Laufgemeinschaft der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung e.V.

Die Fragen, wo wir Urlaub machen und wo man an einem schönen Lauf teilnehmen könnte, werden bei uns– und sicher nicht nur bei uns – oft gemeinsam beantwortet. Die Entscheidung fiel dieses Jahr auf den Bodensee und Immenstaad.
Der Urlaub war wunderbar. Die Bodenseeregion ist wunderschön und hat zahlreiche Sehenswürdigkeiten, die es zu besichtigen lohnt und einen Ultralauf, bei dem man wahlweise 50 km oder 100 km laufen kann. Meiner Form angemessen und dem Umstand geschuldet, dass wir nicht zu spät heimwärts fahren wollten, wählte ich die 50km.
Begünstigt wurde die Entscheidung dadurch, dass einige LG Ultralaufmitglieder ebenfalls dort starten wollten.

Unsere 100km-Starter kurz vor dem Start: Jonathan Gakstatter, unser jüngstes Vereins-Mitglied bei seinem bisher längsten Lauf, Franz Holzleitner, der erst vergangene Woche am Eiger Ultratrail über 101 km erfolgreich teilgenommen hat und André Weinand, der seine gute Form mit einerm guten Ergebnis bestätigen wollte.

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Die drei starteten bereits um 7 Uhr, während die 50 km erst eine Stunde später auf die Strecke gingen.

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Wir hatten natürlich wieder alles dabei, was man für einen schönen Lauftag braucht: Einen netten Wettkampf, gutes Wetter, ein wenig Equipment, ein kleines Team und einige begeisterungsfähige Betreuer.

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Die Starter der LG Ultralauf auf der 50km-Strecke: Sascha Mörth, der seit Wochen keinen Kilometer mehr gelaufen ist, Marc Graf, unser einziges Schweizer Mitglied bei seinem Debut für die LG Ultralauf. Für mich bedeutete der 50km-Lauf die erste lange Einheit seit der Zugspitze und Evi Piehlmeier, die sich mit ihrem Mann Guido als Staffel die 50 km teilte. Dieser Wettkampf war für uns vier dementsprechend eher eine Veranstaltung zum Wiedereinstieg, zum Kennenlernen oder zum Sich-Wiedersehen.
Gelaufen wurde auf einer etwa 2,4 km langen Runde durch den Wald in der Nähe von Immenstaad am Nordufer des Bodensees. Die Strecke war gut zu belaufen, aber nicht ganz flach und daher eher nicht geeignet, Bestleistungen zu erzielen, aber wunderbar um eine längere Einheit mitten im Sommer zu genießen.
André lief recht engagiert los und übernahm recht schnell die Führung im Feld der 100km-Läufer,

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Jonathan befand sich ebenfalls in einer aussichtsreichen Position. Bei seinem ersten Hunderter wollte er vorsichtig beginnen und dann einmal schauen. Als André langsamer wurde, konnte er zu ihm aufschließen, mit ihm gemeinsam ein paar Runden drehen und schließlich die Führung übernehmen.

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Nach einer kurzen Erholungsphase konnte André allerdings sein Rennen wiederaufnehmen. Nun hatte Jonathan eine Runde Vorsprung und gemeinsam liefen die beiden die letzten Runden, bis Jonathan souverän das Rennen vor André gewann, der eine Runde später als Zweiter der Gesamtwertung den Lauf beenden konnte.

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André bei seinem Zieldurchlauf.
Die beiden waren übrigens schneller als die meisten 100km-Staffeln! Das war schon ein tolles Bild, wie sich der erfahrene André und der junge Jonathan in der Endphase beide „recht platt“ gemeinsam motivierten und zu tollen Leistungen antrieben. Obwohl die beiden sich ja erst am Abend vorher kennenlernten, haben sie toll als Team harmoniert. Und was für ein Einstand für Jonathan! Er gewann den Lauf in einer Zeit von etwa 9:29h!

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20 Jahre ist Jonathan alt und ist seinen ersten 100er unglaublich clever gelaufen.

