Laufgemeinschaft der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung e.V.

Unsere Mitglieder wohnen in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz. So überrascht es weder, dass unsere aktiven Läuferinnen und Läufer fast in jeder Ergebnisliste auftauchen noch dass einige beim 100km-Lauf in Biel waren.

Biel 1

Von links mit Zeiten.

Katrin Tüg-Hilbert, 11:48.14,4

Franz Holzleitner, 11:12.42,4

Roland Krauss, 9:48.16,6

André Weinand, der auf Kurs neue Bestzeit seinen Wettkampf etwa zur Mitte hin verletzungsbedingt aufgeben musste

Matthias Landwehr, der unter seinem anderen Verein startete, 10:40.03,6

Sandra Wieners, 18:42.30,7

 

Biel 2

Der Start erfolgte traditionell Punkt 22 Uhr Ortszeit.

Katrin, Franz und Roland haben zu ihrem Lauf einen Bericht geschrieben.

 

Katrin:

Alles anders als geplant: eigentlich sollten die 100km Biel einer meiner diesjährigen läuferischen Höhepunkte werden, statt dessen wurde es ein "Krisenlauf".
Ab 30 km habe ich so ziemlich alles mitgenommen: Übelkeit, Hunger, Ekel vor Essen, Kreislaufprobleme, Augen wollten vor Müdigkeit zufallen, dann zum Glück nur kurz anhaltende Knieschmerzen und vor allen Dingen Motivationsprobleme. Ankommen wurde mein einziges Ziel, Aussteigen keine wirkliche Option, also habe ich Sitz- und Gehpausen eingelegt und mich zum Essen gezwungen.
Und plötzlich lief es ab 80 km wieder rund: mit meiner Lieblingsmusik im Ohr konnte ich  gleichmäßig vorwärtslaufen und gegen Ende sogar noch Tempo zulegen. Neues Ziel: unter 12 Stunden bleiben...
Mein ursprüngliches Zeitziel habe ich ganz klar verfehlt, aber  die Erfahrung nach einer 50 km andauernden Krise plötzlich wieder motiviert zu sein, war ein schönes Erlebnis und hat den Lauf dann doch laufenswert gemacht.

 

Franz:

