der DJK Frankenberg Aachen für sich. 2006 lag die LG Würzburg mit 30 Sekunden vor dem LTF Marpingen. Den dritten Platz sicherte sich 2008 der LTF Marpingen 24 Sekunden vor dem EK Schwaikheim.

Bei den Frauen gab es das knappste Ergebnis im Jahr 1998. Dort kam der DLC Aachen mit 28:40:23 h um 21:38 Minuten vor dem SSC Hanau-Rodenbach ins Ziel.

1992 gab es nicht nur mit Abstand das schnellste Rennen der Senioren, sondern auch das Knappste. Mit 23:39:09 gewann das Team der LG Nürnberg 56 Minuten vor dem SSC Hanau-Rodenbach mit 24:35:10 h.

Ein besonderes Ergebnis schafften im Jahr 2014 die Läufer und Läuferinnen des TSV Jahn Kempten: Sowohl die Frauen- als auch die Seniorenmannschaft kamen mit 28:28:05 h ins Ziel und wurden damit Deutscher Meister ihrer Kategorie.

Übersicht der Ergebnisse zu den Deutschen Mannschaftsmeisterschaften über 100 km

 

IMG 5178

Mannschaftsehrung in Leipzig 2016: LG Nord Berlin vor EK Schwaikheim vor LG DUV.

Mauerweg 2017

Letztes Jahr gewann die LG Mauerweg Berlin. Und 2018?

Auswertung der Teilnehmerzahlen und Einzelergebnisse der Deutschen Meisterschaften über 100km: Link

 

Text: Jens Allerheiligen, Bilder: Michael Irrgang, Andreas Urbaniak 12. Februar 2018

Hallo Freunde der LG Ultralauf,

mit einem meiner besten Freunde, Simon Schmid / Swiss Ultra Running, bin ich nach Griechenland geflogen, um am 13. Ultramarathon Festival in Athen Ende Januar teilzunehmen.

MA 6

Was gab's da? 24H / 48H / 6Day's / 1000Km / 1000 Miles!

Ich bin dort meinen ersten 24er gelaufen und ich erzähle hier die Geschichte dazu.

MA 2Man hat mir gesagt, dass es hart wird; dass es sehr schwierig sei, dort zu laufen, von den Umständen her. Was heisst das genau: Die Beschallung der Stecke (1Km Rundkurs) durch die 6 spurige Hauptstrasse nebenan, (rund um die Uhr) wird mit zunehmender Müdigkeit immer lauter. Der kühle Wind 500m Rücken - 500m frontal, machte es auch nicht gerade einfacher. Bei der Verpflegung wird es relativ einfach gehalten: Wasser! Das meiste Essen bitte selber mitbringen. Es gibt Teigwaren zwischendurch und mal Suppe, Banane/ Orange, Cola, Iso, aber den Rest reichlich mitbringen. Aber wir sind ja hart im nehmen und dann gings auch schon los!

MA 1

Man muss die Stundenläufe auf kleinen Runden schon sehr lieben, um hier Spaß zu haben. Zum Glück geht's mir so! Ich bin los gelaufen, Marathon in 4:30, dann immer gemütlicher weiter. Mein Ziel war 100Km in den ersten 12-14 Stunden und dann Km sammeln mit locker laufen und marschieren. Das ging soweit auf. Ich hatte aber zuerst eine Zeit lang Probleme mit dem linken Knie, hat sich aber wieder gelegt. Dann nach 112Km ein im Delirium vorgenommener, unverständlicher Schuhwechsel und schon gings los mit Blasen an den Füssen! Ja natürlich an beiden!!!

MA 3

Ich a.sch ? , wäre ich doch nur in meinen tollen Hokas geblieben! Naja. War so, zurückgewechselt und zu Ende marschiert!

Mit vielen Emotionen im Kopf. Ich bin ein sehr emotionaler Mensch, ich leide und freue mich immer sehr bei solch langen Rennen, ob 6H / 12H / 100Km oder Burgenland Extrem120Km im Winter oder neu 24H Athen. Es berührt ganz tief mein Herz und meine Seele und das tut mir sehr, sehr gut.

Fazit: Für mich war es aus heutiger Sicht der Hammer! Ich gehe nächtes Jahr wieder mit Simon dorthin und laufe wieder eine tolle Distanz! 24H / 48H / 72H & 6Days habe ich mir vorgenommen für die nächsten paar Jahre, natürlich immer unter der Vorausetzung einer guten Gesundheit.

