Laufgemeinschaft der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung e.V.

Irgendwie komme ich dieses Jahr nicht richtig auf die Füße. Immer wieder werde ich gesundheitlich aus dem Training geworfen. Momentan quält mich leider ein Bandscheibenvorfall. Da haben wir beschlossen, neue „Sportarten“ auszuprobieren. Neben jahrelangem Spinning und Pilates, steht nun auch noch Aquafunktionstraining und Rückenfit auf dem Plan.

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Zum Geburtstag gab es nun auch ein Rennrad für mich. Ich bin ja echt ein Angsthase was Geschwindigkeit angeht. Torsten gab mir bei einer kleine Testfahrt eine kurze Einweisung mit der Schaltung und ich lernte so ein wenig das Rennrad kennen. Eigentlich stand nur für Torsten die Veranstaltung "Rad am Ring" in einer Vierer-Staffel an. Ich dachte mir aber, wenn ich schon vor Ort bin und man sich noch nachmelden kann, werde ich einfach auch eine Runde auf dem Nürburgring fahren, um später mitreden zu können, wenn über die 73 Kurven auf ca. 26 km mit 500 Höhenmeter pro Runde gesprochen würde.

Ab zur Anmeldung und siehe da, ich ergatterte noch eine Startnummer für die Jedermänner 25 km (1 Runde). Irgendwie freute ich mich auch schon darauf, auch wenn ich da noch nicht wusste, was mich erwarten würde. Ich bin ja ein blutiger Anfänger. Die anderen Teammitglieder sprachen mir Mut zu (sie erfuhren erst später von meinen bisherigen Rennraderfahrungen – gar keine) und wünschten mir viel Spaß, Glück und immer schön „Kette rechts“. So stand ich dann um 12 Uhr aufgeregt an der Startlinie, ohne zu wissen, was mich erwartet.

Mein erstes Problem war gleich, dass mein Tacho nicht funktionierte. Na toll, egal dann halt ohne Geschwindigkeitsanzeige (hätte aber schon gern gewusst, wie schnell ich stellenweise gefahren bin). Pünktlich um 12:06 Uhr fuhr ich dann über die Startlinie und auf ging es in die Nordschleife. Dann kam auch schon gleich die erste Herausforderung – eine steile Abfahrt. Ich musste aufpassen, dass ich nicht vom Rad geweht wurde, da der Wind heftig von der Seite gedrückt hatte. Allmählich gewöhnte ich mich an das auf und ab und hatte mich mit meinen Fahrrad vertraut gemacht. Erst wurde ich überholt, dann überholte ich wieder, wenn es bergauf ging. Dann näherte sich auch schon das Ende der ersten Runde.

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Nur leider fand ich den Ausgang nicht und fuhr erst einmal weiter. Dann war ich auch schon wieder am Abzweig für die Jedermänner und 24h Staffel. Der Ordner schrie nur "Jedermänner links, Staffeln rechts". So folgte ich den Anweisungen und schon war ich in der zweiten Runde. Da ich nicht wusste, ob ich irgendwo vorher von der Strecke komme, fügte ich meinem Schicksal und sagte mir, ok, dann halt noch ne Runde. Da meine Getränkeflasche aber fast leer war, entschloss ich mich, beim Verpflegungsstand an der „Hohen Acht“ anzuhalten und mich erst einmal zu stärken. Was sich später auch aus sehr gute Idee herausstellte. Denn die letzten 11 km wurden die Beine schwerer und auf einmal machten die Oberschenkel dicht. Zum Glück packte ich mir ein Energiegel vom Verpflegungsstand ein, welches ich dann zu mir nahm. Dann konnte ich wieder schmerzfrei weitertreten. Unterwegs fand ich dann noch jemanden mit der gleichen Startnummernfarbe und fragte ihn erst einmal, wo ich denn von der Strecke beim Ziel hätte rausfahren müssen. Er erklärte mir dann, dass eine kleine Öffnung rechts oder links wäre. So fuhr ich langsam dem Zielbereich entgegen und suchte verzweifelt die Ausfahrt. Denn noch eine Runde würde ich „noch“ nicht schaffen. Ich hielt mich rechts und sah, dass beim Bierstand ein Gitter offen war und zwängte mich da dann durch. An unserer Parzelle angekommen, war das Gelächter erst einmal groß, als die anderen von meinem Missgeschick erfuhren. Sie meinten schon:“ ach sie fährt bestimmt noch ne Runde“. Torsten war doch schon etwas besorgt und erkundigte sich erst einmal beim Orgateam, ob mir etwas zugestoßen wäre. Leider fanden sie mich auch erst einmal nicht in der Ergebnisliste. So zeigten sie ihm die ersten Unfallfahrräder und fragten, ob meins dabei wäre. Da es zum Glück nicht dabei war, meinten sie, dann ist auch nichts passiert. Dann rief ich Torsten erst einmal an, um alle zu beruhigen. Später gab es dann doch eine Endzeit in der Ergebnisliste für mich.