Biel 5

Biel 100 zum 7. Mal in Folge
Freitagnachmittag ca. 14 Uhr Fahrt zusammen mit Roland nach Biel. Normaler Verkehr und wie immer zähflüssig um Zürich. In Biel  haben wir an meinen üblichen Parkplatz in der Nähe vom See das Auto abgestellt. Vom Parkplatz aus brauchten wir so 15 Minuten, um zur Startunterlagenausgabe zu gehen. Im Nu hatten wir unsere Unterlagen in der Hand und machten uns auf den Weg zur Sporthalle, um dort unsere Taschen mit den Duschsachen für den nächsten Tag abzustellen. Der nächste Weg führte uns zur Pizzeria, um eine Kleinigkeit zu essen, unterwegs trafen wir noch auf Andre. Die Zeit verflog sehr schnell, nochmals zurück zum Parkplatz um die restlichen Sachen wie Rucksack und dergleichen abzuholen. Anschließend zurück zum Startplatz zum Foto machen, Karin und Sandra waren inzwischen auch am Startplatz. Dann kurzer Abschied und jeder nahm seinen für sich in Frage kommenden Platz ein.
Um 22 Uhr war es schon dunkel, als der Starschuss erfolgte und die Läuferschar sich in Bewegung setzte. Was habe ich mir für diesen Lauf vorgenommen? Meine beste Zeit war der erste Lauf mit 10:58h der schlechteste war 2015 mit 12:29h. Mein Wunsch war nahe an die erste Zeit anzuknüpfen. Ob es gelingt war die andere Sache. Die ersten Kilometer in der Stadt um die 5:35 min waren zu schnell; dennoch wollte ich nicht viel daran ändern, da nach ca. 6km doch der erste Anstieg kommt. Diesen Anstieg wollte ich gehen - es blieb aber beim wollte. Ich lief den Anstieg hoch, wollte keine Blöße zeigen und es ging ja auch ganz gut. Die Gefällstrecke dann nach unten liebe ich! Pace dabei 3:57 min.
Die weitere Strecke gab die Garmin als Durchschnittpage 6:00 an mit einer stetig fallender Stärke. Die 6:30 Pace kam mir irgendwie zu schnell vor. Zwischen 40 und 50km hatte ich irgendwie zu kämpfen. Inzwischen schon die Pace teilweise auf 6:90 gesunken. Ab 50km - als hätte jemand einen Hebel umgelegt - lief es auf einmal wieder deutlich besser. Es lief auf einmal; es machte so richtig Spaß auf dem Emmendamm folgte ich einer Staffetenläuferin. Wir waren nur noch am Überholen; keiner holte uns dabei ein. Konnte mich nicht daran erinnern, jemals am Emmendamm so gelaufen zu sein aber auch anschließend - auch an Steigungen lief ich wieder. Ich kannte mich selbst kaum mehr, schaffe ich die Zeit von 2011 einzustellen?
In Büren den Berg hoch so locker lief ich dort noch nie, anschließend runter zum Fluss und die restlichen 15 Kilometer zum Ziel und hierbei musste ich beißen. Langt es noch mit der Zeit wie viel Kilometer ist es noch genau? Meine Garmin zeigt mir mehr Kilometer an als die Schilder vom Veranstalter. Es wird knapp, nein ich habe verspielt, 10 Minuten hätte ich früher angreifen müssen. Als es klar war, war auch die Luft heraus und ich konnte kaum noch und musste zum Ende immer wieder kleine Gehpausen einlegen.
Endlich das Ziel mit 11:12.42 erreicht, Wunschziel knapp verfehlt, aber dennoch ich war mehr als zufrieden auch noch den 2.Ak-Platz erreicht zu haben, denn letztes Jahr war es der Altersklasse der 3. Platz. Dann müsste der 1.Ak nächstes Jahr folgen als Wunschgedanke.
Ein Läufer sagte bei der Dusche anschließend, ich hätte einen seltsamen Laufstill, würde gehen und dann immer wieder vorbei ziehen. Kann nicht langsam laufen entweder gehen oder normal laufen aber kriechend laufen geht nicht.

 

Roland:

Es soll mein dritter Start in Biel werden – bei der 59.Auflage dieses Klassikers. Einer der ältesten Läufe überhaupt – ein geradezu legendärer Nachtlauf. Bisher habe ich immer in diesem Zivilschutzbunker, die es in der Schweiz immer noch gibt, übernachtet. Dort kann man für kleines Geld in einen Nachtlager mit Stockbetten betreut vom Schweizer Zivilschutz übernachten und wenn man will kann sich dort auch für die Mahlzeiten anmelden. Doch diesmal reise ich erst am Lauftag selbst an, d.h. ich fahre frühmorgens erstmal zu Franz, der unweit der Schweizer Grenze wohnt. Mein Auto stelle ich direkt an der Grenze ab und fahre dann gemeinsam mit Franz nach Biel. Er ist öfter in der Schweiz unterwegs, ja auch in Biel ist Er nun schon zum 7x dabei.

Gegen 16:30 Uhr erreichen wir Biel und stellen das Auto auf einen Parkplatz nahe am Bielersee ab, von dort ist man zu Fuß in 10-15min am Kongresshaus in Biel, wo die Startunterlagen ausgegeben werden. Der Platz davor wird gerade weiträumig abgesperrt, da er als Start und Zielgelände gebraucht wird. Wir warten etwas, bis der erste Ansturm vorbei ist und holen unsere Unterlagen, dann entdecken wir auch schon Andre‘, der in Sichtweite mit Bekannten an einer Pizzeria sitzt und wir werden dort unser Abendessen vor dem Lauf um 22Uhr zu uns nehmen. Ich habe heute ein seltsames Gefühl für den Abend, am ehesten lässt sich das damit beschreiben: Ich habe zu diesen 100km heute Nacht noch keine Beziehung, warum ist mir rätselhaft, fehlt mir die Umgebung des Zivilschutzbunkers? Irgendwie verunsichert mich das – sowas hatte ich noch nie.