MA 7

Zu mir: Ich bin ein leidenschafftlicher Ausdauer-Athlet (Ultralaufen / lange Schwimmen. Ich bin nicht Spitzenresultate orientiert. Ich laufe, schwimme so gut es eben geht. So bin ich immer ungestresst unterwegs und dann läuft's auch immer gut. Mir geht es darum, lange zu unterwegs zu sein. Jetzt habe ich 142Km geschafft und bin überglücklich!

Dies war jetzt mit Swiss Ultra Running, es gibt sicher auch mal einen Bericht, wenn ich mit euch, liebe geschätzte "LG Ultraläufler" unterwegs bin!

?

Nächstes Date im LG Ultralauf-Dress ist der 5.Mai '18 Whew100 Wuppertal! Bis dann liebe Freunde!

Ein Grüessli aus der Schweiz!

Text und Bilder von Marc Graf, 06.02.2018

Rheine FB

Aktuell ist wieder einmal eine Arbeits-Hochphase der Vorbereitung. Die Arbeiten liegen gut im Plan. Wir konnten viele gute Regelungen vereinbaren und denken, dass es eine ganz wunderbare Veranstaltung wird. In den letzten Tagen wurde beispielsweise die Ausschreibung des DLVs fertiggestellt. Link: Hier klicken.

Die wichtigsten Änderungen sind:

1. Anmeldeschluss über das Meldeportal Raceresult: 25.02.2018 24 Uhr. Der Betrag muss dann bis zum 28.2. 24 Uhr auf dem Konto vom 6h-Lauf Münster eingegangen sein. Ohne Zahlungseingang werden die Teilnehmer von der Startliste gestrichen und müssen dann ggf. den hohen Nachmeldezuschlag zahlen. Also bitte prüfen!

2. Bei den Altersklassen gibt es eine kleine Änderung zu der Darstellung bei Raceresult. Neben der Gesamtwertung für Männer und Frauen gibt es nur die Seniorinnen/Seniorenklassen ab WM35. Im Gegensatz zur DUV gibt es für die jüngeren Teilnehmer in der Hauptklasse, bzw. WM20/WM30 keine Ehrung. Die Altersklassen werden wir im Meldeportal kurzfristig korrigieren.

Ansonsten gibt es keine Überraschung.

Ganz wichtig: Wir werden in Kürze damit beginnen, zu prüfen, ob die DM-Teilnehmer startberechtigt sind. Diese Prüfung erfolgt in zwei Stufen:

1. Ist die Nennung des Vereinsnamens korrekt? Diese Prüfung können wir machen. Im Vereinsfeld kann nur ein Vereinsname eingetragen sein, der dem DLV angeschlossen ist. Dieser Vereinsname darf keine Zusätze enthalten, wie die Nennung eines Sponsors oder einen zweiten Verein.

2. Ein Startpass muss vorliegen. Das prüft der Landesverband vom DLV. Dazu geben wir am 26.2. die Meldeliste weiter. Spätestens zu diesem Zeitpunkt müssen die Startpässe vorliegen. Die Prüfung und Anlage bei einem Neuantrag gehen normalerweise recht schnell. Wer an der DM teilnehmen möchte, kann sich also ggf. noch einem Verein anschließen und einen Startpass beantragen. Wer nicht startberechtigt ist, aber bei der Anmeldung die DM-Teilnahme angekreuzt hat, den nehmen wir von der DM-Liste und die betroffenen Personen können nur im offenen Lauf starten. Wir werden in Kürze eine Listen online stellen, die das DM-Kennzeichen enthält. Bitte teilt Korrekturen mir mit (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!). Ich kümmere mich dann um die Änderung. Uns wäre es sehr wichtig, dass viele der 100km-Teilnehmer an der DM teilnehmen. Daher wollen wir euch helfen, Formfehler zu vermeiden. Bei Fragen bitte mich fragen.

Preis1 KleinAktuell werden auch die Pokale und Medaillen gestaltet und in Kürze bestellt. So sieht übrigens ein Entwurf für den Gesamtsieger aus. Einige Altersklassen und Mannschaftswertungen sind noch recht dünn besetzt. Einerseits wollen wir wertvolle, schöne Preise an alle zu Ehrenden überreichen, andererseits wollen wir aber auch nicht zu viele Preise kaufen, für die wir dann ggf. keine Verwendung finden. Uns wäre es daher eine große Hilfe, wenn ihr mit der Anmeldung nicht bis zum letzten Tag wartet.

