Laufgemeinschaft der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung e.V.

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Unter großer Beteiligung fand vergangenen Samstag im Anschluss an die 6 Stunden DM in Münster unsere Mitgliederversammlung statt; eingeleitet mit einem Film, der die sportlichen Höhepunkte des Jahres 2016 zeigte. Genau richtig, um nach den Verzögerungen bei der Auswertung und dem damit verbundenen späten Beginn in Stimmung zu kommen.

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Vereinspräsident Christian Mohr zeigte sich beeindruckt vom zahlreichen Erscheinen und lobte das vorbildliche Auftreten des Teams bei der Meisterschaft. Er berichtete ausführlich über die Aktivitäten des Präsidiums im vergangenen Jahr insbesondere im Hinblick auf die erfolgte Namensänderung und warb erfolgreich um die Genehmigung der Kooperationsvereinbarung mit der DUV. Zum Abschluss seines Berichtes ging er auf die weiterhin positive Mitgliederentwicklung ein.

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Auch für Günter Weitzer war es ein ereignisreiches Wochenende. Am Abend zuvor wurde er zum neuen DUV-Präsidenten gewählt und dabei in der Diskussion um die Änderung der DUV-Meisterschaftsregeln sogleich gefordert. Dennoch kam er gern unserer Einladung nach und stellte sich den Mitgliedern vor.

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Wenigstens Michaela Kirchner (Vizepräsidentin), Thomas Bitzer (Geschäftsführer) und Alexander Lauterbach (Rechtswart) hielten sich an die vereinbarte Redezeit.

Der Bericht des Sportwart ist immer am Spannendsten. Michael Irrgang berichtete in seinem Rückblick nicht nur von der Meisterschaftssaison, sondern auch von den zwei Trainingslagern und der Premierenveranstaltung des Bottroper Ultralauf Festivals.

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Unsere Damen wurden im vergangenen Jahr Mannschaftsmeister über die 100KM und wurden vom Landessportbund Rheinland-Pfalz mit einer großen Medaille, genauer gesagt mit der "Meisterschaftsplakette des Landessportbundes Rheinland-Pflaz in Gold" geehrt. Kirsten Althoff erhielt stellvertretend für die Mannschaft diese von Michael.

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Carsten Bölke hatte gegen 23 Uhr das letzte Wort.

Text: Christian Mohr, Fotos: Michael Irrgang, 18.3.2017

Running Cold - Running Superlativ? Über den Baikalsee laufen? Im Winter? Warum nicht? Großen Worten sollten Taten folgen!

Baikal 1
Der Baikalsee liefert gleich eine Vielzahl von Superlativen. Er ist mit 1642 m der tiefste See und das größte Süßwasserreservoir der Erde. Seine Länge von 673 km misst die Strecke zwischen der Ostsee und dem Schwarzwald und seine durchschnittliche Breite beträgt 48 km. Und vor allen Dingen ist er von Januar bis in den März in Gänze solide zugefroren. Die Eisdicke beträgt meist beruhigende 1,20m und die Bilder vergangener Läufer zeigen traumhaft poliertes Eis. Was liegt näher, als hier im Winter einen Eismarathon auszutragen? Am 7. März fand die 13. Auflage des Baikal-Eismarathons statt und die LG Ultralauf-Mitglied war dabei!
Der Marathon verläuft an der Südspitze von Ost nach West von Tanhoi nach Listvjanka. Tage mit andauerndem Schneefall, unangenehmer Wind bei deutlichen Minustemperaturen ließen im Vorfeld nichts Gutes ahnen. Ein Marathon in tiefem Schnee bei eisigem Wind sah nach einem kräftezehrenden Abenteuer aus. Am Abend vor dem Wettkampf hatte das Wetter aber ein Einsehen und klarte erfreulich auf. Der Morgen am Lauftag bescherte strahlenden Sonnenschein und knackige -18 Grad. Rund 200 Läufer gingen mit leichter Verspätung an den Start. Die Strecke war gut präpariert und damit gut laufbar. Der Veranstalter sorgte mit vier Verpflegungsstellen für das nötige Laufcatering. Entlang der Laufstrecke patroullierten Luftkissenboote, so dass bei Notsituationen schnell Hilfe zur Stelle war. Beste Voraussetzungen für ein tolles Laufabenteuer. Spalten im Eis, in denen man ggf. hineinstoplern könnte, waren vorsorglich mit Brettern abgedeckt. Vier Hosen, zwei Langarm-Shirts, eine gute Laufjacke, Handschuhe, zwei Mützen übereinander, Laufschuhe mit Spikes und fertig ist der Eismarathonläufer.

Baikal 2

Nach ersten Gewöhnungsproblemchen und einer verlängerten Warmlaufphase ist dann bei KM 30 der Motor doch noch angesprungen, so dass ich das Laufabenteuer dann nach 4:04 h mit einem schönen Zieleinlauf beenden und das Finish im Ziel mit einem Schluck aus der Krimsektflasche feiern konnte. Die leicht angefrorene Nasenspitze hat sich dann auch bald wieder zurückgemeldet. Alles gut. Runnung Cold, Running Superlative. Die Ultraläufer können auch kalt.

Homepage des Veranstalters: Hier klicken
Text und Bilder: Stefan Henscheid, 16.3.2017

Was war das wieder für ein Wochenende? DUV DM über 6h, DUV-Versammlung, unsere Versammlung und im Rahmenprogramm Kleiderausgabe, Fotoshooting, Essen gehen, Stadtführung und eine Geburtstagsfeier.