Wir laufen nachher nochmals zum Auto und machen uns laufbereit, packen unseren Kleiderbeutel, den wir nachher in einer Turnhalle abgeben können. Dort kann man nachher auch duschen, bekommt sein Finisher-Shirt, usw - alles ist nah beim Start-/Zielbereich. Hier versammelt sich im Moment eine Armada von Radfahrern, welche mit eigenen Start-Nr. und Genehmigung die Läufer begleiten dürfen. Jedoch erst außerhalb von Biel dürfen Sie zum Läufertroß, also werden Sie von hier zum entsprechenden Punkt begleitet, die Schweizer haben hierfür ein schönes Wort kreiert: „Velo-Separation"!

Am vereinbarten Zeitpunkt treffen nachher die restlichen LG Ultraläufer ein und wir lassen uns fotografieren. Während wir uns so langsam für den Start vorbereiten, startet bereits der 13,5km lange Erlebnislauf mit Genuss-Joggern und Walker mit und ohne Stöcken. Nun werden jede Menge treuer Starter geehrt, ein Bekannter hat tatsächlich hier seinen 25.Start, den Vogel schießt ein Schweizer ab, der zum 45x den Hunderter in Angriff nimmt *Respekt*

21:45Uhr – nun scharren sich Läufer langsam im Startbereich zusammen und mein „Laufgefühl" kommt wohl langsam doch auf, bei dieser Stimmung. Es werden um 22Uhr die 100er (ca 800Starter) und die Läufer des 56km Ultralaufs (ca 200Starter) in die Nacht geschickt. Die ersten KM geht es noch durch das hell erleuchtete Biel, mit vielen Zuschauern an der Strecke. Nach 7-8km der erste größere Anstieg und über Port geht es hinaus aus der Stadt in die mehr oder weniger dunkle Nacht – es ist Vollmond, doch zunächst verbirgt sich das Gestirn hinter Wolken. So greifen die meisten Läufer spätestens jetzt an Ihren Kopf, um die Stirnlampen einzuschalten. Das tue auch ich, in meinem 2.Bauchgürtel habe ich noch eine Ersatz-Stirnlampe und eine kleine Taschenlampe dabei – sicher ist sicher! Uns schon sprintet auch Andre‘ an mir vorbei – ehrlich gesagt, habe ich schon längst damit gerechnet. Bald sind die ersten 15km erreicht, grade mal gut eingelaufen … denke ich bei mir, ich fühle mich ganz gut und werde mein Ziel erst im Verlaufe des Rennens genauer definieren. Eine Zeit, wie die vergangenen Jahre (2015: 9:02; 2016: 9:45) halte ich derzeit absolut nicht machbar. Aber wer weiß, wie es läuft – ich werde einfach situativ entscheiden, wie ich meine Kräfte einteile.

Schon erreichen wir den Ort Aarberg, mit der berühmten alten Holzbrücke, hier ist immer mächtig was los, als ich das erste Mal hier startete und darauf zulief, hatte ich Angst die Brücke könnte dem Trubel der Fans und Läufer nicht standhalten. Es ist ein Gänsehautgefühl bei dieser Stimmung über die Brücke zu laufen. Als ich nachher auf den Ort Lyss zulaufe, kommt wieder Andre‘ an mir vorbeigelaufen – ich vermutete Ihn schon viel weiter vorne. Er erklärt mir ein Dixie-Besuch ist daran schuld. Über weitere kleine Ortschaften geht es durch die Schweizer Nacht. Bei KM 32 überqueren wir eine größere Landstraße, das wird mittels Notstromaggregat taghell ausgeleuchtet dadurch bestens abgesichert. Kurz danach erkenne ich ein Alphorn am Straßenrand, leider ist es gerade stumm, dieses für mich schönste aller alpenländischer Instrumente. Doch als ich daran vorbei laufe ertönt es: Wundervoll – dieser Ton jagt mir einen wohligen Schauer über den Rücken, was bin ich für ein Glückspilz! Auf meinem weiteren Lauf durch die Nacht werde ich noch zweimal diesen schönen Ton zu hören bekommen.

Biel 3

Irgendwo bei KM45 der obligatorische nächtliche Kontrollpunkt, ich kenne es ja von meinen früheren Starts, hier wird man kurz aufgehalten, ein Stempel auf der Start-Nr. soll beweisen, alles geht mit rechten Dingen zu.