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Nach diesem Erlebnis, kann ich jetzt auch die Cyclassics (60 km) am 20.08.2017 in Hamburg angreifen (mit doch etwas mehr Radkilometern Erfahrungen).

Text und Bilder: Ramona Franz, 4.8.2017

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Ausblick von der Laufstrecke zu Schloss Neuschwanstein

Heute stand die letzte, richtige Laufetappe beim DLL an. Morgen wird wohl eher gewandert bzw gekraxelt. 59KM lang und mit ca 800HM gespickt. Was Probleme machen könnte, war die Witterung - wurde aber nicht ganz so schlimm; nur die Schwüle machte einigen zu schaffen. Ich stand mit einem flauen Magengefühl am Start, konnte gar nicht so recht deuten, woher das kommt. Auch andere kämpften heute mit diesen Problemen, z.T. heftig. Stefan Daum kam noch ins Ziel, ihm ging es hinterher aber nicht gut und er wusste nicht, ob er morgen zur Zugspitze hoch starten kann. Karl Rohwedder hatte es leider heute schon erwischt! Durch Kompensation seiner Achillessehenschmerzen hatte er sich starke Rückenschmerzen zugezogen und musste heute beim VP2 aufgeben. Wirklich schade für ihn! Er hatte so lange gekämpft und durchgehalten und nun so kurz vor Schluss musste er raus. Selbst Holger kämpfte heute mächtig und kam später als erwartet ins Ziel - doch er kommt durch.

T18 2Konrad lließ sich durch nichts erschüttern, nahm sich die Zeit, die er brauchte.

Ich lief etwas verhaltener, aber es besserte sich langsam bei mir, doch richtig "durchziehen" traute ich mich auch nicht. Mit einer Zeit von paar Min unter 7 Std erreichte ich einen Tagesplatz von 10-12. Die Strecke war heute sehr abwechslungsreich. Sie führte durchs Allgäu mit vielen offenen Wiesen und Weideflächen, aber auch bewaldete Straßen, Schotterwege und kleinere Trails waren dabei. Wir überquerten und begleiteten mehrmals den Lech. Am VP hinter Unterammergau trafen wir Evi Piehlmeier samt Begleitung, die uns anfeuerte. Das Bild zeigt sie mit Konrad. Als wir in Ettal an einer Eisdiele vorbeiliefen, gönnte ich mir den Luxus und ich nahm mir zwei Eiskugeln mit auf den Weg ..... einfach lecker!

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Die letzten Kilometer durch Garmisch

Irgendwann war ich dann tatsächlich in Garmisch im Ziel direkt am Kongresszentrum. Ich freute mich, als ich beim Zieleinlauf nochmals Evi entdeckte und sprang hoch zum Zielbanner - dabei fotografierte sie mich dann.

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Das Abendessen fand gleich nebenan statt, das Briefing dauerte heute etwas länger, da die ganzen Zugspitzmodalitäten geklärt werden (z.B. notwendige Pflichtausrüstung).

Text: Roland Krauss, Fotos Roland Kraus, Evi Piehlmeier

Holgers Tagesfazit:

Finish Stage 18/19 - my toughest running day ever. But I finished - tomorrow we climb the highest point of Germany. I don't know how that should work.

