Laufgemeinschaft der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung e.V.

Seit einigen Jahren gibt es rund um Salzburg im Juni verschiedene Läufe, mit dem Hauptlauf Mozart 100 mit nun 105 km und 4.700 Höhenmetern. Martin R. Kurz hat sich die Strecke einmal angeschaut:

Mozart100 LogoDer Mozart 100 ist einfach „meine“ Laufveranstaltung. Hier bin ich erstmals einen Ultra gelaufen, der Start ist keine 2 km von meiner Haustüre entfernt, mein bestes Ergebnis (2. Platz in der AK) habe ich hier erzielt (2016). Heuer ist die Strecke deutlich verändert worden, wesentlich mehr Höhenmeter, keine 2 Runden, sondern nur noch eine. Da ich bei der Premiere der neuen Strecke an der Zugspitze laufe, muss natürlich trotzdem der neue Streckenverlauf ausgekundschaftet werden.

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Die GPS-Daten können im Internet heruntergeladen werden, also kein Problem, die neue Strecke zu abzulaufen.
Weil es so schön ist und ich ihn liebe, habe ich die Runde um den Fuschlsee gleich mitgenommen und bin beim Naturbadestrand Hof gestartet. Gegen den Uhrzeigersinn führt die Strecke unspektakulär bis Fuschl am See, ein kleiner Abstecher zur Salzkammergutbundesstraße (von hier kommt man beim Start aus Salzburg) wird von mir mitgenommen. Von Fuschl aus führt die Strecke dann zunächst leicht ansteigend zum Eibensee, ein sehr idyllisch gelegenes Fleckchen, das gerne zum Verweilen einlädt. Doch ich habe ja heute noch mehr vor, darum laufe ich gleich weiter.

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Über den Plombergstein und die Teufelsschlucht geht es wieder abwärts nach Winkl. Dieser Streckenabschnitt ist schon deutlich trailiger als bis jetzt, lässt sich aber trotz Wurzeln gut laufen. Zwischenzeitlich hatte ich eine Abzweigung verpasst, dank GPS-Gerät aber schnell die richtige Richtung gefunden. Zum Teil ist die neue Strecke schon ausgeschildert, an vielen Stellen fehlt aber noch die Markierung. Von Winkl aus kommt dann das erste Brett! Zum Schafberg hoch ist der Weg steil, an Laufen ist für mich nicht zu denken. Trotzdem macht es Spaß, aber es zieht sich hin. Die Schafbergspitze selbst ist zwar sichtbar, wird aber nicht ganz erreicht. Beim vorgesehenen VP raste ich ein wenig und genieße die herrliche Aussicht.

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Dann geht es wieder abwärts über anfangs trailiges Gelände, später auf einer Schotterstraße bis zum Wolfgangsee. Diese Schotterstraße ist dann leider auch verhängnisvoll und die Ursache für einen ordentlichen Sturz. Der Kies rutscht weg und schon liege ich auf dem Boden mit aufgescheuertem und blutendem Unterarm. Kurz muss ich mich erholen und besinnen. Schaut aus, als ob nichts Gröberes passiert ist, es kann weitergehen. Anfangs bin ich aber deutlich vorsichtiger als bisher, habe Angst, nochmals auf dem Kies zu landen. Kurz vor dem Wolfgangsee zweigt der Streckenverlauf dann Richtung Falkenstein ab. Hier komme ich dann an einem klaren Bach vorbei und wasche jetzt mal den Arm ab. Naja, da hat es dann doch ordentlich was aufgescheuert. Die Wunde wird so gut wie möglich von Kies und Sand befreit. Soll ich doch lieber einen Verband anlegen? Ich glaube, der stört mehr beim Laufen als das Blut, das noch ein wenig herabrinnt. Also weiter zum Falkenstein. Diesen Teil kenne ich gut, hier findet auch der Wolfgangseelauf statt. An der höchsten Stelle laufe ich den Hauptweg weiter, komme deshalb auch an den verschiedenen Gedenkstätten vorbei. Aber wieder mal habe ich eine Abzweigung verpasst. Glücklicherweise gibt es aber eine Querverbindung zum eigentlichen Streckenverlauf, von dem aus man einen wundervollen blick über den Wolfgangsee hat und der nicht ausgebaut ist, wie der Hauptwanderweg. Abwärts geht’s nach St. Gilgen. Ein kurzes Stück muss auf der Straße gelaufen werden. Die Salzkammergutbundesstraße wird gequert und dann folgt auch schon bald das nächste Brett. Aufstieg zum Zwölferhorn. Wieder geht es steil bergauf. Der Weg ist gut gehbar, aber für mich viel zu steil zum Laufen. Bei der Lärchenalm zweigt dann der Weg zum Gipfel ab, hier wird eine Labestation sein.

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Der Weg geht jetzt aber wieder Richtung Fuschl. Hier macht es richtig Spaß zu laufen. Zwischendurch ein paar kleinere Anstiege, aber relativ leicht bezwingbare Waldwege abwärts bis Kühleiten. Unten im Tal kommt man dann wieder auf einen Kiesweg, der auf eine Asphaltstraße nach Fuschl mündet. So, jetzt immer nur geradeaus, bald wird der Fuschlsee wieder sichtbar sein. Doch nein, wieder eine Abzweigung verpasst. Nochmals geht es rechts kurz aufwärts, um dann parallel der Asphaltstraße auf einem Kiesweg zu laufen bis dieser Weg wieder runter auf der Asphaltstraße endet. Jetzt ist es wirklich nur noch ein Katzensprung zum See. Um aber zum Auto zu kommen, muss ich noch weiter auf der Strecke bleiben und folge wieder gegen den Uhrzeigersinn dem Ufer des Fuschlsees auf gutem Waldboden bis zum Naturstrandbad.
Fazit dieses Streckenabschnitts: Praktisch immer abseits der Verkehrsstraßen ein Streckenverlauf, der einem die Schönheiten und Perlen das Salzkammguts vor Augen führt. Fast ein Panoramalauf, der aber doch mit ordentlichen 2.750 Höhenmetern gespickt ist. In meinen Augen definitiv schöner, aber auch deutlich schwieriger als bisher. Die Laufzeiten werden deutlich länger sein. Dem hat der Veranstalter durch eine spätere Zielschlusszeit (01:00 Uhr) aber entsprochen, in 20 Stunden müsste die gesamte Strecke eigentlich locker zu schaffen sein.

Den Streckenabschnitt von Salzburg bis zum Fuschlsee und zurück zur Stadt werde ich auch noch testen müssen, kommen doch auf dem Rückweg auch neue Herausforderung dazu!

Text und Bilder: Martin Kurz, 21.5.2017

Martin hat einige Bilder mit schöner Musik zu einem Film zusammengefasst: https://www.facebook.com/100005408766606/videos/673066372883649/

Homepage der Veranstaltung: http://www.mozart100.com/