Es begann am Freitag Nachmittag, als erste Teammitglieder in Münster eintrafen. Insgesamt waren etwa 50 Mitglieder und Partner von uns vor Ort. Wir hatten ein Team-Hotel herausgesucht und für Freitag Abend einen Tisch beim Italiener bestellt. So mussten sich die Mitglieder entscheiden, ob sie lieber Pizza essen oder zur Mitgliederversammlung der DUV gehen oder den Abend in Ruhe verbringen wollten.

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Hans-Dieter, Falk, Kirsten, Katrin und Ralf bevorzugen die Pizza am Abend vor dem Sturm.

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Eine ebenso große Gruppe wollte sich die DUV-Versammlung nicht entgehen lassen, denn es gab neben den Berichten, Wahlen, Ehrungen und andere Themen auf der Agenda.

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2016 starteten wir noch unter LG DUV und belegten einen hervorragenden zweiten Platz in der Ultramarathon-Bundesliga. Christian Mohr nahm vom neuen DUV-Präsident Günther Weitzer eine Urkunde und einen Geldpreis entgegen.

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Unser Verein wurde zum DUV-Förderstützpunkt ernannt und erhielt als sichtbares Zeichen die Plakette, die üblicherweise am Vereinsheim angebracht wird. Wir überlegen noch eine geeignete Verwendung dafür.

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Viele unserer Teammitglieder kannten sich bereits, andere wurden unkompliziert integriert. Die Wiedersehensfreude war groß.

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Neumitglied Sylvia Faller reiste aus dem Odenwald an, obwohl sie aufgrund einer nicht ganz abgeklungenen Erkältung nicht laufen durfte.

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Ihr Mann Franz baut mit Martina Stumpf-Irrgang unsere Pavillons auf. 37 Läuferinnen und Läufer waren gemeldet, die wir auf drei Teams aufgeteilt hatten und die etwa von 15 Helfern versorgt wurden.

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Michaela Kirchner, die sich um die Vereinsbekleidung kümmert, hatte kistenweise Shirts, Jacken und Buffs mitgebracht und verteilte die Sachen. Dank guter Vorarbeit klappte die Verteilung reibungslos.

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Der Tag sollte sonnig werden. Thomas Bitzer im entsprechenden Outfit.

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Evi Piehlmeier und Kirsten Althoff, die sich erst letzte Woche bei der Meisterehrung gesehen hatten, sehen in der schneeweißen Vereinstracht richtig schick aus.

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Passt! Relef Tantzen in seiner neuen Jacke.

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Unsere Neumitglieder Judith Sebastian und Reimund Broemmelhaus stellen sich vor. Dieses Mal noch starten sie für ihren alten Verein, aber demnächst schon für uns. Herzlich willkommen! So nette Leute nehmen wir gerne in unserer Mitte auf!

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Unser erstes Gruppenbild im neuen Outfit. Das Logo, die Bekleidungsauswahl und der Druck sind rechtzeitig fertig geworden und sehen super aus. Auf der Strecke waren wir nun leicht zu erkennen und bekamen von vielen Mitläufern für das Outfit Komplimente.

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Hier erklärt Hans-Dieter seinen Betreuerinnen die Rezeptur seines Spezialgetränkes.

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Alles hat seinen Platz. Jede Kiste, jede Flasche ist nummeriert. Obwohl alles einigermaßen durchdacht ist, fehlt immer etwas, so wie hier ein Trichter.

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Oliver Ruf und Michaela Kirchner - zwei sehr erfahrene Läufer stellen sich in den Dienst der Mannschaft und sorgen mit ihrer Kompetenz und Ruhe für eine professionelle Betreuung.

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Marlene Heller wechselt noch einmal ihre Kleidung. Christine Dänner verwaltet die Checklisten mit allen Sonderwünschen der Läufer und geplanten Durchgangszeiten.

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Die Läufer müssen etwa 900m zur Startlinie gehen. Erste Verschnaufpause. Die erste Phase, der ersten Sturm ist überstanden. Nun heißt es warten auf die Läufer.

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Christof Marquardt aus Drensteinfurt macht von Anfang deutlich, dass er gewinnen will und startet in einem Höllentempo. Auch wenn er später etwas einbricht, gewinnt er mit persönlicher Bestleistung von 82,067 km.

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Heike Nordick ist nicht nur aufgrund ihrer tollen Motivationsplakaten bei allen bekannt und beliebt.

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Von unserer 29köpfigen Läufergruppe kommen Hans-Dieter Jancker und Carsten Schwenke als erste angelaufen. Es herrschen angenehme Temperaturen und kein Wind, die Strecke ist flach, bis auf einen kurzen Abschnitt durchgehen breit und asphaltiert und praktisch ohne nennenswerte Kurven.

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Dafür kennt man uns: Engagierte und begeisterungsfähige Betreuer, die alle Läufer im Feld anfeuern. Die Idee, alle Helfer mit weißen Jacken auszustatten erwies sich als sinnvoll.

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Marlene Heller startet in der Altersklasse W65 und hatte Bedenken, die geforderte Mindestweite zu schaffen. Sie lief ein ausgezeichnet konzentriertes gleichmäßiges Rennen und wurde am Ende mit 46,167 km und dem 5. Platz in ihrer Altersklasse belohnt.

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Fabian Benz ist außer dem Schwarzwaldmehrtageslauf überhaupt noch keinen Ultra gelaufen. Er ging sehr couragiert an und erlangte schließlich 70,143 km und damit Platz 2 in seiner Altersklasse.