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Franz lief beherzt los, musste aber frühzeitig erkennen, dass die Muskulatur von seinem letzten Trail-Wettkampf noch nicht vollständig erholt war und wechselte auf die 50km-Wertung. Marc, Sascha und ich hatten alle unsere Defizite und liefen recht vorsichtig im vergleichbaren Tempo los.

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Die ersten knapp 10 Runden liefen Sascha und ich gemeinsam, zwar im Wohlfühltempo, aber im Bewusstsein, dass wir beide das Tempo vermutlich nicht würden halten können. So genehmigte Sascha sich in der zweiten Hälfte ab und zu eine kleine Auszeit, konnte sich aber immer wieder motivieren, auf die Strecke zu gehen und beendete den Lauf schließlich erfolgreich.

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Marc war richtig gut drauf, strahlte immer eine Lauffreude aus und wurde bester 50km-Läufer unseres Vereins.

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Auch mit Mark passte das Tempo zwischendurch ganz gut und wir konnten ein paar Runden gemeinsam laufen. Lediglich André, Jonathan und die Staffelläufer Evi und Guido hatten ein unglaubliches Tempo drauf und überrundeten mich ständig.

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Guido in seinem Element. Als Staffelläufer hat man das Privileg der häufigen Pausen, obwohl eine Staffel zu zweit nicht wirklich eine Erholung zulässt.

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Lange vor uns Einzelläufern hatte „Team Piehlmeier“ die 50km voll.
Gegen Ende ließen bei mir Kräfte etwas nach und die letzten Runden wurden recht schwer. Da war es mir eine große Hilfe, dass Evi und Guido, die längst fertig waren, gemeinsam mich die letzten beiden Runden begleiteten. Da habe ich mich dann insofern revanchiert, in dem ich mit Sascha seine letzte Runde lief und André ebenfalls auf seiner finalen Runde begleitete. Aber selbst seine letzte, die 42. Runde, hätte ich ihm laufend nicht folgen können und nutze so meinen Tretroller.

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Für Sascha wurde es ein langer Tag. Umso mehr freuten wir uns alle über sein Finish.

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Es war ein sehr schöner Tag am Bodensee und der Wettkampf hat riesigen Spaß gemacht. Es war eine kleine, sehr familiäre und empfehlenswerte Veranstaltung, die im nächsten Jahr zum 10. und vermutlich zum letzten Mal ausgerichtet wird.

Text und Bilder: Michael Irrgang, 24.7.2017

Nachtrag von der Siegerehrung

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André, Jonathan und Franz bei der Siegerehrung. Foto: André Weinand

 

 

Die Etappe heute war etwas kürzer (ca. 83KM) als am Vortag, jedoch waren die Höhenmeter recht heftig, laut Ausschreibung 1.266 Gesamtanstieg. - und was noch nicht bekannt ist, es beginnt wieder mit Regen und im Tagesverlauf kehrt er mehrmals zurück.

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Wie gehabt Startzeiten um 5 bzw. 6 Uhr. Ich half beim Hallenräumen und Verladen, dann ging es los auf die Strecke. Wir hatten heute etwas mehr Zeit, da wir in die Jugendherberge nicht so zeitig rein konnten und fuhren etwas die Laufstrecke ab, um Läufer anzufeuern und besuchten die VPs 3 und 4, wo einige Fotos entstanden.

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VP4 war wirklich etwas ganz Besonderes, er wurde von Angehörigen/Freunden eines Läufers betreut und lag kurz nach Witten an einer langen, heftigen Steigung, nahe an der Marathonmarke. Hier gab es ein reichhaltiges Angebot, u.a. frisch gekochte Suppe, und sogar ein Grill war in Betrieb auf dem Würstl bruzelten die in Scheiben geschnitten an Läufer und Helfer verteilt wurden.

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Anschließend fuhren wir weiter zur Jugendherberge Solingen-Burg: Abladen, Ziel aufbauen und Zimmer beziehen, so das Programm.

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Peter Bartel war mit seinem Tretroller wieder als Erster im Ziel. Und schon war auch wieder Holger Hedelt da.