Karls Tagesbericht:

Schluss, Aus, Finito! Nachdem ich gestern auf der 78km Etappe nach Füssen die letzten 50 km mit gekrümmten Rücken marschiert bin, was zu massiven Rückenschmerzen führte, bin ich heute nochmal gestartet. Aber an laufen war kaum zu denken und vom aufrechten Gang war ich meilenweit entfernt. Der ganze Rücken war Schmerz trotz dreier Ibos. Nach vier Stunden und 20 km später habe ich dann abgebrochen. Conny aber rennt und rennt...

Ausblick des Veranstalters auf die letzte Etappe:

Ab jetzt geht es nur noch Berg auf! Alle sind auf den morgigen Gipfelsturm gespannt. Um das Feld ein wenig zu entspannen, haben wir 4 Startgruppen. Um 5 Uhr, 6 Uhr, 7 Uhr und 8 Uhr wird gestartet. Heute konnten schon erste Erfahrungen für die Alpen auf dem Weg von Füssen nach Garmisch Patenkirchen gesammelt werden.

Link zum Deutschlandlauf Blog: Deutschlandlauf-Blog

T17 2Es stand eine 77 km Etappe mit über 1.000 HM an. Da es sehr heiß werden sollte - bewahrheitete sich zu 100% - wurd um 5 bzw 6 Uhr gestartet. Die meisten starteten zum frühen Zeitpunkt. Ich hatte gewaltigen Respekt vor dieser Strecke, vor allem wegen der großen Hitze, versuchte ich in den frühen Morgenstunden möglichst viel Strecke zu machen, ohne zu überpacen, um in der großen Hitze nimmer so viele Kilometer vor mir zu haben.

T17 1Nach dem Start liefen wir auf Kempten zu und hindurch, schon hier nach ca 2,5 Std war es schwül und der Beton der Stadt strahlt die Wärme zurück. Als es aus der Stadt hinausging, wurden die Steigungen heftiger. Die Strecke durch das Allgäu war sehr abwechslungsreich, u.a. gab es kleinere Trailstücke und das tolle Stück über die Hängebrücke ...Herrlich!! Ich kam mit der Hitze besser zurecht, als ich dachte, vor allem als die letzten großen Steigungen nach KM 40 bewältigt waren. Wir liefen zwar viel über offenes Gelände und waren dort der prallen Sonne ausgesetzt, doch ich dachte positiv, fand mich mit den Gegebenheiten ab. Wenige Läufer waren vor mir bzw überholten mich und meine persönliche Zeitvorgabe (eventl unter 10 Std) schien erreichbar. Da keinerlei Einbruch in Sicht war und ich weniger Zeit an den VPs benötigte, wurde es sogar eine Zeit von 9:09Std - damit war ich wieder relativ weit vorne bei den Tagesschnellsten. Mit Holger war ich heute eine zeitlang gemeinsam gelaufen, in Kempten wollte er etwas langsamer machen, zudem ein paar Fotostopps (auch das tolle Hängebrückenfoto stammt von ihm).

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Stefan Daum überholte dann sogar noch Holger und kam als zweiter LG Ultraläufer ins Ziel. Konrad Vogl läuft konstant gut. Karl Rohwedder hat nun auch mit den Folgen der Kompensationen zu seinem Achillesferseproblem zu kämpfen, kam aber durch. Nachdem es so gut klappte bei mir, belohnte ich mich mit einem Besuch in der nahen Füssener Altstadt (Eisdiele); auch zum Abendessen ging es nachher dorthin.

Text: Roland Krauss, Fotos: Roland Kraus, Holger Hedelt, 1.8.2017

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Nun fehlen noch zwei Etappe, eine nach Garmisch-Patenkirchen und die nächste hoch zur Zugspitze. Die Läufer sehen die Alpen schon und laufen darauf zu, das erhöht die Motivation und die Greifbarkeit des Finishes, aber einfach ist es deswegen nicht, wie man sich gut vorstellen und dem Bericht von Holger entnehmen kann.