Und schon kommt abermals Andre‘ vorbei: „War nochmals auf’m Dixie" so sein Kommentar. Hier bemerke ich bereits, es läuft nicht richtig rund bei Ihm und das hat wohl eher nix mit den Dixie-Besuchen zu tun, es sieht nach orthopädischen Problemen aus. Er kommt nimmer weg von mir und einige KM später habe ich Ihn überholt und sehe Ihn nicht mehr, leider musste Er aussteigen.

Am nächsten VP spanne ich die Gurte meiner Stirnlampe etwas nach, da sie durch den Schweiß etwas locker geworden sind – alles passt wieder, weiter geht’s! Ich steuere so langsam den KM50 an, er liegt irgendwo in der „Prärie" ganz unscheinbar. Doch das Gefühl, bald die Hälfte geschafft zu haben, weckt in mir eine geradezu unbeschreibliche Lauffreude aus. Ich stürme auf den KM50 zu, als wäre es schon das Ziel ….. eine innere Stimme in mir warnt: Du hast erst die Hälfte, die Zweite wird wesentlich schwerer werden. Woher kommt die innere Stimme, eine Art erhobener Zeigefinger eines „inneren Lauftrainers" von dem ich bisher gar nichts wusste ….. ich bin nun mal ein Spaßläufer und will mich nicht zu sehr einschränken, will meine Freude und Spaß haben. Was tun? Die Lauffreude siegt und ich stürme einfach weiter …. Und weiter…. Mit diesem Elan erreiche ich Kirchberg, das Ziel der 56KM-Läufer und danach geht es weiter zum Emmendamm, besser bekannt unter „Ho-Chi-Minh-Pfad", in Anlehnung an ein Verkehrswegsystem, bereits im Indochinakrieg benützt, gewann es vor allem im Vietnamkrieg an Bedeutung bei der Unterstützung des besetzten Südvietnams durch den Norden Vietnams. Mit diesem Namen soll wohl eine Art „grüne Hölle" bezeichnet werden. Ich hatte vor dem erstmaligen Belaufen dieses Abschnittes gewaltigen Respekt, doch mit etwas gesteigerter Aufmerksamkeit (vor allem wenn man auf diesem Abschnitt nachts unterwegs ist) können diese 7-8km gut bewältigt werden. Halbwegs gefährlich sind davon auch nur 3-4km. Doch gilt hier, bevor der Abschnitt erreicht wird, eine Umfahrung für die begleitenden Radfahrer.

Ich jage also geradezu durch diese „grüne Hölle" – zumindest will mir das meine euphorische Stimmung glaubhaft machen – die Läufer vor mir machen jedenfalls bereitwillig Platz, als ich „angeflogen" komme. Die dichte Belaubung, hängende Äste, Wurzeln und Steine können mir alle nix anhaben, ich bin bestens beleuchtet und motiviert. Für lange Zeit werden mich nun lediglich Staffelläufer (Schweizer Begriff: Stafetten) überholen, sie sind ja eben erst beim KM56 eingestiegen – gut so!

Gegen Ende des Pfades sehne ich tatsächlich den VP herbei, es wird Zeit für mein zweites Gel und ich glaube fast meine Superstimmung ist ein wenig verflogen …. Aber diese 15 – 18km Rallye waren es wert, dieses tolle Erlebnis bleibt! Doch ich bin immer noch in guter Verfassung und versuche meine Pace auf ebener Strecke unter 6min zu halten, das gelingt größtenteils und so rechne ich mir u.U. tatsächlich eine Zielzeit von unter 10Std aus – man darf ja Optimist bleiben, obwohl ich ja weiß was da noch so alles kommt.