T8 AAnschließend wagte ich einen Testlauf. Hatte sich meine Achillessehne soweit erholt, dass ich die morgige 60km-Etappe laufen kann? Was sagte mein gestauchter Ellbogen dazu? Ich lief den Läufern entgegen und kehrte nach gut 4km wieder um - so hatte ich sowohl heftiges bergauf- als auch -ab-laufen. Ich spürte schon noch etwas, werde es jedoch morgen versuchen. Auf diesen 8,5km konnte ich einige schöne Bilder schießen, die den Eindruck der tollen Landschaft hier gut widergeben.

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Nach dem Duschen kam ich gerade rechtzeitig zum Abendessen und entdeckte nach und nach alle von LG Ultralauf. Heute kam Stefan Daum erst gegen 21:30 Uhr ins Ziel - er war doch etwas angeschlagen.

Text und Bilder: Roland Krauss 24.07.2017

Name   Tag8 Tag8 Platz Gesamt Gesamt Platz
Wehder Henry 08:44:00 1 62:26:24 1
Hedelt Holger 11:25:00 10 72:59:03 7
Vogl Konrad 13:36:00 22 86:55:18 25
Rohwedder Karl 14:07:00 25 92:23:58 31
Daum Stefan 16:17:00 41 79:40:21 16

Deutschlandlauf Blog: Deutschlandlauf-Blog

Deutschlandlauf Etappe 7: Von Osnabrück nach Werne a.d. Lippe

Heute steht die "Königsetappe" von Osnabrück nach Werne a.d. Lippe an - vielleicht noch nicht die härteste, aber nominell mit etwas über 90km die längste. Somit waren die Startzeiten noch eine Std. vorverlegt. Bereits um 3:40Uhr regte sich ungelenkes Leben in der Tennishalle. Kurz nach 4Uhr gab es dann Frühstück und heute war es noch leiser als sonst am Morgen. Die Anspannung, der Respekt war fast greifbar, doch für viele galt einfach "the same procedure as every day".

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Das große Feld der Über-7er-Pacer startete um 5Uhr, als es noch dunkel und trocken war.

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Als eine Std später die Sub 7er-Pace-Gruppe startete, fing der Regen an, der eigentlich erst für später angekündigt war, doch damit müssen ja alle zurechtkommen.
Wir mussten uns mit dem Verladen beeilen, da das Gepäck im Regen bereitgestellt wurde. Als die letzten Stücke per Hebebühne gehoben wurden und ich über eine Leiter runterstieg, brach sie zusammen und ich lag auf dem Rücken - voller Dreck und blutiger, eingequetschter Finger - alles nicht tragisch. Mein Ellbogen schmerzte heftig, wohl nicht gebrochen nur böse geprellt. Zurzeit nicht hilfreich für einen Wiedereinstieg, aber auch für meine momentane Helfertätigkeit.
Wir fuhren durch den Regen nach Werne, diesmal über die Autobahn, also leider ohne weitere Läuferkontakte. Als wir ankamen standen wir erstmal an einer falschen Halle uns die Beine im Bauch, doch der Betreuer und Einweiser in die Hallentechnik zeigte uns den richtigen Weg: Die vorgesehene Halle befand sich ein paar Straßen weiter. Mittlerweile war es sehr warm geworden und es schien trocken zu bleiben, so stellten wir alles in die Sonne zum Trocknen.
Nun blieb uns Zeit bis die ersten Läufer ankommen würden. Erkundungstour, Wundversorgung und Duschen waren angesagt. Als ich mich kurz stadteinwärts aufmachte, kamen mir schon verschiedene Radhelfer entgegen und ich stellte fest, dass das Ziel richtig stand: es ging durch den Bahnhof über einen Rad-/Fußweg zur Sporthalle.
Gegen 14:15Uhr (nach 8:15Std) traf bereits der Tretrollerfahrer Peter Bartel, der eigentlich immer als Erster im Ziel war, ein. Etwas erstaunlich, da er bereits 75Jahre alt ist. Der erste Läufer war heute Jens Naujocks in 9:40 Std, Er läuft erst seit ca 2Jahren und hat noch nie einen Etappenlauf gemacht.
Holger kam nach 12:54 ins Ziel, Stefan nach 13:05, Konrad Vogl und Karl Rohwedder kommen auch kurz danach an - von der Hitze und der Länge der Strecke gezeichnet.