Finish Stage 17/19 - ca. 77km in zwischen 10 und 11 Stunden. Zeit weiß ich nicht. Bei nicht so ganz kühlen Temperaturen ging es bereits um 05:00 Uhr los. Wir wollten die kühleren Morgenstunden ausnutzen bevor die Sonne loslegt. Das war eine gute Entscheidung. Bis ca. 50km lief alles blendend, ich lag sogar sehr weit vorne in Feld. Dann gab es echte Probleme, die ich u.a. vom Comrades her kenne. Allerdings in einer extremen Form - so kannte ich das nicht. Ich stand kurz vor der Aufgabe - die Gesundheit und das Leben sind wichtiger. Zum Glück lief ich in der größten Not an einem Brunnen mit eiskalten Wasser vorbei, in diesem bin ich für mehrere Minuten abgetaucht - das half zum Glück. Bin dann ca. 10km gegangen und konnte das Ziel sogar rennend erreichen. Jetzt geht es mir wieder gut. Morgen noch eine Etappe und dann geht es auf die Zugspitze. Der Traum, Deutschland laufend zu durchqueren, ist in greifbarer Nähe.

Link zum Deutschlandlauf Blog: Deutschlandlauf-Blog

 

Fast alle Läufer starteten um 6 Uhr und liefen erst einmal Richtung Ulm. Leichter Bodennebel, aber nicht zu kalt, das angekündigte Gewitter blieb aus. Wir kamen in den morgendlichen Berufsverkehr von Ulm, doch dank geschickter Streckenführung gab es keine größeren Probleme. Nachdem wir Ulm durchquert hatten, war der Iller-Radweg unsere weitere Strecke für die nächsten knapp 50KM. Da dieser Weg recht gut bewachsen war, störte der gelegentliche Sonnenschein nicht so sehr, nur die Schwüle war immer wieder spürbar. Heute waren mehrere Einzeletappenläufer am Start, die sich z.T. mit mir duellierten. Da die wenigsten Ultralauferfahrung besitzten, spielte die Zeit und Dauer der Strecke mir in die Hände. Das Profil war einigermaßen moderat, bis nach Ulm über einen größeren Hügel, ab der Iller wurde es flach, immer leicht ansteigend, da flussaufwärts; die letzten 10km nach Memmingen leicht wellig.

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Auch heute war ich mit dem Rennverlauf ganz zufrieden, da ich meine Pace ganz gut halten, nach der Marathonmarke sogar leicht zulegen konnte. Ich war letztendlich als 2.Läufer im Ziel, doch es waren einige aus der schnellen Startgruppe, die mich um einige Plätze nach hinten verwiesen. Doch das spielte für mich eine untergeordnet Rolle, etwas Kräfte für die morgige Etappe aufsparen, da kommt es nochmals halbwegs dick - und das Wetter wird es uns nicht leichter machen, laut Vorhersage. Der Memminger Bürgermeister und einige Stadthonoratoren statteten uns auch noch einen Besuch ab und sind angesichts der Zahlen bzw Leistungen schwer beeindruckt. Bei den LG Ultraläufer alles wie gehabt, Karl Rohwedder hatte sich zum Glück leicht erholt, aber Achillessehne ist ja kein "Tagesgast".

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Ttext und Bilder: Roland Krauss, 31.7.2017

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Intensive Hitze, vielfältiges Terrain und malerische Landschaften, so könnte man den „Al Andalus Ultimate Trail“ in Spanien (Andalusien) umschreiben.

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Der AAUT ist ein Ultra-Etappenlauf mit 5 Etappen und einer Gesamtlänge von 230 km sowie ca. 7000 pos. Höhenmetern, die mich ganz schön in den Grenzbereich gebracht haben.

In der Woche vom 10-14.07.2017 hatte ich das Glück, an diesem toll organisierten Lauf teilnehmen zu dürfen. Und ich kann euch sagen, das war kein Kindergeburtstag, sondern ein ganz schönes „Brett“! Gestartet sind 73 Personen, von denen jedoch nur 39 alle Etappen finishen konnten. Ich erreichte mit einer Zeit von 33:50h Platz 25.