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Torsten Lange aus Harsefeld lief in seinem ersten 6h-Lauf beachtliche 53,667 km.

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Die ersten Runde lief ich mit Martin R. Kurz aus Salzburg zusammen. Als Geschenk für das gesamte Meisterschaftsteam 2017 erhalten alle, die für uns gestartet sind oder die Läufer bei einer DM betreut haben, diesen wunderschönen Buff mit unserem Vereinslogo.

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Volker Greis, einer unserer Top-Läufer, kann zurzeit aufgrund einer Knieverletzung nicht laufen, kam aber trotzdem 50 km mit dem Rad, um das Team zu unterstützen! An Kirsten kann man sehen, dass die Shirts auch von hinten toll aussehen.

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Alexander Lauter läuft konzentriert in seinem typischen, sehr schönen Laufstil, am Ende des Tages hatte er 53,773 km auf dem Tacho.

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Von der Atmosphäre beflügelt lief Ramona Franz deutlich mehr, als sie am Abend zuvor noch für möglich gehalten hatte. Auch das ärmellose Frauenshirt ist richtig chic und steht ihr gut.

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Norbert Künkel, ein Urgestein der Szene, der am liebsten Zeitläufe zwischen 24h und 6 Tage läuft, war 2013 bei einem Trainingslager von mir dabei. Warum er jetzt bei uns Mitglied geworden ist? Wurde einfach Zeit, meinte er, der uns schon länger beobachtet und bewundert.

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Nicht alle, die am Start waren, waren hier, um ihr Wintertraining zu überprüfen. Im Team Braut verhalfen ein paar Freundinnen Claudia Drosdeck den Abschied vom Single-Dasein zu verkraften. Fotos belegen eindeutig, dass sie sich Sekt in die Plastikbecher kippen ließen.

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Neil Kröger-Allen von den CaBaNauTen lief mit 45,454km etwas über die geforderte Mindestleistung.

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Carsten Schwenke hatte zwischendrin einen Durchhänger, konnte aber ein starkes Finish zeigen.

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Falk Sittner zeigte bereits in Leipzig sein können. Schön, so gute Leute wie ihn im Team zu haben.

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Stephan Finster war erstens die ganze Zeit über gut drauf und zweitens schnell unterwegs - was für eine beneidenswerte Kombination.

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Walter Hösch hatte im Winter sehr gut trainiert und konnte seine gute Form mit 69,884 km bestätigen, was für einen dritten Platz in seiner stark umkämpfen Altersklasse M55 bedeutete.

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Es ist eine Freude, ihm beim Laufen zuzusehen. Doch der Schein trügt, später muss er mit gut 35 km verletzungsbedingt aufgeben.

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Auch Carsten Bölke läuft mit der Erfahrung mehrerer 6-Tageläufe. Hat er den Blick für die schöne Landschaft, durch die er gerade läuft?

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Engagiert mit Leib und Seele dabei: Unser Präsident Christian Mohr. Wem er was zeigt, erschließt sich aus dem Bild nicht so ganz.

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Christine Dänner, eine supernette Betreuerin, die begeisternd alle Läuferinnen und Läufer anfeuerte.

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Volker Gries und Jens Kruse, der eigentlich in Kiel wohnt, für den Lauf aber aus Celle anreiste. Für viele Läufer ist es auch einmal ein Erlebnis, die Seiten zu wechseln und die Betreueraufgaben zu übernehmen. Für andere, die von der uneigennützigen Betreuung profitiert haben, ist es eine alternative Art, Danke zu sagen.

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Regina Künkel hatte sich einen guten Platz zum Beobachten und Anfeuern ausgesucht.

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Franz Holzleitner mit seiner typischen Weste war ebenfalls sehr gut unterwegs.

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Ein Schuhwechsel ist bei einem 6h-Lauf eher unüblich, aber wenn irgendetwas drückt, ist das auf jeden Fall einen Versuch wert. Zwei Betreuer helfen Carsten, damit er dadurch nicht allzu viel Zeit verliert und schnell wieder auf die Strecke kommt, denn "gemütlich hinsetzen" war für die Läufer während des Rennens nicht vorgesehen.

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Sandra Wieners Blick verrät Entschlossenheit: Ich schaffe die 45 km! Am Ende wurden es sogar über 46km! Prima!

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Dirk Minnebusch hatte sich intensiv auf diesen Wettkampf vorbereitet, konnte bereits in Rodgau seine gute Form bestätigen und erlief sich mit über 68km eine neue Bestweite.

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Unsere Vizepräsidentin Michaela Kirchner ist stets eine Quelle guter Laune.

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Der Nachwuchs verblüfft mit sensationellen Ergebnissen. Der achtjährige Peter läuft fast 20 km, seine große Schwester Annika (Mitte) läuft sogar fast 35 km! Das sind zwei ungewöhnliche Leistungen, die für Kinder absolut unüblich sind und weit entfernt von den Empfehlungen der DLV-Trainingslehre. Aber die beiden waren stets gut gelaunt und ihnen hat das offensichtlich viel Spaß gemacht!

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Kirsten Althoff ist nach einem Sturz mit Becken- und Rückenproblemen noch in der Rekonvaleszenz und wollte sich mit der Mindestleistung von 9 Runden begnügen, was genau 44,915 km sind. Im Gegensatz zu allen früheren Austragungen der 6h-Meisterschaften scheint es die DUV dieses Jahr mit der Mindestweite von 45 km sehr genau zu nehmen und führt sie leider nicht in der Ergebnisliste. Das ist ein klitzeklein wenig ärgerlich.