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Der Etappen-Sieger Jens Naujocks und Holger Hedelt beim Zieleinlauf.

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Konrad Vogl lief wieder ein sehr gutes Rennen und hinterlässt im Ziel wie üblich einen entspannten Eindruck.
Da beim Italiener um die Ecke zu viel Betrieb war, wurd das Essen an die Halle geliefert. Die Läufer(innen) freuten sich, dass sie für Pizza und Pasta nicht mehr gehen mussten. Bach kurzem Briefing zur morgigen Etappe war für die Meisten um 21/22Uhr Nachtruhe angesagt, Einige waren noch bis nach 23Uhr auf der Strecke.

Text und Bilder: Roland Krauss

Der schnellste Läufer der LG Ultralauf, Holger Hedelt, hatte mehrere Posts vom Tag veröffentlicht. Von der Strecke:

Bei km 78 ausgehaucht. Ab jetzt werdenden die letzten 13km gegangen. Die Nacht reicht nur noch aus den Akku zu 50-60%, da bin ich nicht der einzige.

Und im Ziel:

Stage 6/19 - 91km. Diesmal kein Finishfoto, war ein dickes Brett und ich hatte echt Probleme! Besser kein Bild von mir..... Mal schauen wie die kurze Nacht verläuft. Morgen 3:30 wecken, Start 5:00 Uhr.

Karl Rohwedder fasst ebenfalls den Tag zusammen:

Nach 78km gestern von Sulingen nach Osnabrück stand heute die längste Etappe des laufs an nach Werne, 91km. Die ersten vier Stunden Dauerregen und dann drückende Schwüle. Also Tempo raus und gaaaanz gemütlich in 14:30 ins Ziel gewackelt. 540 km von 1300 sind im Sack, aber jetzt kommen die Berge.
Orthopädie hält bis jetzt, auch noch keine Blasen...

Ergebnisse vom 7 Tag mit Gesamtstand (52 Läuferinnnen und Läufer inder Wertung):

Solo-Läufer   Etappe 7 Platz Tag 7 Gesamtzeit Gesamtplatz
Naujocks Jens 09:40:00 1 56:24:44 3
Wehder Henry 09:54:00 2 53:56:24 1
Hedelt Holger 12:54:00 19 63:44:11 11
Daum Stefan 13:05:00 21 64:59:21 15
Vogl Konrad 13:13:00 23 74:46:35 25
Rohwedder Karl 14:24:00 28 78:01:58 31