Als ich anschließend auf Gerlafingen und Biberist zulaufe ist ein kleines Waldstück taghell erleuchtet, hier stehten die ganzen Begleitradler und erwarten Ihre jeweiligen Partner, feuern aber auch alle anderen Läufer lautstark an, das tut gut. So langsam erwarte ich den Einbruch der Morgendämmerung. Gegen 5Uhr ist es soweit, ich habe ca 73km hinter mir und es wird langsam hell, gleichzeitig steigt die Strecke langsam an und ich laufe einen Streckenabschnitt der mir so nicht bekannt ist – wie sich später herausstellt mußte hier eine kleine Streckenänderung vorgenommen werden. Als ich wieder bekannte Strecke erkenne, weiß ich was kommt: Der steilste, heftigste Anstieg auf der doch insgesamt eher „flachen Runde". Ich habe mir vorgenommen auch dieses Stück komplett durchzulaufen, was doch eine Herausforderung ist, eher wegen der bereits absolvierten 77km, als wegen der Steigung alleine. Ich schaffe DAS, ich weiß ich werde belohnt, denn es folgen ca3km Downhillrace, wie ich es liebe …. Die 3folgenden KM jeweils deutlich unter 5min sprechen eine deutliche Sprache *WOW*

Bei KM82/83 erreich wir Arch und wir laufen nun fast beständig am Ufer der Aare entlang mit minimalen Gefälle – was eben ein langsam dahinfließender Fluß so hergibt an Gefälle. Es ist bei mir ca 6Uhr als ich hier eintreffe, alle Läufer die hier erst zur Mittagszeit eintreffen und einen sonnigen Tag erwischen, haben hier mit fast uneingeschränkter Sonneneinstrahlung zu kämpfen, entsprechend heiß wird das auf den letzten 20km. Mich trifft das hier und jetzt nicht – kurzer Uhrencheck, ich sollte versuchen noch möglichst viele KM sub 6min zu laufen, um einen entsprechenden Puffer für unter 10Std zu haben.

Tatsächlich laufe ich auf den letzten 20km nur 5Km mit knapp über 6min – ich versuche mein Grundtempo beizubehalten und ich trete mich halt hin und wieder selbst (virtuell) in den Allerwertesten – so komme ich gut durch diese letzten 2Std. Ich renne nach Biel hinein, weiß was auf mich zukommt – die 10Std werden locker unterboten, nur knapp über der Zeit von 2016 erreiche ich mit 9:48:16 die Ziellinie!

Ich bin zufrieden mit meiner Leistung und kaum lasse ich mich im Zielbereich in einem Zelt nieder, Brot kauend und alkoholfreies Bier trinkend, werde ich von bekannten Läufern angequatscht. Einer freut sich gerade ein Loch in den Bauch: „Hurra, ganz knapp unter 10Std, ich habe die Sparathlon-Quali geschafft" – ich gratuliere Ihm und mir fällt ein, das trifft ja auf mich auch zu, falls ich es 2018 wieder versuchen wollte…..

Ich gehe langsam zur großen Turnhalle in der Nähe, wo mein Kleidersack auf mich wartet, freue mich auf eine wundervoll heiße Dusche und gucke nach kleineren Verletzungen, wie Blasen, Schürfungen oder Wetzstellen, die ich während eines solchen Laufes kaum bemerke. Alles im „grünen Bereich" – das heißt für mich einem weiteren Start beim Illermarathon am Abend in Immenstadt (Ziel in Kempten) steht höchstens etwas Müdigkeit im Weg. Nachdem ich wieder in die Turnhalle zurückkehre und mich dort auf einer Matte etwas langmachen will, stelle ich fest, der Beutel von Franz, der eben noch neben meinem lag ist weg. Was ist passiert, ist Er raus, oder (was ich als Optimist erstmal annehme) schon durch, relativ kurz nach mir. Ich sortiere meine Klamotten und will mich hinlegen, da taucht Franz schon auf – so wie Er grinst: Alles klar Er ist schon durch, mit einer sensationellen Zeit von 11:12Std, seine zweitschnellste Zeit in Biel, ich gratuliere diesem Teufelskerl! Er hat schon sein Finishershirt und Urkunde abgeholt, Er hat in seiner AK M65 den 2.Platz und erklärt. Wir müssen dann vor zum Zelt da ist die Ehrung der AK. Ich gehe nach nebenan und hole auch Shirt und Urkunde, traue meinen Augen kaum – auch ich habe in meiner AK M55 den 2.Platz erreicht. Na dann auf zum Zelt.

Text: Michael Irrgang, Katrin Tüg-Hilbert, Franz Holzleitner, Roland Kraus; Fotos: Veranstalter (AlphaFoto), Roland Kraus; 15.6.2017