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Helmut Schöne aus Hamburg lief ein famoses Rennen und belohnte sich für den Tag mit einer tollen Leistung von 64,533 km.

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Der Veranstalter Christian Pflügler hatte große Versorgungszelte eingerichtet bei denen es zu keiner Zeit Staus oder Engpässe gab. Überhaupt war die gesamte Organisation fabelhaft. Vielen Dank dafür an dieser Stelle!

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Für Katrin Tüg-Hilbert war die Meisterschat nun schon nach Otterndorf und Nürnberg die dritte in Folge. Trotz einer längeren Erkältungsphase im Winter mit mehrwöchigen Trainingseinschränkungen lief sie an ihre Bestleistung heran und legte mit ihrer Leistung von 66,660 km den Grundstein für den Mannschaftserfolg der Frauen. Am Ende des Rennens war die Temperatur recht hoch, der Körper überhitzt - wer jetzt noch ambitioniert lief, musste viel trinken und dehydrierte trotzdem!

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Evi hatte mich wieder einmal mehr als beeindruckt. Sie war bis zum Schluss gut gelaunt und schnell unterwegs. Das Foto entstand übrigens in der letzten Rennstunde!

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Heike weiß, was die Läufer am Ende brauchen.

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Unser Jurist und Rechtswart Alexander ist da etwas skeptisch.

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Sandra drückte dagegen gleich zweimal drauf.

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Friedhelm Althoff, Vater von Kirsten, ist kein Läufer, zeigte aber enorme Ausdauer bei der Anfeuerung der Läuferinnen und Läufer.

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Zur Restmetervermessung sollten die Läufer beim Signal diese Markierungssäckchen fallen und liegen lassen. Später gab es große Aufregung, als auf einer Strecke von 400 Metern die Marken verschwanden. Spielende Kinder haben sie vermutlich eingesammelt. Bitter für die betroffenen Läufer ist, dass die Position nicht sicher festgestellt werden kann und daher die volle Runde gewertet wird. So fehlen einigen Läufern 600 bis 1000 Meter.

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Von Müdigkeit noch nichts zu erkennen: Matze Kröhling hat noch weit über eine Stunde Zeit, Kilometer zu sammeln.

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Die Kräfte schwinden, viele Leute lassen ihren Kopf hängen und gehen nur noch - nicht jedoch Martin. Freudestrahlend läuft er Runde um Runde!

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Andreas Pluta hat zu kämpfen. Am Ende wird es eine neue Bestweite von 61, 869 km.

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Die Messteams machen sich auf. Jedes Team besteht aus drei Leuten, die die Position der grünen Ballons zentimetergenau vermessen und erfassen.

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Welch eine Ehre. Oliver Ruf darf auf dem Rad die führende der Frauen begleiten. Nele Alder-Baerens ist hörgeschädigt und würde das Signal nicht hören. So fährt er neben ihr und lässt dann den Ballon fallen. Bei anderen wäre er vielleicht mitgelaufen, aber Nele lief an diesem Tag unglaublich 85,492 km, was Weltrekord bedeutet!

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Matze und neben ihm unser Vereinsmitglied Kalle Rohwedder, der meistens unter 100MC startet, aber bei Meisterschaften für uns. Worüber wir sehr froh sind, denn erstens ist er mit all seiner Erfahrung und seinem sympathischen Auftreten eine echte Bereicherung und zweitens ist er ein ganz guter Läufer.

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Und ich war ja auch noch auf der Strecke. Leider hat mir eine starke Erkältung in den letzten drei Wochen einen dicken Strich durch meine Pläne gemacht. Die ersten drei Stunden dachte ich noch, dass mir die Pause vielleicht sogar gut tat. Aber das mit dem "Alles-Positiv-Reden" klappt manchmal nur zeitweise und so musste ich in den letzten beiden Stunden doch etwas mehr rausnehmen, als mir eigentlich lieb war. Lieber ein Kilometer weniger auf dem Zähler haben, dafür lächeln können, ist mittlerweile meine zum Breitensport passende Devise geworden.

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10 Minuten noch. Konrad Vogl läuft mit Katrin einen langen Endspurt. Als die beiden mich überholen, schließe ich mich ihnen an und bin überrascht plötzlich noch für kurze Zeit sprinten zu können.

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Auch Roland Krauss zieht mit langem Schritt einen großen Endspurt an.

Aber dann ertönte das Signal, was man dort, wo wir gerade liefen, nicht hörte - aber man hat ja selbst eine Uhr. Dann zurückgehen, trinken, Medaille abholen, trinken, bei den Helfern und Betreuern bedanken, trinken, noch einmal trinken - sich fragen ob man ein Loch hat, trinken. Irgendwann ist man voll und begibt sich zur Dusche, denn schon bald sollte die Siegerehrung folgen.

Aufgrund der oben geschilderten Problematik verzögerte sich diese aber um wenige Stunden Minuten. Wunderbar, das gibt Zeit zum Trinken, zum Quatschen und zum Suppe essen.

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Konrad mit mir.

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Evi und Guido. Guido ist auch so eine Frohnatur und NNM Prio A, also ein Noch-Nicht-Mitglied, wo wir mit hoher Priorität dran sind.

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Eine gute Form erkennt man auch daran, wie schnell man sich nach so einer Wettkampfstrapaze erholt. Katrin und Ramona merkte man einige Stunden danach nicht mehr viel an.

