Laufgemeinschaft der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung e.V.

Nach der anspruchsvollen Etappe gestern war das Aufwachen doch etwas zäh, aber das war in der gesamten Turnhalle um 4 Uhr spürbar, doch die Karawane zieht bzw läuft weiter. Heute stand eine relativ kurze (55-57km) Strecke auf dem Plan. Aber nicht täuschen lassen, sie war gewürzt mit über 1.000HM - klar, denn wir waren in der Schwäbischen Alb angelangt. Der Großteil davon war auf 2 heftige Anstiege verteilt, bei KM23 bzw bei KM32, ansonsten welliges Gelände. Zum Start ging es aber erst einmal bergab, der letzte Anstieg von gestern wird negiert. Es sollte heiß werden heute und am Nachmittag waren schwere Gewitter angekündigt - genau so kam es dann auch.

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Konrad Vogl im Ziel der 15. Etappe

Ich spürte selbst beim geliebten Downhill zu Beginn die Strapazen der Vortagsetappe. So hatte ich mir Zurückhaltung verordnet. Trotzdem war ich nach 15 KM an 3.Stelle unserer Startgruppe, doch die Schnellen kamen ja später von hinten, wobei diese Startgruppe mittlerweile auf 5 Läufer geschrumpft war. Ich bereitete mich auf den ersten heftigen Anstieg vor, aber was wollte ich groß machen, plötzlich war eine wahnsinnige Steigung vor mir und an Laufen war nicht mehr zu denken, selbst schnelles Gehen war eine außerordentliche Anstrengung, welche die Schweißperlen auf die Stirn trieb und das sonntagfrüh um kurz nach 8Uhr. Auch zeitweise schattiger Wald brachte wenig Erleichterung. Aber irgendwann war auch dieser Teil der schwäbischen Alb bezwungen und es wurde laufbarer. Welch Glück, dass ein zusätzlicher VP nach dem Anstieg eingerichtet wurde. Immer wieder goss ich Wasser über den Kopf und in den Nacken, Abkühlung tat not. Schon drohte der nächste Anstieg, er war nicht mehr so lang, sondern kurz und heftig, teilweise schon ein Trail - ich überlegte, wie unser Tretrollerfahrer hier wohl heraufkommt, Er meisterte aber auch diese Übung. Ich schwitzte und keuchte, aber die Gewissheit das jetzt hauptsächlich nur noch Strecke und weniger HM kommen, machte zuversichtlich. So konnte ich auch noch Reserven mobilisieren und im wahrsten Sinne - es lief wieder. Die Marathonmarke nahte und es wartete "nur noch" welliges Gelände mit z.T. sengender Sonne, die Schwüle kündigte das spätere Gewitter bereits an. Ich legte etwas Pace zu und blieb einigermaßen vorne dabei. Gegen 12 Uhr näherte sich das Ziel, ein paar KM noch, dann hatte ich mein Tagesziel, die Turnhalle in Dornstadt, erreicht. Ein paar Anwohner feuerten mich an .... nicht mehr weit. Nach 6:36Std war ich im Ziel, damit schnellster Einzeletappenläufer und von den noch verbliebenen Gesamtläufern waren nur vier schneller, einer gleich schnell. Als nächster der LG Ultralauf erreichte wieder Holger Hedelt mit 7:21 das Ziel, Stefan Daum ging es jeden Tag besser. Er ist 7 min später da. Konrad Vogl erreichte das Ziel in 7:52, wie immer gut drauf. Karl Rohwedder erging es heute nicht gut: Achillessehnenprobleme zwangen ihn zu langen Gehpausen und er kam nach 10:56 an.

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Mit Holger zog mich nachmittags in die Eisdeile des Ortes. Mit dabei war Eva, die das Camp besuchte und Holger von früheren Läufen kannte. Da angekommen brach das vorausgesagte Gewitter los und mir taten die verbliebenen Läufer auf der Strecke echt leid. Von der Markierung würde nach dem Hagelwetter nicht mehr viel zu sehen sein, doch später kamen alle wohlbehalten ins Ziel. Die Pastaparty nebenan bei den Sportfreunden Dornstadt war hervorragend und wir freuten uns auf die letzten Tage, des Race Across Germany.