Doch eins nach dem anderen

Angereist bin ich am Samstag, dem 8.7., um den Sonntag ein wenig zur Akklimatisierung zu nutzen. Von Frankfurt aus ging es nach Malaga, von wo aus wir dann vom Veranstalter in einer ungefähr einstündigen Fahrt nach Loja zum Hotel transportiert wurden. Dieses erfolgte in kleinen Gruppen, je nach Ankunft, so dass niemand eine große Wartezeit am Flughafen hatte. Loja, der Start und Zielpunkt des Laufes, liegt an der Autobahn Malaga-Granada und ist ca. 25km von Granada entfernt. Im Laufe des Samstags und Sonntags trudelten dann alle 73 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein. Den Sonntag habe ich mit einigen alten Laufbekanntschaften im örtlichen Freibad verbracht. Mehr als ein Drittel waren „Wiederholungstäter“, was ja sehr für die Qualität der Veranstaltung spricht, die ich im Nachhinein nur bestätigen kann. Es folgte dann am Sonntagabend das Briefing und ein gemeinsames Abendessen.

Etappe 1, Loja nach Alhama de Granada, 39km, +1330HM

Nach einem gemeinsamen Frühstück im Hotel erfolgte dann, bei Temperaturen von über 30 Grad, um 9 Uhr der Start der ersten Etappe direkt vor dem Hotel. Vorher konnte jeder eine Tasche mit maximal 11 Kilo Gewicht mit Kleidung, Nahrung, Ausrüstung usw. abgeben. Diese wurde dann jeweils von Camp zu Camp transportiert. Nach einer kurzen Strecke aus dem Ort hinaus wurde nach ca. 3 km aus der Straße ein steiler, steiniger und staubiger Weg. Die nächsten 7 km ging es knapp 1000 HM nonstop die Berge hinauf und hinein in eine schattenlose, gebirgige Wüstenlandschaft. Welch ein Auftakt für einen Lauf! Ich war froh, als ich den ersten Checkpoint bei KM 11 erreichte. Neben Wasser standen auch an fast jedem Verpflegungspunkt Eiswürfel zum Kühlen zur Verfügung. Am jeweils letzten VP einer Etappe und auch im Ziel gab es auch Cola. Nach KM 20 wechselte die Landschaft und es ging nun meist bergab durch riesige Olivenhaine. Es folgte kurz vor dem Ziel noch ein 2 km langer Anstieg. Das Tagesziel und das erste Camp befand sich im Gemeindeschwimmbad von Alhama de Granada. Im Zielbereich war alles an Versorgung vorhanden, was man sich nach so einem Tag wünscht: Wasser, Cola, Iso-Drink, Obst und Riegel. Für die Regenerationsversorgung stand ebenfalls (wie auch an jedem der folgenden Tage) heißes Wasser zur Verfügung. Die Temperatur an diesem Tag betrug ca. 38 Grad. Die Duschen und die Abkühlung im Schwimmbad war allen sehr willkommen. Am Abend waren wir, wie der Großteil der Teilnehmer, in einer Dorfgaststätte etwas essen. Der Veranstalter hatte dafür gesorgt, dass die beiden Dorfgaststätten früher aufmachten und jeweils drei preiswerte Menüs anboten (Fleisch, Fisch oder Vegetarisch für jeweils 8-10€). Übernachtet wurde, wie auch in den kommenden Nächten, in Zelten (1 bzw. 2 Personen-Zelte).

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Etappe 2, Alhama de Granada to Játar, 48km, +1640HM

Nach dem Start ging es in zunächst in und durch die Alhama -Schlucht (sehr spektakulär). Dann ging es weiter auf dem GR-7 Wanderweg hinein in Berge des Sierra Almijara Nationalparks. Aus dem Weg wurde nach ca.15 km ein Single-Trail, der immer technischer wurde. Über diesen Trail ging es dann kräftezehrende 15 km durch eine einfach grandiose Berglandschaft. Die Temperaturen betrugen auch an diesem Tag wieder 38-39 Grad. Schatten gab es nur an den VP’s. Das Runterkühlen war immer eine Wohltat! Die letzten 10 km ging es dann bergauf und bergab über eine Schotterstraße nach Játar. Das Camp war auf einem Wander-Rastplatz direkt an einer Bergquelle aufgebaut. Auch an diesem Tag hatte der Veranstalter in einer Gaststätte Menüs für uns organisiert. Besonders das kalte Bier war ein Genuss!

