Laufgemeinschaft der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung e.V.

Nachdem ich bereits letztes Jahr die 3. Auflage des Schwarzach-Trails genießen durfte, freute ich mich schon seit einiger Zeit auf den Start im heurigen Jahr. Um das (Vor)-Wochenende sinnvoll zu nutzen habe ich noch am Vortag einen gemütlichen 28-km-Lauf entlang der Salzach durchgeführt.
Also, Samstagmorgen los im Auto nach Schwarzach im Pongau. Nach nicht ganz einer Stunde bin da, kann noch in Ruhe meine Startunterlagen abholen und mich vollends auf den Lauf vorbereiten.

Schwarzach 1

Nach letztem Briefing und Registrierung erfolgte der Start pünktlich um 09:00 Uhr auf die 47 km lange Strecke mit 4 Gipfeln und gesamt 2.800 Hm. Die Beine sind zwar noch etwas schwer vom Vortag, aber hoch motiviert durch die tolle Stimmung und das sonnige Wetter laufe ich mein Tempo und versuche meinen Rhythmus zu finden. Zunächst geht es auf der Gemeindestraße aufwärts, bald doch rechts weg auf einen Kiesweg und rein in die Landschaft. Erst allmählich, dann stärker ansteigend durch den Wald sind die ersten Höhenmeter bis Hofmark zu bewältigen.

Schwarzach 2

Nach Hofmark wird die Strecke dann gleich wieder auf einen Pfad geführt. Nicht aufgepasst - und schon ist es vor km 7 passiert: gestolpert, Arm wieder aufgerissen (wie schon vor 10 Tagen) und zusätzlich irgendwie den linken Daumen gestaucht. Und gleich zeigt sich, dass die Trailrunning-Familie zusammenhält und wirklich eine Gemeinschaft ist. Der Läufer vor mir kommt zurück, die Läufer hinter mir bleiben stehen. Aber außer, dass der Daumen schmerzt und der Unterarm wieder blutet, ist nicht viel geschehen. Also aufstehen und weiterlaufen.

Schwarzach 3

Weiter geht’s über Wald-, Feld- und wenig Asphaltwege vorbei am schönen Böndlsee weiter bis zur ersten 1. Labestelle kurz vor km 13. Hier sollte man unbedingt die Flüssigkeit nachfüllen und sich eventuell etwas stärken, denn bisher war’s eher zum Warmlaufen, was bei diesen sommerlichen Temperaturen eh nicht notwendig ist.

Schwarzach D

Fredl Zitzenbacher, der Organisator dieses grandiosen Panoramatrails, betont bei der Ausschreibung deutlich, dass bis km 31 keine Labestelle mehr sein wird - und diese fast 20 km haben es in sich! Kurz noch scheint es gemütlich durch den Wald weiterzugehen, doch bald schon wird es immer steiler, schließlich endet der erste ordentlich Anstieg über eine offene Almwiese in der prallen Sonne kurz auf einer Straße. Gleich aber wieder sind wir im Wald, wieder weiter aufwärts auf Wald- und Wanderwegen bis zur Hirtenkapelle.

Schwarzach 5

Bisserl trinken - weiter. Kurz abwärts und dann gleich wieder hoch zum ersten offiziellen Gipfel, dem Gamskögerl (1746). Die Strecke zieht sich wieder ordentlich aufwärts und zwischendurch steht da plötzlich eine inoffizielle privat organisierte Getränkestelle mit Wasser, Apfelsaft und Isogetränk. Gerne wird dieser Zwischenstopp nicht nur von mir angenommen. Überhaupt sind alle Entgegenkommenden und Einheimischen total nett und feuern jeden an. Ja, vom Gamskögerl geht’s dann schnell weiter zum nächsten Gipfel, Hochegg (1817).

Schwarzach 6

Nur kurz führt die Strecke abwärts, dann folgt schon der nächste Anstieg bis zum höchsten aller Gipfel. Die Strecke zeigt, woher sein Name stammt. Noch immer liegen vereinzelte Schneefelder auf dem Weg. Sie zu queren ist heute eine Leichtigkeit, sind sie doch auf unserem Weg nicht mehr tief und weit. Bald schon wird es steiler und steiler und der Ausblick vom Schneebergkreuz (1938) muss hart verdient werden. Aber dann: Einfach phänomenal, es geht einem das Herz auf und man ist einfach überwältigt von diesem Panorama, das Salzburgerland ist soooo schön! Der höchste Punkt ist erreicht, jetzt geht’s erstmal bergab bis zur nächsten Labestelle bei der Althaus-Alm.