Text und Bilder: Roland Krauss, 31.7.2017

Holger Hedelt auf Facebook:

Finish Stage 15/19. geschafft. Ich hatte heute keinerlei körperliche Beschwerden, nixx - erschreckend. Was ich nicht gefunden habe - die Motivation. Es war ein harter Tag, ein verdammt harter Tag. Zwei extreme Anstiege und die Hitze trugen ihren einen Teil zum heutigen Fight bei. Wieder war die Unterstützung phänomenal. In schwierigstem Terrain hatte ich Radbegleitung von Nicole Benning und Jo Höschele - vielen Dank, es war mir eine riesen Freude. Dann noch der rasende Reporter in einer ledernen Trachtenhose mit einer riesigen Kamera Jürgen Baumann - das Bier bekomme ich aber noch ;-). Danke für die wunderschönen Bilder. Noch 4 Etappen......

Karl Rohwedder auf Facebook:

Gleich nach dem Start meldete sich die Achillesferse und teilte mir mit: Laufen ist heute nicht. Also 55km Wandertag... Zum Glück stand gegen Ende plötzlich Jürgen mit seiner Frau an der Strecke und boten Erholung für Körper und Geist, danke dafür. Kurz vor Ziel dann noch Hagelsturm, Starkregen und Gewitter, also das Komplettprogramm. Wenn es sein muss, wird halt bis Garmisch gewandert

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Link zum Deutschlandlauf Blog: Deutschlandlauf-Blog

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Heute stand die nicht ganz längste, wohl aber eine der schwierigsten Etappen an. Dazu sollte es noch relativ hohe Temperaturen geben, doch zum Glück war es bis ca 10Uhr gut bewölkt, doch die Sonne zeigte sich immer mehr, der Andrang an den VPs war entsprechend groß. Warum es ausgerechnet hoch nach Lichtenwalde ging? Der Veranstalter hatte auf der Suche nach Turnhallen einige Absagen kassiert. In Lichtenwalde wurde er fündig und es meldeten sich auch einige Läufer, die ihren Verein mit einspannten und ein Riesenfest für den Deutschlandlauf organisierten. Strecken länger als 80km starteten üblicherweise um 5 bzw 6Uhr - so stand ich um 5Uhr etwas schlaftrunken am Start und war gespannt wie ich mit fast 90Km bei 1.500HM fertig werde.

Auch diesen Morgen wurde sich langsam eingetrabt, dann marschierte ich langsam nach vorne, hielt mich aber dennoch zurück, es würde sicherlich ein langer Tag werden.

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Wir liefen Richtung Eppingen, dann nach Brackenheim, durch das idyllische Marbach, weiter nach Weinstadt. Unser Ziel Lichtenwalde (Turnhalle) bedeutete, wir müssen zum Schluss noch viele HM überwinden. Da ich das wusste, habe ich mir natürlich einige Reservekräfte aufgehoben. Mehrmals liefen wir in die Weinberge rein, rauf und runter und der Neckar ist immer wieder unser Begleiter. Nach stundenlangem Lauf (ca 7-8Std) spürte ich meine Kräfte schwinden, ich musste vorsichtig sein und kann natürlich nicht auf Angriff laufen.

T14 KonradBei KM60 am VP gibt es einen kleinen Empfang mit Fototermin, hier erreichen die Sololäufer des DLL passierten die 1,000km Marke. Ein Gläschen Sekt für jeden. Auch ich komme in den Genuss, obwohl es ja auf mich nicht zutrifft, da mir ja (verletzungsbedingt) 4 Etappen fehlen. Nach knapp 10 Std kam ich an den vorletzten VP an. Von hier aus waren es nur noch ca 8KM, jedoch war der Anstieg brutal. Längere Zeit war Gehen das (für mich) einzige Mittel, um da hoch zu kommen.

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Tatsächlich konnte ich später nochmals zeitweise laufen und irgendwann erreichte ich diese Turnhalle und konnte unter dem Applaus, auch der zahlreichen örtlichen Zuschauer in genau 11Std finishen. Ich war der fünfte Läufer im Ziel, die genaue Tages-Platzierung würde etwas schlechter sein. Es kamen ja noch spätere Starter ins Ziel, die mir von der Std einiges abgenommen haben. Den Tagessieg holte sich Bernhard Munz, der sich prächtig erholt hat und irgendwann leichtfüßig an mir vorbeitrabte. Auch Stefan Daum hat sich weiter erholt, kommt bald nach mir ins Ziel, so auch die anderen vom LG Ultralauf-Team. Wir werden hier bestens betreut und versorgt, das ist ja richtiger Luxus.

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Text: Roland Kraus, Bilder: Roland Krauss (4), Veranstalter (1), 29.7.2017

Karl Rowehwedder schrieb am Ende des Tages seinen Freunden auf Facebook:

Aus geplanten 88km wurden dank einer Sperrung 91, das mit 1500 Höhenmetern und bei knapp 30 Grad, also habe ich auch die 15 Stunden wie geplant gebraucht. Die Zugspitze rückt näher...

