Laufgemeinschaft der Deutschen Ultramarathon-Vereinigung e.V.

Termine

21.10.2017
DM 50 km, Schw. Gmünd

10.3.2018 (gepl.)
DM 100km, Rheine

8.4.2018
DM 50km, Ebershausen

9.6.2018

DM 6h Hoyerswerda

14.7.2018
DM Ultratrail, Maintal-Ultratrail

1.9.2018
DM 24h, Bottrop,BUF

Mit der Bretten Night52 (52 KM + ca. 900 HM) und dem Kraichgaulauf (50 KM + ca. 800 HM) haben wir in unmittelbarer Nähe zu Karlsruhe zwei richtig tolle Ultralaufveranstaltungen. Im sogenannten Kraichgau 100plus CUP werden beide Läufe gewertet und die 3 Erstplatzierten im Rahmen der Kraichgaulauf Siegerehrung gekürt. Es gab also wieder viele Gründe in diesem Jahr, die 102 KM durch die schöne Hügellandschaft zu laufen.

Bretten Night52

Bereits im Juli beim Lauf in Bretten hatte ich mir einiges vorgenommen und wollte die 52 Km auf jeden Fall unter 4:30 Stunden laufen. Dabei hatte ich von Beginn an eine tolle Unterstützung. Die beiden schnellsten Frauen im Teilnehmerfeld Natascha Bischoff und Bettina Eyhorn nahmen mich über 40 hügelige Kilometer ins Schlepptau. Leider musste ich das spätere Sieger-Duett an der Verpflegungsstelle ziehen lassen und mein eigenes Rennen zu Ende laufen. Zunehmend bekam ich schwere Beine und konnte die Pace einfach nicht mehr halten. Ich überwand das Tief, die Schmerzen und konnte meine Zeit vom letzten Jahr sogar noch knacken. Nach sehr harten 12 Schlusskilometern kam ich nach 4:39 Stunden ins ersehnte Ziel. In toller Erinnerung blieben jedoch die unterhaltsamen und kurzweiligen 40 KM mit Natascha und Bettina.

Kraichgau 1

Erst zu zweit und etwas später dann zu dritt durch das Kraichgau

Kraichgau 2

Das Kraichgau-Trio :-) in Bretten

Kraichgaulauf

Kraichgau 3Für den zweiten Lauf des Kraichgau 100plus CUP´s in Sinsheim-Rohrbach war ich gut gerüstet. Zum einen konnte ich auf eine gute Erinnerung wegen meines überraschenden 4. Platzes über die 33 Km Distanz aus dem Jahr 2015 zurückgreifen, zum anderen war ich seit kurzem Mitglied der LG Ultralauf und für diese mit neuem Shirt und motiviert am Start.

Ok, ein bissel trainiert hatte ich natürlich auch :-)

Bild: Vor dem Start mit Franz

Gleich nach der Startnummernausgabe traf ich auf den Franz von der LG Ultralauf, der sich am Ende den 1. Platz in der M65 einheimste. In der Startaufstellung stieß ich dann auch auf das weibliche Sieger-Duett von Bretten. Natascha und Bettina hatten sich schon mal in Stellung gebracht. Mein Plan war, irgendwie an den beiden dranzubleiben bzw. mit Ihnen zu laufen, um so mein "heimliches" Ziel von 4:10 - 4:15 Stunden zu schaffen. Nach dem Startschuss konnte ich aber gar nicht so schnell schauen, wie die beiden weg waren. Ich kannte die Strecke und wollte zu Beginn des Rennens noch nicht allzu viel riskieren, so ließ ich die beiden erstmal ziehen und lief ein wenig nach Gefühl. Der erste Anstieg war auch bald geschafft und nach gut 6 KM ging´s dann ordentlich bergab. Mit einer 4:15er Pace sauste ich den Weg hinab. Hoppla...wer war denn da? Meine beiden Zugläuferinnen von Bretten :-) Ich schloss mich fortan als Dritter dem schnellen Duett an.

Die nächsten 25 KM liefen wir in geselliger Runde mal vor-, mal hinter-, mal nebeneinander durch das Land der 1000 Hügel, bis uns ein menschliches Bedürfnis jäh auseinanderriss. Ich lief zunächst noch etwas langsamer um die Beiden wieder aufschließen zu lassen, doch irgendwie lief ich dann ohne bösen Willen einfach weiter und versuchte für heute das Beste zu geben. Der Abstand war nicht allzu groß, vielleicht 30 Sekunden bis eine Minute, das spornte mich noch etwas an.

Ein kurzer Stop an der Verpflegungsstelle bei KM 31 und es ging nochmals auf die 10 KM Schleife. Hier konnte ich tatsächlich noch 3 Läufer einsammeln die am Anfang wohl doch etwas zu eifrig losgedüst waren. Ich befinde mich zwar noch in den Kinderschuhen in Sachen Ultralaufen, aber dass die 50 KM nicht auf dem ersten 10er entschieden werden ist mir inzwischen auch klar. Da lässt sich so ein Lauf doch viel entspannter angehen.

Kraichgau 4Nach einer schönen Bergab-Passage ging´s natürlich auch hurtig wieder hinauf und zurück zur Verpflegungsstelle am Waldesrand. Fast geschafft... 

Luftlinie war das Ziel tatsächlich schon so nah und trotzdem waren noch gut 9 Kilometer zu laufen, doch das meiste davon ging nun bergab. Hört sich erstmal super an, aber die meisten von uns wissen, dass bergablaufen anstrengender sein kann als bergauf. Diese Erkenntnis sollte auch bei mir noch zur Realität werden. Der Marathon war nach 3:38h in der Tasche, doch für heute war das ja noch nicht genug. Zunächst ging´s abwärts und ich spürte plötzlich, dass ich nicht mehr so schnell laufen konnte, wie ich eigentlich wollte. So langsam machte sich in meiner rechten Wade auch noch ein Krampf bemerkbar. Meine Salztabletten, mit denen ich seit knapp 2 Jahren dieses Problem in den Griff bekommen hatte, lagen schön eingepackt in meiner Tasche in der Sporthalle :-? . Egal jetzt musst ich da irgendwie durch.

Die letzte Verpflegungsstelle zwischen KM 45 und 46 kam.... und hinter mir dann auch das Natascha-Bettina-Duett im Sauseschritt. Selbstverständlich wollte dann auch noch der Wadenkrampf vor dem Zieleinlauf "Hallo" sagen und zwang mich an einer Bank zum ausdehnen. Die beiden holten mich ein und noch einmal liefen wir zu dritt den letzten Hügel hinauf. Meine rechte Wade zuckte erneut und zwang mich zu einer kurzen Pause. Leider musst ich nun das Siegerinnen-Gespann ziehen lassen und schauen, dass ich die letzten 2-3 KM noch einigermaßen laufend gestalten konnte. Das leichte Gefälle zum Ende des Laufs lud förmlich zum Endspurt ein, doch schneller als 5:12 und 5:22 min/km ging einfach nicht mehr. Dennoch genoss ich den Zieleinlauf in vollen Zügen, denn mit einer Zeit von 4:13 Stunden war ich völlig im Soll und mehr als zufrieden. Mit einen 15. Gesamtplatz, Platz 4 in der M40 und dem ebenfalls 4. Gesamtplatz in der Kraichgau 100plus CUP-Wertung war ich am Ende überglücklich.

Text und Fotos: Wolfgang Neuweiler, 1.10.2017