Bei einigen läuft das Training besser, bei anderen schlechter als geplant, daher haben wir uns folgendes überlegt: Wer 100km gemeldet hat, kann bis zum Meldeschluss (25.2.2018) auf den 6h-Wettkampf wechseln. Wer 6h gemeldet hat, aber lieber 100km laufen möchte, kann sich ebenfalls bis zum 25.2. ummelden und muss den Aufpreis von 25 Euro bezahlen. Wäre super, wenn viele sich die 100km zutrauen würden. Zur Ummeldung einfach eine Mail an Christian Pfügler schreiben unter der Mail-Adresse: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Zur Info:

Wenn ihr an der DM teilnehmt, unterstützt ihr euren Verein in der Ultramarathon Bundesliga. Wenn ihr die 100km erfolgreich beendet, dann sammelt ihr für euch DUV-Cup-Punkte. Hier wird der offene Lauf gewertet. Es lohnt sich also! Beides sind sehr interessante Wettbewerbe der DUV. Details findet ihr auf der Homepage.

Noch ein Punkt zur Übernachtung: Es gibt in der Kaserne viele Einzel-, Doppel und Mehrbettzimmer sowie die Möglichkeit in einer Turnhalle zu übernachten und zwar von Freitag bis Sonntag. Für Frühstück und Abendessen ist ebenfalls gesorgt. Weitere Details erhalten alle bereits gemeldeten Teilnehmer in einem Newsletter oder direkt Christian Pflügler. 

Michael Irrgang, 4.2.2018

Kreislauf ist gut für den Kreislauf!!!!!

Senftenberg1Ich gebe es gleich mal vorneweg zu: Man muss schon ein wenig „ultraverrückt" sein, um sich sowas anzutun: In einer Halle - Niederlausitzhalle in Senftenberg auf einer 250m-Bahn, vorne und hinten mit Steilkurven - 100 km auf insgesamt 400 Runden zu laufen. Doch alle Finisher, die man hinterher fragt, werden sagen: Ist ganz gut machbar. Ob das nun wirklich so ist oder die Starter, die da antreten sowieso eine ganz spezielle Sorte Ultraläufer sind, bleibt jedem selbst überlassen, dies zu beurteilen.

Ich gehöre auf jeden Fall dazu! Und das sogar als Wiederholungstäter, denn ich war letztes Jahr bei der Premiere des 100Km-Laufs in Senftenberg bereits dabei und es hat mich nicht abschrecken können.

Doch ich bin nicht der Einzige. Viele bekannte Gesichter entdecke ich wieder einmal. Es ist nun nicht verwunderlich, so oft ich in den vergangenen beiden Jahren auf Ultraläufen und Marathons unterwegs war. 33 Ultras und 13 Marathons standen 2017 auf dem umfangreichen Programm. Das bedeutet, dass ich inklusive Trainings-Km 9.200Km im vergangenen Jahr gelaufen bin. Daran denke ich gerade, als ich an der Startlinie stehe und auf das Kommando für den ersten Ultra in 2018 warte. Ich bin überzeugt heuer gibt es ein stark abgespecktes Laufprogramm – mal sehen, wie sich die guten Vorsätze umsetzen lassen.

Nun ganz ohne Vorbereitung stehe ich hier nicht am Start. Auch im Dezember und Anfang Januar habe ich meine Trainingsläufe langsam gesteigert, die Einheiten wurden auf max 30km hochgeschraubt und am vergangenen Wochenende trat ich beim Einladungslauf von Gerhard Börner rund um Schwabach an. Der sogenannte SWU (Schwabacher Winter Ultra) ist eine liebgewordene Tradition geworden, der erste lange Lauf im neuen Jahr, ohne Wettkampcharakter – schließlich hat mich der Gerhard (Veranstalter des JUNUT) damals zum Ultralaufen gebracht.

Pünktlich um 11Uhr fällt der Startschuss, es geht auf die erste Runde der 250m-Bahn und nach ca. 1:30min sind es schon „nur noch" 399 zu laufende Runden, wie uns die Anzeigentafel verrät.

Mit mir sind ca. 35 weitere Läufer(innen) am Start, gemeldet hatten 40-45 Läufer, doch in dieser erkältungsanfälligen Zeit ist es kein Wunder, dass einige davon sich das noch anders überlegen mussten.

Auch einige Vereinskollegen von LG Ultralauf hatten gemeldet und sind nicht angetreten.

Doch Thomas Porstner aus Bad Düben und unser Neumitglied Klaus Mantel aus Fellbach kreisen mit mir durch die Halle. Seit vielen Monaten hatte ich Klaus eine Mitgliedschaft „schmackhaft" gemacht (diesmal startet er noch als Schauläufer), im Jahr, wo er am Spartathlon teilnehmen möchte, hat er sich entschieden beizutreten – eine sehr gute Wahl, wie ich finde *gg*.