Eigentlich sollte die Ehrung um 19 Uhr abgeschlossen sein und wir wollten im Anschluss mit unserer Mitgliederversammlung anfangen. Nun war schon 8 Uhr und die Siegerehrung hatte noch gar nicht angefangen. Einige mussten nach Hause fahren, aber wir waren recht vollzählig geblieben. Es gab ja genug zu trinken, also warum sollte man sich eine andere Oase suchen?

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Konrad, Fabian, Roland und Helmut

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Ramona, Volker, Carsten, Martina, Thomas und Matze

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Christian, Martina, Kirsten, Evi und Katrin

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Endlich ging es los. Leider fehlten doch schon ein paar der Geehrten, aber wer will es denen verübeln, die noch eine längere Heimfahrt eingeplant hatten. Die Leistung von Nele überstrahlte natürlich alles! Weltrekord! Sie sagte mir, dass sie eigentlich viel langsamer laufen wollte, aber ihre Uhr sei ausgefallen und da ist sie nach Gefühl gelaufen. Da sie ja ohne Hörgeräte läuft, kann man ihr unterwegs auch nichts mitteilen. So blieb den Betreuern nur die Option zu hoffen, dass das gut geht. Das ist schon megabeeindruckend. Da läuft sie quasi aus Versehen Weltrekord! Einfach unglaublich!

Die Ehrung wurde übrigens sehr nett vom am Tag zuvor als Präsident gewählten Günter Weitzer moderiert mit Unterstützung von Guido Gallenkampf, der neue Vizepräsident der DUV und Jürgen Schoch, der in der DUV-MV zur Ehrenpräsidiumsmitglied berufen wurde.

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In der AK M30 wurden Fabian und Matze, 2. und 3. Sieger und freuten sich zurecht bei ihren ersten DM-Teilnahmen über die ersten Medaillen.

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Wenn man bei einem neunten Gesamtplatz, vierte in der Altersklasse wird, weiß man, dass man in der stärksten AK läuft. Katrin kann sich trotzdem freuen, denn letztendlich zählt die KM-Leistung, die höher war als gedacht, aber auch das Gefühl, sich das Rennen gut eingeteilt und alles gegeben zu haben.

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Carsten auf dem ärgerlichen vierten Platz, in der Mitte ist Klaus Matthee, den ich seit einiger Zeit trainiere und der heute fünfter wurde und rechts der Gewinner Christof Marquardt.

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Unsere Domäne, die M55 mit Walter auf Platz 3, Konrad (Platz 5) und Roland (Platz 6)

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Unser Deutscher Meister: Hans-Dieter Jancker gewinnt souverän die AK M65

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Platz 2 bei den Frauen war mehr als erwartet, aber Katrin, Evi und Doris waren auch richtig gut.

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Unsere Männer belegten am Ende die Plätze 4 und 5. Da ist durchaus noch Luft nach oben, dennoch war für unser junges Team nicht mehr drin, denn alle Beteiligten haben im Rahmen ihrer Möglichkeiten sehr gute Leistungen gezeigt.

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Etwas unübersichtlich wurde es, als bei der Mannschaftsehrung Frauen und Männer gemeinsam auf der Bühne stehen. Uns gelang hier ein sensationelles Ergebnis! Die 50+-Mannschaften belegen die Plätze 1 und 3 in dieser Mannschaftswertung und rahmen die Mannschaft von Schwindegg, die uns im vergangenen Jahr meist knapp besiegt hat, ein.

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Hinten die erste 50+-Mannschaft, die Deutsche Meister geworden sind: Walter, Stephan und Hans-Dieter, darunter die zweite Mannschaft, die dritte geworden sind: Helmut, Konrad und Roland.

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Anschließend begaben sich die meisten auf die Heimfahrt oder direkt ins Bett, wir schritten zur Mitgliederversammlung. Bezüglich Ausdauer macht uns niemand etwas vor, aber das Thema hatten wir ja schon in einem der letzten Berichte. Um DIESEN Bericht nicht zu sprengen, folgt eine Zusammenfassung in einem weiteren Bericht zur MV in den nächsten Tagen.

War der Tag dann zu Ende? Mitnichten. Dann ging es ins Hotel, wo wir um 0:15 ankamen und noch (m)einen Geburtstag zu feiern hatten.

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Das war dann ein schönes Ende eines sehr langen und ereignisreichen Tages.

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Beim frühen Frühstück tauchte plötzlich Stu Thoms auf - mein lieber Freund und Weggefährte. Das war eine gelungene Überraschung!

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Am nächsten Morgen gab es noch das Regenerations-Kulturprogramm. Friedhelm Althoff hatte extra für uns eine Stadtführung vorbereitet. Hier erzählte er uns die Geschichte des Schlosses.

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Es geht doch nichts über gestellte Gruppenfotos. Oben sind Ramona, Heike, Torsten, Uwe (der direkt vor Ort einen Mitgliedsantrag unterschrieb - zum Glück hat Christian solche Zettel immer in der Tasche), Friedhelm, Christian, Christine, Katrin. Unten: Oliver, Roland, Hedwig, Martina, Katrin, Ralf und ich.

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Vor dem Rathaus

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Katrin. Der gestrige Tag ist spurenlos an ihr vorbeigegangen.

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Friedhelm konnte recht interessant erzählen und seine Zuhörer fesseln.

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Aber irgendwann zog es uns dann doch hier rein - wir hatten schließlich ja einen Tisch bestellt, wobei der Spaziergang durch das sonnige Münster ganz hervorragend war.