Ergebnisse vom 6. Tag befinden sich im Blog: Deutschlandlauf-Blog

Michael Irrgang, Holger Hedelt, Karl Rohwedder, Rohland Krauss, 22.7.2017

Eiger-Trail mein persönlicher Höhepunkt in 2017
Die Entscheidung für diesen Lauf kam relativ spät, besser gesagt es war Gerlinde, eine grandiose Läuferin aus der Ulmer Gegend, die mir diesen Lauf schmackhaft machte. Zwei Tage war ich mit ihr beim SH-Supertrail unterwegs, bei dem sie mir von ihrem geplanten Eigerlauf erzählte. Sie meinte dazu „wenn nicht jetzt wann dann?“. Somit erwachte auch in mir dieser Gedanke in Verbindung mit dem Eiger-Trail, „wenn nicht jetzt wann dann?“. Ich bin in kürze 67 und so viel Wettkämpfe wie dieses Jahr bin ich noch nie gelaufen. Zuerst sah es nicht danach aus, dass ich 2017 noch den Eiger laufen könnte, da dieser sofort am Tag der ersten Ausschreibung ausverkauft war. Das Glück war aber auf meiner Seite, denn über Facebook wurde der Eigerlauf von einem Schweitzer angeboten. Ich sagte sofort zu, diesen Startplatz zu übernehmen.
IMG 1532Der Gedanke an den Eigerlauf mit seinen 101km ging ja noch, aber die 6700 Höhenmeter ließen den Gedanken erschauern. Der erfolgreiche Zugspitztrail mit 80km und 4000 Höhenmeter ließ die Erwartung auf ein Finish doch steigen. Die Abneigungen gegenüber Höhenmeter legten sich langsam und auf irgendeine Art und Weise habe ich mich damit abgefunden. Das Gebirge war gar nicht so schlimm.
Freitag vor dem Eiger-Lauf, Christin aus dem Saarland die ich beim Keufelskopflauf kennenlernte, traf um 10Uhr 30 bei mir zu Hause ein, damit wir gemeinsam die Fahrt nach Grindelwald zum Austragungsort des Eigerlaufes antreten konnten.
Grindelwald, typisches Bergdorf belebt von zusätzlichen 2600 Berg-Trail-Läufern. Der Mittelpunkt war für das Wochenende vom 15.-16.Juli die Läufe um den Eiger. Angeboten waren 16 km die Christin absolvierte, dann noch die 35km und die 51km und als Höhepunkt meine 101km an denen ca. 600 Trailläufer teilnahmen.
Samstagmorgen, gut geschlafen auf der Matratze im Dacia Logan war um 3Uhr 30 der Schlaf beendet. Das Wetter bestens, ideal für den Start um 4Uhr 30. Pünktlich erschallte der Startschuss und die Läufermeute stürmte los, ich hatte mich sehr weit vorne eingeordnet, da relativ früh eine stark verengte Stelle kommt. Aber mit diesem losstürmen am Anfang eines Traillaufes mit 101km hatte ich nicht gerechnet. Für mich galt es bis zur Engstelle mit los zu stürmen, um dann normal den Trail weiter zu laufen. Das Zeitlimit war mit 26 Stunden angegeben, mein eigenes Ziel wären 24-25 Stunden.
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Die Temperaturen waren angenehm für den Lauf. Der Berg „Große Scheidegg“, mit seinen 1959 Höhenmetern, war als erster Wachmacher zu überwinden, um dann wieder auf 1561m zum Bort abzusteigen. Dann wieder hoch zum First 2173Hm, wobei man von weißen Ziegen begleitet wurde. Diese Ziegen konnte man zu Intervall Läufen animieren und sie zogen immer mehr mit den Läufern nach oben. Ab ging es kurz nach Feld 2130Hm bevor es hoch ging zum Faulhorn mit seinen 2681HM.
Die auf dem Faulhorn anwesende Versorgungsstelle war überlaufen, denn die meisten wollten ihre Getränke auffüllen, deshalb hatte ich mich entschlossen, daran vorbei zu laufen. Nachträglich würde ich das als großen Irrsinn bezeichnen, gab es doch an dieser Verpflegungsstelle zum ersten Mal bei diesem Lauf Cola zu Trinken.