Und Holger Hedelt, der in der Ergebnisliste recht weit vorne platziert ist, meinte auf seiner humorvollen Art:

Erste extrem schwere 25km liegen hinter mir. Muss wohl meine Beine im Bett vergessen haben. Boahhhh waren diese Kilometer hart. Nur noch 63km heute.

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Link zum Deutschlandlauf Blog: Deutschlandlauf-Blog

Heute war eine kleine Bewährungsprobe für mich, zwar gering profiliert, aber schon mal 77km - morgen folgt die ganz Große (88KM mit 1.500HM), dann zeigt sich, ob ich eventuell nun bis zur Zugspitze durchstehen kann. Ich hatte beschlossen mit der 1.Startgruppe um 6Uhr loszulaufen, einfach, weil ich glaube, dass es mir damit besser geht und wach bin ich sowieso ab 4:15Uhr in der Turnhalle.

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Sonnenaufgang beim frühen Start Richtung Worms

Es wurde zwar etwas hektisch, aber ich kam noch pünktlich los. Es ging erstmal einen Hügel rauf und es war doch erstaunlich, wie schlecht die Läufer ins Laufen kamen. Nachdem ich aber den kleinen Berg lief, war ich schnell weit vorn. Ich wusste, was mir morgen bevorstand und versuchte daher, mich zu zügeln, doch mein innerer Tempomat machte eh, was er wollte. Wir liefen auf Worms zu und ich sah kaum noch welche vor mir, durch Worms hindurch und Richtung Lampertheim nochmals am Rhein entlang.

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Am Wormser Stadttor laufen wir stadtauswärts rechts vorbei

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Über diese Brücke überquerten wir den Neckar

Über Viernheim, Heidenheim ging es nach Heidelberg, diesmal ein Stück am Neckar lang. Das Wetter wurde immer wärmer, doch die Sonne brannte nur selten - also relativ gutes Laufwetter. Meine Pace erschien mir mittlerweile fast zu schnell - ich dachte ja daran, was morgen ansteht und beschloss doch keine Korrektur am Tempo vorzunehmen. Morgen war ein anderer Tag, an dem ich sicherlich vorsichtig angehen werde. Lange vermutete ich Holger noch vor mir, da ich ihn nicht bewusst überholt habe, doch an mehreren VPs versichert man mir, ich sei der 1.Läufer, der Tretrollerfahrer Peter überholte mich kurz vor KM40. Natürlich waren bei der schnellen Startgruppe (1Std später) welche dabei, die KM-Marken schneller passieren als ich, nur mit Zeitversatz eben. Nun passierte ich bereits den letzten VP bei KM70 und wurde noch nicht eingeholt - klar das stachelt an, wenn ich sicherlich nicht der Schnellste sein kann, so vielleicht der Erste - mal sehen! Unbeirrt spulte ich meine KM bis zum Ziel herunter und wurde fast ständig minimal schneller, im Ziel errechnete sich eine 6:33 Pace (trotz ca 12min Fotopausen und 7VPs die Zeit kosten) und war wirklich der Erste im Ziel. Die besten der schnellen Startgruppe hatten mir ca eine halbe Std abgenommen und kamen deshalb ca 30min nach mir an. Holger war 45min später im Ziel, Stefan

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Heute nicht der Schnellste aber der Erste Roland Krauss

T13 5Holger Hedelt im Ziel

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Stefan Daum immer besser drauf mit untypischer Läufernahrung

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Stefan wirkte erstaunlich erholt, Konrad und Karl waren weiter gut im Rennen. Wirklich seltsam die letzten Tage ständig verbesserte Pace: 6:44, 6:36 und nun 6:33. Morgen ist außer Konkurrenz, eben beim Briefing wurde auf die Schwierigkeiten der Strecke hingewiesen. Zum Abendessen ging es in 2 Gruppen in des Lokal "Net normal" - wie passend, dabei liefen wir am Wasserschloss Eichtersheim vorbei, das lag gleich nebenan.

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Ein Teil des Helferteam im Ziel

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Gemeinsames Abendessen im Net normal

Text und Fotots: Roland Krauss, 28.7.2017

Nachdem ich zwei Wochen vorher beim 100Km Lauf in Biel leider nach 56Km in Kirchberg mit großen Hüft und Oberschenkelschmerzen aussteigen musste, war ich erst einmal total demotiviert, überhaupt noch laufen zu gehen.