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Etappe 3: Játar nach Jayena, 39km, +980HM

Morgens ging es zunächst 11 km über eine Straße bis zum ersten VP. Dann weiter über eine Schotterstraße, die zu einem Bergweg wurde, hinauf zu VP 2 bei km 17. Der Weg führte dann durch tolle, weite Landschaften. Kurz vor dem Tagesziel ging es dann nochmal über einen Single-Trail bis ins Camp. An diesem Tag wurde das Essen vom Veranstalter organisiert und bezahlt. Im Camp wurden zwei große Paellas (Huhn u. Vegetarisch) zubereitet. Dazu gab es ein großes Bier! Die Tagestemperatur hatte heute die 40 Grad Grenze überschritten und es sollte in den nächsten Tagen noch heißer werden.

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Etappe 4: Jayena nach Alhama de Granada, 67km, 2031HM -die Hitzeschlacht mit über 45 Grad!

An diesem Tag ging es gleich auf einem Singletrail zunächst entlang eines trockenen Flussbettes, dann bergauf/bergab bis an einen See (Bermejales). Diesen See erreichten wir nach ca. 10 km. Kurz vorher war der VP 1. Jetzt ging es die nächsten 15 km auf einem Pfad durch einen Pinienwald. Eine schöne (schattige) Strecke. Aber das sollte der letzte Schatten sein, den wir an diesem Tag bekamen! Nach dem VP 2 bei KM 24 ging es recht schnell schattenlos und steil bergan. Als ich dann oben angekam und den nächsten VP bei km 30 erreicht hatte, habe ich mich das erste Mal bei diesem gesamten Etappenlauf an einem Verpflegungspunkt hingesetzt. Hier habe ich mich erst mal abgekühlt. Laut den Betreuern am VP war es bereits über 40 Grad im Schatten. Mit Eiswürfeln unter dem Hut und in Buffs am Hals ging es weiter. Für die nächste 10km schlängelte sich der Weg an Berghängen entlang, zum Glück überwiegend bergab bis zum nächsten Check-Punkt bei km 40. Auch hier entschädigte der Blick über die schier endlose, malerische Landschaft für die Anstrengung! Der VP bei km 40 lag unten im Tal im Dorf „Cacin” direkt neben einer Bar. Hier habe ich mir erstmal drei Dosen Cola gekauft und zwei davon sofort „inhaliert“! Welch eine Wohltat! Hier und auch an den nächste VPs, habe ich wieder eine Pause zum Runterkühlen eingelegt. Ein Teil der Läufer/innen hat es heute leider nur bis zu diesem Punkt geschafft. Die Hitze, die mittlerweile über 45 Grad betrug, forderte ihren Tribut! Jetzt ging es für die nächsten 18 km fast ausschließlich bergauf. Auch hier natürlich ohne jeglichen Schatten! Einen kleinen Fluss, an dem es unterwegs entlang ging, habe ich dann für ein Vollbad genutzt. Rucksack ab und komplett rein! Die Schuhe waren von vorhergehenden Wasserquerungen sowieso nass. Gegenüber Läufen bei hoher Luftfeuchtigkeit und Hitze (Jungle oder Kambodscha), trocknete jedoch alles inkl. der Schuhe sehr schnell, was möglichen Blasen an den Füßen dann auch keinen Vorschub leistete. Der Schotterweg und Singletrail ging dann über auf eine schwarz geteerte Straße. Hier kam dann für die folgenden 8 km die Hitze auch noch von unten. Vom letzten VP bei KM 59 ging es dann über Landwirtschaftswege und Straßen, unterbrochen von einem kurzen aber knackigen Anstieg, steil bergab ins Camp. Ich wurde, wie alle Finisher/innen, mit einem großen Applaus begrüßt! Von den 73 am Montag gestarteten Teilnehmern/innen erreichten heute nur 40 das Ziel. Mit einer Zeit von 10:19h hatte ich mich auf Platz 25 hochgearbeitet. Das abendliche Briefing fand in einem nahegelegenen Restaurant statt. Hier gab es neben Pasta, wieder eine Auswahl aus drei Hauptspeisen, die man bei der Anmeldung vorbestellen konnte. Die Nacht und die damit verbunden Regeneration war leider viel zu kurz.