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Mit diesem gemeinsamen Essen ging das wunderbare Wochenende zu Ende. Bei der Gelegenheit wurden gleich die nächsten Termine besprochen, denn die nächsten Meisterschaften kommen ja schon im Juni.

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Und irgendwann hatten wir alle verabschiedet und blieben alleine in Münster zurück. Zeit der Ruhe und für eine Tasse Kaffee.

 

Unsere Ergebnisse:

 

Platz km Name AK AK-Platz
19 72.030 km   Schwenke, Carsten M45  4
29 70.143 km   Benz, Fabian M20  2
30 69.884 km   Hösch, Walter M55  3
34 68.456 km   Minnebusch, Dirk M45  7
35 67.635 km   Jancker, Hans-Dieter M65  1
40 66.767 km   Finster, Stephan M50  8
9 66.660 km   Tüg-Hilbert, Katrin W45  4
43 66.581 km   Vogl, Konrad M55  5
45 65.719 km   Krauss, Roland M55  6
56 64.533 km   Schöne, Helmut M50  11
64 63.819 km   Kröling, Matthias M20  3
76 62.815 km   Sittner, Falk M35  9
90 61.869 km   Pluta, Andreas M35  10
129 60.131 km   Kurz, Martin R. M50  23
151 58.085 km   Rohwedder, Karl M60  11
36 56.740 km   Piehlmeier, Eva W45  9
168 56.490 km   Irrgang, Michael M50  33
192 55.211 km   Lauterbach, Alexander M35  19
216 54.977 km   Holzleitner, Franz M65  10
64 54.138 km   Zachow, Doris W50  15
234 53.774 km   Tantzen, Relef M60  21
235 53.773 km   Lange, Torsten M50  47
82 51.699 km   Franz, Ramona W40  15
298 50.125 km   Bölke, Carsten M35  29
125 46.303 km   Wieners, Sandra W45  28
128 46.167 km   Heller, Marlene W65  5
388 45.124 km   Künkel, Norbert M55  56
142 44.915 km  Althoff, Kirsten W30 10
470 34.881 km  Kappus, Ralf M50  99

 

  Männermannschaften   Frauenmannschaften
4. LG Ultralauf 212,058 km 2. LG Ultralauf 177,539 km
  Schwenke, Carsten   Tüg-Hilbert, Katrin
  Benz, Fabian   Piehlmeier, Eva
  Hösch, Walter   Zachow, Doris
       
5. LG Ultralauf 202,858 km 11. LG Ultralauf 144,169 km
  Minnebusch, Dirk   Franz, Ramona
  Jancker, Hans-Dieter   Wieners, Sandra
  Finster, Stephan   Heller, Marlene
       
8. LG Ultralauf 196,834 km    
  Vogl, Konrad    
  Krauss, Roland    
  Schöne, Helmut    
       
9. LG Ultralauf 188,503 km    
  Kröling, Matthias    
  Sittner, Falk    
  Pluta, Andreas    
       
18. LG Ultralauf 174,708 km    
  Kurz, Martin R.    
  Rohwedder, Karl    
  Irrgang, Michael    
       
26. LG Ultralauf 163,963 km    
  Lauterbach, Alexander    
  Holzleitner, Franz    
  Tantzen, Relef    
       
41. LG Ultralauf 149,023 km    
  Lange, Torsten    
  Bölke, Carsten    
  Künkel, Norbert    

 

Link zur Seite des 6h-Laufes mit den Ergebnissen: Link

Text: Michael Irrgang, Bilder Michael Irrgang, Martina Stumpf-Irrgang und insbesondere Hedwig Althoff

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In den vergangenen beiden Jahren, also seit ich auch „ultramäßig“ unterwegs bin, war ich jeweils beim Lahntallauf in Marburg.
Diesmal war es wirklich nicht so sicher, ob es wieder klappt. Ich hatte die Woche Nachtschicht und keine Chance, dass mich am Freitagnacht ein Kollege vertritt. So wollte ich mich nicht voranmelden, letztendlich siegte doch die Lauflust über eine „bequeme Anreise“. Am Freitag stand ich gegen 13Uhr von meinem Nachtschichtschlaf auf. Es blieb noch Zeit für ein paar Kraftübungen und gemütliches Packen der Lauftasche. Nach einigem Alltagskram und Abendessen fuhr ich gegen 22:30Uhr zur Nachtschicht. Üblicherweise dauert sie bis kurz nach 6Uhr. Doch ich hatte Glück und konnte bereits eine Stunde früher Feierabend machen und direkt von Nürnberg Richtung Marburg fahren. Zu dieser Uhrzeit war auf den Straßen nicht viel los und ich stand um 8Uhr auf dem Parkplatz vor dem Georg-Gassmann-Stadion.

Marburg StadionIn der angrenzenden Halle werden die Startunterlagen ausgegeben und ich konnte mich nachmelden. Dabei traf ich auf die LG Ultralauf-Kollegen Karl Rohwedder und Stefan Daum – eine herzliche Begrüßung folgte.

Außer den von mir gewählten 50km gibt es dort von 10km, Halbmarathon, 30km auch noch den klassischen Marathon. Start für alle Läufe ist 10Uhr – zu wenig Zeit sich noch irgendwo zum Schlafen hinzulegen, aber genug Zeit für einen Kaffee mit Mini-Imbiss zur Stärkung.