Da wurde ich von einem Laufkumpel gefragt, ob ich nicht Lust hätte, ihn beim Fidelitas Nachtlauf in Karlsruhe zu begleiten, weil er unbedingt seine Zeit vom Vorjahr (7:36), unterbieten wollte. Habe mich überreden lassen und mich am Veranstaltungstag nachgemeldet, ohne zu wissen, was mich auf der 80Km-Runde durch den Nordschwarzwald erwartet, da ich dort noch nie mitgelaufen bin.

Nachtlauf2Am Start waren außer mir noch der Holger Hedelt, Franz Holzleitner, Stefan Daum, Jonathan Gakstatter und Neumitglied Harald Rumm dabei, wobei ich den Franz und Stefan leider nicht gesehen habe. Der Start war um 17 Uhr im Stadion des FC Südstern. Da die ersten 18 Km flach waren, war der Plan bis dahin eine 4:45er Pace zu laufen, bevor es in die Berge ging. Allerdings war es ziemlich warm und drückend, sodass mein Laufkumpel nach 15 Km das Tempo rausnehmen musste und ich alleine weiter mein Tempo gelaufen bin, da ich mich noch sehr gut gefühlt habe. Nach 18Km begannen nun die Anstiege und es ging bis Km39 immer nur noch hoch und runter über 3 Berge bis zum größten VP der Strecke. Hier konnte man auch ein Dropback hinterlassen, wo ich meine Stirnlampe und ein paar Gels deponiert hatte. An dieser Station habe ich ca.5min Pause gemacht, in der Hoffnung, dass der Harald auf mich auflaufen würde, sodass wir zusammen weiterlaufen könnten, was aber leider nicht der Fall gewesen ist.

Von Km39 ging es immer stetig bergauf, bis zum höchsten Punkt der Strecke bei Km55. Ab hier führte die Strücke fast nur noch bergab bis ins Ziel, davon die letzten 5 Km ganz flach. Nun begann ich zu rechnen, ob es vielleicht noch für eine Zeit unter 7:30 Stunden reichen würde. Das wird knapp und müsste noch einmal richtig Gas geben, waren meine Gedanken. Also habe ich alles auf eine Karte gesetzt und es einmal richtig laufen gelassen was noch ging. Auf den letzten 10Km konnte ich so noch eine 4:35er Pace laufen und bin nach 7:27 Stunden ins Ziel eingelaufen. Ganz überrascht war ich über den 4. Gesamtplatz und Platz 2 meiner AK.

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Im Ziel habe ich dann noch auf den Harald und Jonathan, die zusammen mit der ersten Frau ins Ziel gelaufen sind, und Wolfgang (vielleicht auch bald Mitglied bei uns) gewartet.

Fazit: Der Fidelitas Nachtlauf ist eine schöne Veranstaltung mit sehr netten Helfern an den VPs. Die ca. 850HM auf den 80Km lassen sich ohne große Probleme gut laufen, da die Anstiege nicht sehr steil sind. Ob ich noch mal mitlaufen würde? Wahrscheinlich schon. Dann aber mit dem Ziel unter 7 Stunden zu laufen ;-)

Text und Bilder: André Weinand, 25.7.2017

Ergebnisse der LG Ultralauf-Mitglieder:

Platz Zeit Name AK AK-Platz
3 7:17:20 h   Hedelt, Holger M45  1
4 7:27:03 h   Weinand, Andre M40  1
9 7:43:43 h   Gakstatter, Jonathan M20  1
9 7:43:43 h   Rumm, Harald M40  2
26 8:34:02 h   Daum, Stefan M40  5
42 9:09:27 h   Holzleitner, Franz M65  1

Wow, 4 Läufer unter den Top 10 und alle betroffenen Altersklassen gewonnen!