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Etappe 5: Von Alhama de Granada zurück nach Loja, 37km, 1120HM

Heute wurde, wie bei den letzten beiden Etappen, in zwei Gruppen gestartet. Ich war wieder in der zweiten Gruppe, die um 8:30 Uhr startete. Um diese Uhrzeit war es bereits wieder recht warm, was nichts Gutes verhieß. Zunächst ging es heute in umgekehrter Richtung durch die bereits am zweiten Tag durchlaufene, sehr eindrucksvolle Alhama-Schlucht. Ich weiß nicht, was mich an diesem Tag geritten hat, aber ich habe mich von dem schnellen Starterfeld ziehen lassen. Das habe ich dann recht schnell bereut. Nach einigen knackigen Anstiegen und über Singletrails erreichte ich mit weichen Beinen und völlig überhitzt den ersten Check-Point. Zu meinem Entsetzen waren dort kaum noch Eiswürfel zum Runterkühlen vorhanden. Also erst mal komplett runterschalten und langsam weiter. Recht schnell stieg auch heute das Thermometer auf über 45 Grad. Als ich den VP 2 nach 20 km erreichte, hatte ich mich auch wieder gefangen. Eis war auch genug vorhanden, so dass ich mich runterkühlen konnte. So stieg dann auch die Motivation, zumal es jetzt die letzten 17 km überwiegend bergab bis ins Ziel gehen sollte. Der Großteil dieses Abschnittes ging wieder durch wunderschöne Olivenhaine und weite Landschaften, bis dann die Autobahn in Sicht kam! Jetzt was das Ziel nur noch 7 km entfernt! Also ein bisschen sammeln und die letzten „Körner“ für den Zieleinlauf reservieren. Vor dem Hotel war der Zielbogen aufgebaut und ich erreichte nach insgesamt 33:50h unter großem Applaus als 25ter das Ziel. Im Zielbereich gab es wieder alles, was das (Läufer)Herz begehrte. Ich mag mich täuschen, aber ich glaube, so froh darüber endlich im Ziel zu sein, war ich bisher noch nie!

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Fazit

Die Schlagzeile der örtlichen Tageszeitung lautete, dass man gestern (das war die lange Etappe), die höchsten, je in der Region aufgezeichneten Temperaturen gemessen hatte: 45,5 Grad! So heiß war es heute auch wieder geworden, unglaublich.

Am Abend gab es dann noch nach der Siegerehrung ein gemeinsames Essen und Trinken! Am Folgetag ging es wieder zeitgestaffelt in kleinen Gruppen zurück zum Flughafen.

Was sich wieder bewährt hat, war, den Etappenlauf langsam anzugehen. Wie schon oft, entscheidet sich der (Etappen-) Lauf bei der langen Etappe, da braucht man noch „Körner“ und mentale Kraft. Dass ich mich am letzten Tag zu einer viel zu hohen Anfangsgeschwindigkeit habe hinreißen lassen, ist mir (hoffentlich) eine Lehre!

Zusammengefasst kann ich diese Veranstaltung wirklich weiterempfehlen. Vor allem die extreme Hitze in diesem Jahre hat leider für eine sehr hohe Anzahl an Aussteigern gesorgt! Normalerweise steigen die Temperaturen nicht über 39 Grad.

Durch den Veranstalter und das tolle Team fühlte man sich zu jeder Zeit sehr gut betreut. Auch die drei Ärztinnen sorgten mit viel Umsicht dafür, dass es zu keinerlei ernsthaften Vorfällen gekommen ist. Für einen Preis, der je nach Anmeldedatum zwischen 900€ und 1100€ liegt, wird einem wirklich eine gut organisierte (Lauf)Woche in einer wunderschönen Landschaft geboten. Und wenn man Glück hat, so wie wir in diesem Jahr, wird es sogar heißer als bei den meisten Wüstenläufen. Und die sind um ein vielfaches teurer!

Text: Dietmar Rosenau, Bilder: Dietmar Rosenau, Veranstalter, 31.7.2017