Mit am Start sind zwei „Deutschlandläufer", die ich auf den 19 Etappen von Sylt zur Zugspitze näher kennenlernen durfte. Bernhard Munz aus dem Allgäu ist sicherlich vielen nicht unbekannt. Harry Lange, ein Läufer mit sehr eingeschränktem Sehvermögen war auch dabei und möchte hier mit einer Zeit unter 10 Std seine Spartathlon-Quali fixmachen. Mit 9:52 Std schaffte er das auch.

So manche Spartathlon-Finisher entdecke ich auch hier, Mike Hausdorf (Berlin), Matthias Landwehr (Werther), Udo Pitsch ist zwar auch hier, kann jedoch auch krankheitsbedingt leider nicht starten.

Das Rundendrehen ist natürlich schon eine besondere Herausforderung für die Psyche der Ultraläufer, doch die meisten wissen ganz gut auf was Sie sich eingelassen haben.

Unser Neumitglied bringt es auf den Punkt. Er sagt: Das Kreislaufen ist trotz aller Widrigkeiten natürlich gut für den Kreislauf! Er hat sich übrigens hervorragend vorbereitet und beginnt nach ca 20Km damit, mich immer wieder mal zu überrunden. Meine Vorbereitung war nicht so intensiv und so muss ich Ihn ziehen lassen.

Mein Ziel ist es auf jeden Fall, die Zeit vom vergangenen Jahr zu unterbieten, da brauchte ich 10:57 Std, war aber mit kleinen Handicap unterwegs (Kreuzbeinbruch war noch nicht vollständig ausgeheilt), das sollte also zu schaffen sein, erwies sich aber als nicht ganz einfach.

Ein paar kleine Vorteile hat so ein Rundenlauf natürlich auch: Verlaufen kann man sich nun wirklich nicht, die Verpflegung ist natürlich geradezu luxuriös, alle 250m kommt man am VP vorbei, der alles so bietet, was ein Ultraläufer so braucht. Gelegentlich gibt’s sogar warme Suppe und später auch Bier. Die Zeiterfassung und Anzeige ist optimal eingerichtet, kurz nach Überschreiten der Ziellinie ist eine entsprechende Anzeige, die nach jedem weiteren Läufer weiterspringt. Es ist schon fast zu viel Info für die kurze Zeit, wo man vorbeiläuft – nun bei jeder Runde sieht man da auch nicht hin.

Der Rundenzähler sagt einem z.B. man hat tatsächlich irgendwann nur noch 100Runden zu laufen, was immerhin 25Km entspricht.

Senftenberg2

Nach 8:29Std hat es der 1.Läufer schon geschafft, Stefan Otto ist im Ziel. Die anderen sind noch fleißig am Rundendrehen, wobei mir Klaus mittlerweile schon etliche Runden abgenommen hat. Er schafft es mit 9:47 Std deutlich unter 10Std zu bleiben. Nach einer kleinen Schwächephase bei KM60 wo ich nur noch auf Platz 22 zu finden war, arbeite ich mich wieder ein wenig nach vorne und kann den 17. Platz in der Männerwertung erreichen.

Senftenberg3Mit 10:52 Std bin ich wirklich grade 5min schneller als 2017 – so richtig erfolgreich finde ich das nicht. Doch ein erster 100Km im neuen Jahr ist absolviert und ohne große Schwierigkeiten überstanden, damit bin ich einigermaßen zufrieden. Also ein passabler Start ins neue Laufjahr.

Nach dem Umziehen und der Siegerehrung gibt’s unterwegs noch einen Happen zu essen, geduscht wird dann in der Pension. Nach einem gemeinsamen Frühstück brechen Klaus und ich wieder Richtung Heimat auf. Wir werden uns sicherlich demnächst wieder über den Weg laufen.

Ergebnis:

 

9. Klaus Mantel Schauläufer Fellbach M 55 09:47:49.

17. Roland Krauss LG Ultralauf Kammerstein M 55 10:52:56.

24. Thomas Porstner LG Ultralauf Bad Düben M 55 13:29:25.

 

Fotos und Text: Roland Krauss, 2.2.2018

Startfoto vor den 100km mit Neumitglied Klaus Mantel und Roland Krauss

Zieleinlauf nach 400Runden in der Niederlausitzhalle

Der Sekt im Ziel war leider aus dem Plastikbecher, aber sonst war alles okay!

Mit sportlichen Grüßen,

Roland