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Der Lauf hinüber zur Schynige Platte 1985Hm und hinunter zur Burglauenen war für mich katastrophal - ich fühlte mich ziemlich fertig. Die Gegend der Ausblick war überwältigend aber der Kopf wollte nicht mehr so recht. Die Steine! Ich konnte nicht mehr laufen und hatte Angst vor Stürzen. Ich ging nur noch, auch wenn es bergab ging.
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Vor Burglauenen fing ich an zu rechnen, Zeitlimit für Burglauenen war bei mir im Kopf bei 17Uhr 15. Und wenn ich um ca. 17Uhr in Burglauen sein werde und dort esse, dann ist es 17Uhr 10. Somit wäre der ganze bisherige Zeitpuffer verschwunden und müsste bei Wengen wegen Überschreitung des Zeitlimits aufgeben. Für mich war es da klar ich steige in Burglauenen aus, ich will nicht mehr, ich kann nicht mehr, aus Ende.
Um 16Uhr 45 in Burglauen angekommen, an der VP sofort zwei Becher Cola getrunken und Spagetti bestellt. Auf die Frage, wie viel ich denn möchte, antwortete ich mit „ voll machen, ich höre jetzt auf“. Dann hinein ins Zelt zum Essen, meine Uhr auf beendet gestellt, die ohnehin schon "Akku schwach" angezeigte. Während des Essens hatte ich das Handy hervor geholt, um zu schauen, ob denn die Gerlinde auch hier ist. Gesehen hatte ich sie bisher nirgends. Das Handy sagte mir, dass sie laut Tracker ca. 10km vor mir ist, in Wengen. Und nachgefragt, wie ist denn das Zeitlimit in Burglauenen? Und dort wurde mir dies mit 18 Uhr bestätigt.
Nein, das konnte ich nicht machen. Gerlinde ist 10km vor mir, ich hatte noch eine Stunde Zeit auf den Puffer. Das Aufgeben war vom Tisch. Somit schnell den Rucksack wieder vollgestopft und wieder weiter. Plötzlich war alles anders. Es lief wieder. Der tote Punkt war überschritten. Es machte wieder richtig Spaß zu laufen. Hoch nach Wengen, weiter zur Männlichen und zum Eigergletscher. Ich konnte wieder laufen und ließ beim Bergablaufen viele Mitläufer hinter mir. Es war ein Gedicht für mich - ich war wieder in meinem Element.
Albiglen, Marmorbruch nochmals hoch und dann runter nach Grindelwald zum Ziel. Zieleinlauf in Grindelwald nach 24 Stunden und 11 Minuten. Ich war glücklich, dass Ziel doch noch erreicht zu haben. Einen herzlichsten Dank an alle Mitwirkenden und Helfern die 26 Stunden an den Verpflegungsstellen und auf der Strecke standen für ihren immer freundlichen Einsatz. Danke nochmals.
Nach dem Zieleinlauf kurz ins Zelt, um noch ein paar Bissen zu essen und dann ab zum Auto, um noch kurz im Auto zu schlafen, bevor es richtig hell wurde. Nach 1,5 Stunden endete die Schlafrunde, raus aus dem Auto und wieder zum Veranstaltungsplatz zum Duschen. Anschließend noch in ein Hotel für einen Kaffee und Kuchen, den musste es natürlich geben nach so einem Lauf. Die Siegerehrung wollte ich auf alle Fälle abwarten, obwohl ich auf keinen zu ehrenden Platz zu finden war, da hier nur die Männer in 3 Altersklassen gewertet wurden und nicht die Altersklassen nach DLO, denn dann wäre ich auf Platz 1. Aber Gerlinde war auf dem ersten Platz in Ihrer Klasse, was auch zu erwarten war und die wollte ich noch kurz treffen, was mir auch gelang. So war sie doch mit ihren beiden Lauffreundinnen anwesend. Anschließend Christin von ihrem Hotel abgeholt die auch überwältigt war von ihrem Lauf und so konnten wir alle mit einem glücklichem Gefühl die Heimreise antreten.
Text und Fotos: Franz Holzleitner, 22.7.2017