Der Start ist ca 600m entfernt auf dem Lahnwiesen. Von dort führt ein 10km Kurs durchs Lahntal, alles relativ stadtnah und doch naturverbunden. Um 10Uhr ist es doch noch recht frisch, jedoch scheint klar, die Sonne wird uns noch mehr oder weniger erwärmen. Trotzdem entschließe ich mich zu einer langen, dünnen Thight und Laufshirt, jedoch gegen die leichten Handschuhe. Nachdem die Sonne sich nur etwas verschleiert zeigt, bewährt sich meine Laufausrüstung – gut gewählt!

Marburg Start

Ich beginne etwas heftig, diesmal ganz bewußt, denn ich friere ganz leicht. Deshalb fast eine 50er Runde auf den ersten 10km. Dann mäßige ich mich ….. doch ab der Hälfte der Laufstrecke (tatsächlich ziemlich genau 25km) habe ich das Gefühl Jemand hat mir „den Stecker gezogen“ – klar ein subjektives Gefühl, das meine Uhr aber auch z.T. bestätigte. Aber wundern tat ich mich nicht wirklich … was habe ich mir da zugemutet. Ich rechnete hoch – jede Runde wohl weitere 5min langsamer. So schlimm kam es aber nicht und in der letzten Runde keimte das Gefühl auf: Da sind noch Körner!!! Immerhin sammelte ich auf dieser letzten Runde 15-20 Läufer(innen) ein – das bestärkte meine positive Einstellung …. hätte ich 15min zuvor nicht für möglich gehalten.

So sammelte ich bis zum Ziel auch noch viele hochgestreckte, wohlwollende Daumen ein. 4:38Std und Platz 36 von 101 Finishern – unter diesen Umständen bin ich sehr zufrieden. Doch das Beste erwartete mich im Ziel:

Als Zielverpflegerinnen agierten: Antje Krause und Nele Alder-Baerens, Deutsche Meisterinnen hier bei Ihrem Heimatverein Ultra-Sport-Club Marburg.

Wie gewohnt war jedoch die Verpflegung auch an der 10km-Runde bei der 25. Auflage ohne Fehl und Tadel – 3 Stationen auf den 10km boten alles, was man brauchte.

Nach Rückkehr zum Stadion und einer heißen Dusche hatte ich Lust auf Kaffee (Kuchen war schon alle), aber Bratwurst war noch vorhanden. So setzte ich mich noch kurz und Stefan Daum saß nebenan. Er hatte einen tollen vierten Gesamtplatz erreicht und wir tauschten uns noch aus über unsere zukünftigen, gemeinsamen Wettkämpfe. Wir sehen uns nicht nur auf den 19 Etappen des Deutschlandslaufes – aber dabei ist auch Karl Rohwedder (54. beim 50km-Lauf) und einige weitere LG Ultralauf-Läufer habe ich schon im Starterfeld entdeckt. Auch beim Spartahlon Ende September und sicherlich bei manchem anderen Ultra werden wir uns demnächst über den Weg laufen.

So machte ich mich auf dem Weg zum Auto, fuhr erst mal 40km gegen Süden, um dann auf einen Parkplatz mal eine Stunde ein Nickerchen zu halten. Anschließend konnte ich ohne Probleme nach Hause durchfahren. Abendessen und etwas Passivsport, bevor ich dann tatsächlich um 3Uhr endgültig den Schlaf des Gerechten fand ….

Doch am nächsten WE in Münster bin ich wieder dabei – und diesmal sicherlich gut ausgeschlafen!

Hier die einzelnen Ergebnisse von LG Ultralauf-Teilnehmern:

50 km Ultramarathon

4. Platz, Stefan Daum, M40, 1. AK-Platz, 3:42:55

36. Platz, Roland Krauss, M55. 4. AK-Platz, 4:38:02

54. Platz, Karl Rohwedder,M60, 3. AK-Platz, 4:53:18

30 km Lauf

102. Platz, Hans-Uwe Zietlow, M70, 1. AK-Platz,3:22:16

Foto1: Georg-Gassmann-Stadion mit Duschen, Versorgung und Startnummernausgabe, Siegerehrung

Foto2. Beim Start in den Lahntalwiesen von allen Läufen gleichzeitig (über 1.000 Läufer/innen) ging es nur am Anfang eng zu.

Text und Fotos Roland Krauss, 7.3.2017

ME01

Größer hätte die Überraschung nicht sein können, als Anfang des Jahres eine Einladung vom Landessportbund Rheinland-Pfalz zur Meisterehrung ins Haus flatterte. In Bingen, Freitagabend, Anfang März. Rheinland-Pfalz? Wo ist Bingen? Ein paar Mails und Telefonate später war alles aufgeklärt. Die LG Ultralauf hat ihren Firmensitz in Kaiserslautern ist Mitglied des Leichtathletikverbandes Pfalz und im Landessportbund Rheinland-Pfalz. Da unsere Frauenmannschaft in Leipzig Deutscher Meister über 100km geworden ist, hat der LV Pfalz dies dem Landessportbund mitgeteilt und so wurden die drei Frauen mit ihrem Trainer eingeladen. So ist das üblich, Olympia-Sieger, Medaillengewinner bei Europa- und Weltmeisterschaften und eben alle Deutschen Meister.
Da von den fünf Deutschen Meisterschaften nur der 100km-Lauf vom DLV ausgerichtet wird, war es schon wichtig, dass unsere schnellen Frauen genau dort gewonnen haben und nicht bei einer anderen Meisterschaft, wo sie mehrmals zweite Mannschaft wurden.