Schwarzach B

Hier ist einiges los, ist hier doch gleichzeitig eine Übergabestelle für die Staffelläufer. Nach kurzem Rasten und Auffüllen der Getränkeflaschen muss der letzte größere Anstieg zum Hochglocker (1590) noch bewältigt werden.

Schwarzach C

Endgültig kommt das Tal jetzt immer näher. Obwohl noch weit über 10 km vom Ziel entfernt, hört man in der Höhe schon immer wieder Töne vom Zielgelände und fühlt sich näher als man ist. Hauptsächlich über Waldwege geht es abwärts. In St. Veit ist dann die letzte Labestelle bei km 42. Obwohl es nicht mehr weit ist, muss ich mich hier mit anderen zusammen nochmals kurz erholen.

Schwarzach 7

Auf das kalte Wasser aus dem Schlauch verzichte ich, aber Trinken ist nochmals dringend nötig. Die letzten 5 km sind eigentlich nicht mehr schwer zu bewältigen, aber jetzt im Tal ist jeder Anstieg fast zu viel. Über die Straße geht es wieder in den Ort, noch durch ein schmales Gässchen und dann ist auch schon das Ziel zu sehen. Der Meister des Schwarzach-Trails begrüßt jeden Zieleinläufer persönlich per Handschlag.

Schwarzach 8
Im Ziel stehen Wasserbecken und 2 Kaltwasserbrausen sind aufgebaut. Bei der Wärme, dem vielen Schweiß, Dreck und auch Blut nehme ich sie dankbar an. Etwas abgekühlt und mit alkoholfreiem Bier erfrischt fühle ich mich schnell deutlich wohler. Frische Klamotten angezogen, dann frisches Fleisch vom Grill (gehört mit zur Verpflegung) und ich warte, bis die letzten Läufer auch das Ziel erreicht haben. Als Finisher-Geschenk gibt’s heuer ein schönes T-Shirt. Am Abend gehört die Verlosung von vielen Preisen nach der Siegerehrung auch obligat zum Programm. Dann darf noch fleißig weiter gefeiert werden. Ich habe aber am nächsten Tag Dienst und muss deshalb dann bald wieder nach Hause fahren.

Schwarzach 9

Ach ja, für alle die auf den Geschmack gekommen sind und nächstes Jahr unbedingt auch am Schwarzach-Trail teilnehmen wollen: Ich habe meinen Startplatz schon, genauso wie 100 weitere Teilnehmer des Laufs. Die Plätze sind streng begrenzt auf 300 und die offizielle Anmeldung wird ab 01. November eröffnet. Wecker stellen und Computer hochfahren - die heurigen Startplätze waren nach wenigen Stunden ausgebucht!!! Und da der Trail nächstes Jahr sein 5-Jahres-Jubiläum hat, wird zusätzlich eine Streckenverlängerung auf über 80 km und insgesamt 5500 - 6000 Hm angeboten werden.

Schwarzach A2Ich kann jedem diese Veranstaltung uneingeschränkt empfehlen. Fredl ist selbst passionierter (Trail)-Läufer und weiß genau, was wichtig ist. Sein Helfer-Team und auch die ganze Bevölkerung sind unglaublich motivierend und hilfsbereit. Die Landschaft ist wie aus einem Bilderbuch, hier werden die Postkartenmotive gefunden! Die gesamte Atmosphäre der Veranstaltung ist total locker und man hat hier wirklich das Gefühl, in einer großen Familie mit vielen gleichgesinnten und fröhlichen Lauffreunden ohne Konkurrenzdenken zu sein.

Ich freue mich auf jeden Fall schon auf das nächste Jahr! (http://www.schwarzach-ultra.at)

Text: Martin Kurz, Bilder: Martin Kurz, Klaus Spielbüchler und David Geieregger