Die Etappe ging heute  von Sulingen nach Osnabrück über 78,2 km. Roland, der sich mittlerweile auf die Helferrolle eingestellt hat, berichtet von seinem Tag:

Der heutige Tag versprach ein warmer, wenn nicht sogar heißer zu werden und so starteten, wie üblich die meisten lieber bereits um 6 Uhr.

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Startaufstellung der 6Uhr-Gruppe

Die Halle leerte sich also schon um 5:40 Uhr beträchtlich und ich helfe beim Aufräumen. Kurz vor 6Uhr gehe ich aber zum Startschuß raus und begrüße meinen alten Lauffreund HaWe Rehwers, der aus Osnabrück kommt, nun "etwas weniger" mit Laufen macht und deshalb auch nur die Tagesetappe in seine Heimatstadt mitläuft.

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Auf dem Foto unterhält sich Vordergrund Konrad Vogl mit Startkollegen, weiter rechts Holger Hedelt mit HaWe Rehwers.
Nachdem wir unseren LKW beladen hatten, stellte sich heraus, dass einer der Transporter, ein Fast-Oldtimer mit gerissenen Keilriemen, nicht rechtzeitig fertig wird und abends abgeholt werden musste - also tagsüber ein Auto weniger.
Wir machten uns auf den Weg und so mancher Läufer wurde beim Vorbeifahren per Hupe motiviert. Noch war es trotz Sonnenschein erträglich und am 2.VP, den wir kurz ansteuerten wurde motivierte, angefeuert und verpflegt und ein paar Fotos gemacht.

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Kalle (Mitte) und Conny (rechts) Rohwedder am VP 2

Anschließend fuhren wir direkt zum Abladen an die Tennishalle der Spielvereinigung Haste (Osnabrück). Entladen und Ziel aufbauen, wie gehabt, dann blieb etwas Zeit das Gelände und die Gegebenheiten erkundigen.
Kurz darauf kam Corinna (eine Streckenmarkiererin) mit dem Fahrrad an. Ich lieh mir Ihr Rad und fuhr ein Stückchen Richtung Osnabrück City. Weil es so sonnig war, setzteich mich an einen Imbiss und genoss den Augenblick. Auf dem Rückweg sah ich mich mir noch eine alte Schleuse am Kanal an und kam gerade wieder an die Tennishalle, als bereits einige Läufer angekommen waren. Kurz danach konnte ich Holger gratulieren.

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Auch Stefan, Konrad und Karl kamen gut an - allen machte die große Hitze am Nachmittag zu schaffen. Ich beglückwünschte sie und wünschte ihnen eine gute und schnelle Erholung.

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Kalle und Konrad im Ziel
Anschließend wurde am Vereinsheim gegrillt und es gab reichlich Salate dazu. Beim Briefing wurde vor der morgigen (nicht wirklich flachen) "Königsetappe" mit über 90KM gewarnt. Es kann Regen geben, aber es wird sehr warm bleiben.

 

Intessant sind die Bilder, die Holger gemacht hat. Wie zuvor erwähnt, nimmt er sich durchaus die Zeit, um zwischendurch ein paar Fotos zu machen, die er machmal sogar mit witzigen Sprüch kommentiert auf Facebook online stellt.

Zunächst machte er von der früh startenden Gruppe ein paar Bilder von deren Start.

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Ein typisches "Unterwegs-Bild" mit Kommentar:

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Wo muss ich jetzt hin?????? Also mal überlegen???? Oder habt ihr neun Tibb?

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Im Ziel postet er traditionell sich mit dem Zielbanner. Relativ kurz danach postete er ein erstes Fazit des Tages:

Stage 6/19 - 79km. Das Rennen hat heute alles abverlangt. Ich fasse mir kurz: Bis ca. 65km lief es perfekt. Danach war der Stecker raus. Bin bis dahin einen Schnitt von 6:45/km, im Ziel war ich dann gaaanz deutlich über 7:00. Rechnen müsst ihr. Für knapp 79km war ich (öhhhm wie war die Zeit???) sagen wir 9:30h. Morgen stehen 91km an - bin beunruhigt. Und jetzt brauche ich Futter. Achja die Shins. Gestern war es rechts heute links. Hoffentlich zieht das morgen nicht in die Mitte.

Nach Duschen, Essen und der ersten Regeneration kommt der zweite Rückblick, verbunden mit dem Betrachten und Hochladen einiger Fotos. War wohl doch eher schön heute. Es folgen seine Bilder und sein Kommentar dazu:

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Die heutige Etappe 6 war die bisher landschaftlich schönste Etappe. Schöne alte Lanhäuser, viel Feld Wald, ok - gerade auscwar auch genug. Der erste "Berg", hat auch einen Namen, aber den habe ich vergessen. Morgen stehen 91km an - habe Wahnsinns Respekt.

Ergebnisse gibt es aktuell noch keine. Soweit für heute. Da sind wir einmal alle sehr neugierig, wie sich die morgige Etappe entwickelt.

Text: Roland Krauss, Holger Hedelt und Michael Irrgang, Bilder: Roland Krauss und Holger Heldelt, 21.07.2017

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