ME03

Leipzig, August 2016. Evi Piehlmeier läuft neue Bestzeit, Kirsten Althoff und Katharina Bey beenden in einer prima Zeit ihre ersten 100er, wobei Kirsten bei der Gelegenheit gleich einen Vereinsrekord aufstellte! Keine Frage, dass die drei nach Bingen wollten!

ME04

Die Ehrung fand im Kongresscenter in Binger statt, etwa 200 Spitzensportler waren eingeladen, 120 kamen letztendlich. Es war alles super organisiert und total nobel eingerichtet. Beim Eintreten gab es direkt einen Sekt und im Foyer spielte eine kleine Jazzcombo. Uns kannte keiner, wir kannten auch keinen. Aber das machte nichts, denn wir hatten uns ja teilweise seit Monaten, genauer seit Leipzig nicht mehr gesehen und viel zu erzählen.

ME05

Moderiert wurde die Veranstaltung sehr witzig und locker von Stephan Lenhardt vom SWR-Fernsehen. An seiner Seite begrüßten Karin Augustin, die LSB-Präsidentin und Roger Lewentz, Minister des Inneren und für Sport in Rheinland-Pfalz die Anwesenden.
Die Ehrung der Sportler dauert schon etwas länger, aber zum einen wurden viele der Sportler und Sportarten interessant vorgestellt und zum anderen traten einige der Geehrten auch gleich auf. Das verschaffte uns unglaubliche Einblicke in recht interessante Sportarten und Vorführungen.

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Es begann mit einer Tanzaufführung des Deutschen Mannschaftsmeisters im Rock’n Roll /Formation aus Worms. Als der Sicht von jemanden, der neben dem Laufen vielleicht noch ein wenig Athletiktraining und Yoga macht, besaßen die Leute eine unglaubliche Beweglichkeit und Sprungkraft. Alleine die Kleidung war der Knaller.

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Anschließend zeigten die Weltmeisterinnen im 2er Kunstradfahren ihr Können, Julia und Nadja Thürmer. Das war schier unglaublich, was die beiden uns da zeigten. Wir staunten da mit offenem Mund und feuchten Händen.
Irgendwie hatte man bei den Vorstellungen der Sportler das Gefühl, dass wir gar keine Randsportart betreiben, denn zwischen uns und ganz am Rand gibt es offensichtlich noch ganz viel Platz für exotische Sportarten. Bei einigen musste erst einmal geklärt werden, wie sie überhaupt auszusprechen sind, wie beim Kyudo, eine besondere Form des Bogenschießens. Sportarten wie der Kraftdreikampf oder Ringtennis mussten erst einmal erklärt werden, bei andere Sportarten waren wir überrascht, dass es sie überhaupt gibt, wie z.B. der 2km Beach Run im Rettungssport, wo es sogar Weltmeisterschaften gibt Kenneth Eissler, Deutsche Meister im Barfuß Wasserski Springen und in der Kombination erläuterte die Besonderheiten seines Sports. Es war schon wirklich interessant. Endlich ging es zur Leichtathletik. Hier wurden zunächst die Mannschaftsmeister Berglauf und der Deutsche Meister im Siebenkampf geehrt. Dann wurden unsere Frauen aufgerufen.

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Zunächst gab es am Tresen die Urkunden, eine Anstecknadel und ein schönes Buchgeschenk über die Olympischen Spiele in Rio, dann wurden ein paar Glückwünsche entgegengenommen und man stellte sich zum Foto auf.

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Dann kam der spannende Moment, das Interview. Und zielsicher pickte sich der Moderator, weil es keine Freiwillige gab, mit Kathi, die Unerfahrenste im Team heraus.

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Megasouverän beantwortete sie alle Fragen, insbesondere zum Training, denn das interessierte den Moderator genau, wie man das macht, wo doch ein Marathontraining schon sehr aufwändig und grenzwertig ist.

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Es gab für die Sportler und den Trainer jeweils eine Urkunde und ein Anstecker sowie für das Team eine 10 cm große und erstaunlich schwere Medaille, genauer gesagt die „Meisterschaftsplakette des Landessportbundes Rheinland-Pfalz in Gold“.

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Kaum erhalten schon verbreitet.

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Kathi und Jens, der sie auch in Leipzig betreute.

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Unsere jungen und schnellen Frauen Kathi und Kirsten.

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Evi und ihr Mann Guido reisten extra zur Ehrung aus München an.

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Als am nächsten an Bingen-wohnend wurde ich auserkoren vom Präsidium an der Ehrung teilzunehmen. Diese Ehrung hatte auch für uns als Verein einen sehr hohen Stellenwert, da sie in unserer recht jungen, genauer 9jährigen Vereins-Geschichte, bisher einmalig ist.

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Am Ende der Ehrung wurden noch einmal alle Geehrten zu einem schönen, großen Gruppenfoto auf die Bühne gerufen.
Schließlich gab es das angekündigte, große Buffet, dessen Speisefolge appetitanregend auf den Tischen ausgelegt war. Das Ganze war zum Rahmen passend meisterlich zubereitet und dekoriert.

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Da wir die letzten Gäste waren – Ausdauer verpflichtet – machten wir anschließend ohne jemanden zu stören noch ein paar Fotos auf der Bühne.

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Mit diesem Fotoshooting endete ein wunderbarer Abend. Evi, Guido und Kirsten werde ich bereits nächste Woche bei der Deutschen Meisterschaft im 6h-Lauf in Münster wiedersehen, wo wir wieder versuchen werden, mit unserer Frauenmannschaft einen Podestplatz zu erkämpfen.
Text und Fotos: Michael Irrgang, 5.3.2017