In der Jugendherberge Oberwesel gab es vornehmlich 4-Bett-Zimmer. Ich hatte das ungewöhnliche Glück mein Zimmer nur mit Patrick, einem der "Mädchen für Alles" teilen zu müssen. Er musste morgens eh früh raus und Frühstück gab es erst ab 6 Uhr, so stellte ich mir keinen Wecker und vertraute darauf, dass er mich weckt. Das tat er auch, aber leider erst um 6:50 Uhr, als er angerufen wurde. Nun musste alles schnell gehen und ich MUSSTE in der 2.Gruppe um 8 Uhr starten. Okay - für ein schnelles Frühstück reichte es noch, dann Gepäck bereitstellen. Als ich die verschiedensten Wetterprognosen hörte, entschied ich mich spontan: Heute laufe ich komplett ohne Jacke. Als ich sie abgeben wollte, ist das Gepäck bereits verladen und ich musste auf dem LKW springen, eine meiner Taschen suchen, die Jacke rein, runter vom LKW und da rannten das Teilnehmerfeld gerade los - einige Sekunden zu früh. Ich unterschrieb nur noch auf der Einschreibeliste, ein Helfer trug meine Daten ein. Nun aber hinterher, mein Glück es ging bergab und das kam mir zugute. Viele staksten los, ich rannte - downhill ist ja nun meins.....
Nach einigen Minuten hatte ich das Feld eingeholt. Am Ende der Ortschaft Oberwesel lag ich kurzfristig fast ganz vorne in der Gruppe. Das änderte sich aber schnell wieder. Ich hatte mir ja den Streckenplan eingeprägt - heute einige Steigungen drin und für meine (angeschlagenen) Verhältnisse respektable 67km. Ich brauchte mir da keine Durchschnittspace vornehmen. Mein Körper kannte die Umstände und stellte seinen "inneren Tempomat" - ausgenommen davon waren größere Steigungen/Gefälle bzw. KM in den ein VP angesteuert war. Genau dieser Tempomat befand heute knapp 6:30er Pace genau richtig - ich registrierte das mit höchster Aufmerksamkeit, wehrte mich nicht im Geringsten dagegen..... so sollte es eben sein.

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Wir liefen die ersten gut 20km noch am Rhein entlang, wie die letzten Tage gewohnt. Ab Bingen verließen wir diesen und kurz danach (KM 29) ging es in die Weinberge. Mein Körper wusste dies alles, schien fast einprogrammiert, als ich oben angekommen war und es wieder leicht abwärts ging, kam ein Feedback: war ja gar nicht so schlimm - und schon wurde die Pace um ca 15sec schneller, tatsächlich ohne mein Zutun, keinerlei Signal (zumindest bewusst) ging da vom Kopf aus - schon erstaunlich, so ein "Laufkörper".

T12 2Es ging wellig weiter mal runter dann wieder hoch, relativ abwechslungsreich, nur einige Abschnitte 2km schnurgerade entlang einer Bundesstraße, erinnerten an Norddeutschland. Ich freute mich über die Strecke und darüber, dass meine Energie scheinbar auch wieder für mehr als 60km reichte - das nenne ich Läuferglück! Auch die Markierung bereitete mir gestern und heute keinerlei Probleme.

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Ich hatte mittlerweile die 60km passiert, den letzter VP - nun begann ich doch mal einen kurzen Check; sollten die 67km hinkommen (stimmt heute ganz gut) wäre eine Zeit um die 7:30Std machbar. Zum ersten Mal nahm ich heute bewusst auf die Tempogestaltung Einfluss - ich nahm Fahrt auf und erreichte Zeiten unter 6min/km. Es würde wohl knapp werden, dann kam ich über den letzten Hügel und sah Westhofen vor mir abschüssig liegen - ich ließ es rollen und als auch die ersten Bewohner an der Strecke standen, aufmerksam zusahen und klatschten gab ich Gas, der letzte KM lag nahe bei 5min/km. Ich bog ins Schulgelände der Otto-Hahn-Schule ein ins Ziel - 7:29:xx - das war ja eine Punktlandung *freu*

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Zu den anderen LG Ultraläufer: Sie sind alle noch im Rennen und als ich heute auf Stefan Daum auflief, freute ich mich mit ihm, dass es lschon wieder bedeutend besser lief - KLASSE!
Mein Entschluss ohne Jacke zu laufen, war übrigens voll aufgegangen, außer mal am Vormittag leichter Nieselregen, wurde das Wetter im Tagesverlauf immer wärmer und auch die Sonne war zu sehen.
Viele Leser dieser Zeilen werden Gabi und Peter Gründling kennen (in Läuferkreisen gut bekannt). Sie besuchten uns im Ziel dieser Etappe und hatten - welch tolle Idee, Eis mitgebracht. Darüber freuten sich nun alle Läufer(innen) im Ziel.
Essen gab es sehr läuferfreundlich gleich nebenan (50m) in einem Vereinslokal. Damit das Restaurant nicht hoffnungslos überfordert war, gingen wir in zwei Gruppen rüber. Das Briefing ergab: Morgen gibt es zwar weniger HM, doch 10km mehr.

Text und Fotos: Roland Kraus, 27.7.2017

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